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Pornoverzicht - Nebenwirkungen: wie lange?
#1
Hallo,
ich bin auf dieses Forum gestoßen, weil ich mich über einiges informieren wollte.
Es geht um meinen Freund (24 Jahre). Wir sind seit über 5 Jahren zusammen und verstehen uns super. Haben tollen und abwechslungsreichen Sex und sind damit zufrieden. Wir sehen uns berufsbedingt meistens nur am Wochenende.
nun zum eigentlichen Problem. Mein Freund schaut eigentlich schon seit er 16 ist regelmäßig Pornos. Nicht übermäßig viel - alle paar Tage mal einen und dann auch nicht so die super krassen Filme. Das ist bisher auch kein Problem gewesen, bis er irgendwann im Internet sehr oft gelesen hat, wie schädlich das eigentlich wirklich ist. Er beschäftigte sich immer mehr mit dem Thema und vieles traf auf ihn zu: häufig müde, Antriebslos, teilweise Probleme mit etwas Erektion usw.
dann traf er den Entschluss, mit den Videos aufzuhören. Er schämte sich dafür und fühlte sich auch mir gegenüber sehr schlecht. Seine Lust war dann in den ersten Tagen komplett verschwunden durch dieses Schamgefühl.
Nach ein paar Tagen masturbierte er dann ohne Videos, was auch ganz okay klappte.
Als er zwei Wochen ohne Videos durchgehalten hatte, hatten wir super tollen Sex, es war viel Leidenschaftlicher und liebevoller. Das war bisher das einzige positive Ereignis.
heute hat er seit drei Wochen keine Videos gesehen. Folgende Probleme gibt es: er hat ständig schlechte Laune, Stimmungsschwankungen, keine Lust mehr auf gar nichts, nicht mal auf sein geliebtes Hobby. Er kann es sich selbst nicht erklären und er meinte auch, es würde ihn wundern. Er hat eigentlich nicht gedacht, dass er solche 'Entzugserscheinungen' bekommt, da er sich nicht wirklich süchtig fühlte. Wie gesagt war er auch kein Hardcore-Gucker, manche machen das ja echt mehrmals täglich...
Tja, so viel zu unserer Geschichte.
meine Frage ist, wie lange es wohl dauern wird, bis diese Nebenwirkungen besser werden. Und ob ihr Tipps habt, wie es einfacher wird. Diese schlechte Laune ist echt am schlimmsten... Und er will auf jeden Fall damit aufhören. Nur ist es halt deprimierend, wenn man so wenige Erfolge sieht..
Bin dankbar für eure Antworten.
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#2
Hallo Lena,

toll das du dich in eurer Beziehung so einbringst. Was ich lobenswert finde, dass ihr Beide das Problem kennt und auch Beide damit umgehen wollt.

Leider ist es so dass man als Mann nie völlig loskommt von der Sucht - man kann sie zwar kontrollieren (besonders in einer verständnisvollen Beziehung) - aber loskommen wird man nie.

Ich habe ähnliches gefühlt als ich begonnen habe meinen Weg zu gehen. Besonders dieses "schlechte Laune" und "Atriebslosigkeit" kenne ich sehr gut.

Was mir geholfen hat, ist meine Sichtweise zu ändern: Ich will nicht mehr "ein Ziel schaffen", sondern ich möchte "natürlich leben". Ich habe es endlich angenommen, dass Sexualität zu mir gehört - wie auch immer geartet - und seit dem fällt es mir leichter von den Pornos die Finger zu lassen und trotzdem ein glückliches Leben zu führen.

Vielleicht hilft dir/euch das ein wenig

LG Ralf
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=11804]

Seit 07.09.2016 ohne Pornos (275 Tage + Countertage)
Seit 09.06.2017 "Aufräumen" (Countertage)
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#3
Wenn du hier so die Artikel liest ist dir vielleicht schon aufgefallen, was der regelmäßige Konsum von Pornos auch im Gehirn auslösen kann. Bezüglich der Ausschüttung von Dopamin und welche Veränderungen der regelmäßige Konsum hervorruft. Wenn auf einmal diese "Reizquelle"fehlt, dann ist das eine körperliche und und auch psychische Umstellung. Wichtig wäre jetzt, aktiv gegen die Antriebslosigkeit vorzugehen. Viel frische Luft, Licht, Bewegung. Eine vitaminreiche Ernährung. Dann gibt sich das in ein paar Tagen von ganz allein.
Aber ich bin mir sehr sicher, dass es eine Art Entzugserscheinung ist, insbesondere weil sich dein Freund, genau wie du jetzt, aktiv mit dem Thema auseinander setzt!

Frohes Schaffen
Das Ziel liegt im Weg

[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=16224]
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#4
Wenn er die Pornos seit seinem 16. Lebensjahr reinzieht, hat dieser Reiz eine tiefe Erinnerung im Belohnungssystem hinterlassen. Pornos kicken so sehr wie Alkohol, Drogen, Zucker, Nikotin. Er sieht in der kurzen Zeit hunderte Frauen, die vor ihm spreizen, stöhnen, riesige Brüste, formschöne Hintern aus perfekten Blickwinkeln. Das alles peitscht seinen Trieb in die Höhe - ein Feuerwerk im Hirn. Wenn das plötzlich fehlt, ist sein Leben urplötzlich grau.

Ideal sind mindestens 90 Tage ohne Pornos und Masturbation. An sich sollte realer Sex mit einer Frau/ geliebten Partnerin das höchste kickende Gefühl sein und Partner immer wieder zusammführen. Wenn die Pornos eine Gewohnheit waren und seine Orgasmen darauf konditioniert sind, dauert das Ausschleichen sehr lange, inklusive seelischen Begleitsymptomen.
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#5
Erstmal vielen Dank für eure Antworten.
es ist wirklich nicht einfach. Er meint, er hat gar nicht so den drang, wieder die Videos zu gucken. Sobald er daran denken würde, würde sein Körper und sein Kopf sagen 'Nein, das ist falsch, ich hab gar keine Lust darauf'. Also fällt ihm der Verzicht gar nicht so schwer.
er klagt halt wirklich nur über diese Müdigkeit, keine lust auf nichts und eine schlechte Grundstimmung. Nichts macht ihm Spaß, er weiss nichts, womit er sich ablenken könnte. Er hat zurzeit Urlaub und kann sich daher auch mit Arbeit nicht ablenken.
Ist es denn erlaubt, zu masturbieren? Also quasi nur mit Gedanken? Indem er an mich denkt? Weil darauf möchte er nicht verzichten und dann wird es auch glaube ich noch viel schwieriger für ihn.
setzt denn wirklich erst nach 90 Tagen eine Verbesserung der Symptome ein?
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#6
Wenn er ein natürliches Verlangen und eine solide Erektion hat, ist Masturbation und Sex mit einer echten Frau völlig normal und prima. Aktuell hat er bestimmt körperliche Entzugserscheinungen, weil die regelmäßig gewohnte Belohnung fehlt. Vielleicht ist er auch leicht depressiv oder hat Probleme und kaschiert das mit Pornos, um seine Laune oben zu halten. Andere benutzen Alkohol, Drogen, spielen oder essen viel Zucker.
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#7
Ich würde das auch nicht zu sehr an die 90 Tage knüpfen, aber zu sehen, dass er wirklich auf den Entzug reagiert, zeigt ja, wie sehr es eine Umstellung ist. Ich habe selbst diese neunzig pornofreien Tage angefangen. Das letzte mal Sex hatte ich vor einer Woche und seitdem, jetzt wo ich über die Feiertage zu Hause bin, habe ich auch auf Masturbieren verzichtet. Und ich merke wie nach diesen 8Tagen mein Verlangen auf einmal schwächer geworden ist. Aber ich fühle mich nicht antriebslos und versuche mich auch genügend zu beschäftigen. Sport, Sauna, Freunde treffen und genügend Gemüse essen. Tatsächlich hat mir letzteres unheimlich gefehlt.

Ich denke, da muss er jetzt einfach durch und ich verspreche Dir, dass sich das auch wieder verbessern wird. Wichtig ist, dass er nicht mittendrin wieder anfängt!
Das Ziel liegt im Weg

[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=16224]
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#8
Ich danke euch für die lieben Antworten und Aufmunterungen. Dann heisst es wohl jetzt abwarten und sehen, was passiert. Ich komme gerne nochmal hier auf euch zurück, falls ich noch mehr Infos brauche.
ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!
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#9
Hey Lena,

das was Du beschreibst sind klassische Entzugssymptome.
Diese gibt es nicht nur bei Pornos, sondern auch bei so "kleinen" Dingen wie Kaffee, wenn man ihn weglässt.

Ich weiß nicht, was genau da passiert im Gehirn, aber es passiert etwas.

Man kann nichts an Tagen festmachen.
Veränderungen zum Guten kommen schleichend.
Aber besonders die ersten Tage und Wochen sind auffällig schlecht.
Wie dem auch sei, konsequent am Ball bleiben lohnt sich,
denn diese Symptome gehen vorbei. Und dann normalisiert sich die Lage zunehmend.
Denkt da bitte nicht daran, dass es schnell passiert, bzw. alles auf einmal besser wird. Das kann schon ein bisschen dauern. Muss gerade ans Abnehmen denken. Man soll sich da nicht täglich wiegen. Also was ich sagen will, erwartet nicht jeden Tag Verbesserungen. Statt jeden Tag zu schauen, ist es m.E. nach besser, in größeren Abständen ein Fazit zu ziehen. Z.B. jede Woche, oder alle zwei, oder jeden Monat.

Mit den Pornos hatte ich die selben Probleme.
(Müde, aggressiv, schlechte Laune, Abgeschlagenheit etc.)
Jetzt schleiche ich Antidepressiva aus.
Selbe Phänomene.
Es dauert immer, bis man sich stabilisiert, aber es tut es.

Bleibt dran.
Viel Erfolg Euch!

P.S.: Haltet weiter so gut zusammen.
Das kräftigt. So eine Abgewöhnung kann ganz schön fordern.
Ich glaube fest daran dass es sich bessern wird.

Gruß
Thomas
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=10621]
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#10
Guten Tag, ich melde mich mal zurück.
es sind fast 6 Wochen vergangen, seitdem mein Freund mit dem Pornos gucken aufgehört hat.
Wir merken, dass unser Sex viel intensiver und besser geworden ist. Auch seine Lust auf mich ist mehr geworden und seine Erektionen sind viel besser.
Das einzige negative sind immer noch seine Stimmungsschwankungen und Launen. Es wird und wird einfach kaum besser. Wie lange dauert das denn,bis sich da was tut? Ist das wirklich normal?
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