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Pornossucht, Masturbationssucht, Sexsucht - lebenslange Verwundung?
#1
Ich frage mich ob es überhaupt eine “Heilung” davon geben kann, die Geschichten über langfristige Erfolge durch Enthaltsamkeit (bzw. Unterlassen der Sucht) sind so dünn gesät dass man fast keine findet. Und es kommen täglich mehr in die Sucht hinein als heraus…

Was genau wäre für Euch denn Heilung? Fühlt ihr euch geheilt wenn ihr diese ominösen 90 Tage ohne Pornos und fappen geschafft habt? Und wie geht es dann weiter? Oder gibt es andere Kriterien für Euch die Euch sagen : Jetzt bin ich "geheilt" ? Doch was ist mit den Ansprüchen, Bildern, Erwartungen die man in der Suchtzeit im Hirn verankert hat? Diese werden doch irgendwo einfach immer da sein und selbst wenn sie in den Hintergrund treten – was genau da im Unterbewusstsein abläuft kann man nicht beeinflussen. Oder doch? Ich meine damit dass man doch eigentlich nie wieder so ganz komplett“unbedarft” Leidenschaft geniessen kann, weil das Hirn doch immer wieder vergleicht und vielleicht “mehr” haben will….auch ohne dass man das merkt oder wahrnimmt ?
Ich frage so naiv weil ich es nicht weiss , aber sehr gerne wüsste. Ich (als Frau) würde gerne wissen wollen ob es jemals wieder eine ganz echte, tiefe Leidenschaft mit einem ….sagen wir…. fantasieabhängigen , ehemals Pornosüchtigen, evtl. noch masturbationssüchtigen Mann (genaues weiss ich nicht) geben kann, der weitaus mehr (geileren) Sex mit Fantasiefrauen hatte als mit seiner eigenen. Narzistisch formuliert : Kann man als Frau jemals wieder DIE EINZIGE, DIE SCHÖNSTE, DIE BEGEHRENSWERTESTE….für einen Mann mit einer solchen Vergangenheit werden? Bleibt man nicht lebenslang 2.Wahl? (das ist furchtbar gemein, vor allem wenn man doch eigentlich ganz hübsch ist und permanent das Gefühl hat es NIEMALS zu schaffen für den eigenen Mann "genug" zu sein. Zu genügen...könnt ihr das nachvollziehen?) Hat man dann vielleicht eher den Status Mutter der Kinder zu sein…gute Freundin…? Wie seht ihr das denn?
Falls eine Frau genau dieses Bedürfnis (die einzige auch in seinen Gedanken zu sein…nicht schimpfen & nicht lachen….es ist verdammt noch mal so dass viele Frauen das wollen und genau das der zentrale Punkt ist der uns Menschen langfristig das alleinige Begehren des Partners überhaupt möglich macht - meine Meinung) als wichtig für sich empfindet, kann ein Mann mit einer solchen Vergangenheit dann dieses Bedürfnis -ehrlich und echt- überhaupt stillen?
Ich frage wieder Euch hier, da mein Mann mir keine Antworten darauf liefern kann. Oder nicht will. Er nimmt diese (meine) Sorge nicht ernst und ist gefühlt meilenweit weg von meiner emotionalen Zerissenheit deswegen. Jedes Gesrpäch über meine Ängste und Sorgen endet in Vorwürfen und Verletzungen gegen mich. (er fühlt sich wohl schuldig, in die Ecke gedrängt…)
Ich spreche hier nicht von Liebe, ich fühle mich freundschaftlich geliebt von meinem Mann. Ich spreche eher davon den Sex mit dem Partner als das beste zu empfinden was einem jemals passiert ist. ( hat er leider nie, also mein Mann, denn die Pornos und Fantasien waren schon vor mir da und ich wurde immer verglichen damit) Kann das überhaupt noch passieren wenn man sich jahrelang zu komplett unrealistischen , aber doch sehr ansprechenden (das sind die Pornos ja leider..ohne Frage) sexuell abgestumpft hat? Was ist mit Fetischen, keine Ahnung…grosse Brüste…oder dicke Frauen…Gangbangs…etc…und die Freundin damit nicht aufwarten kann? Ist das dann in echt, ohne diese Dinge, überhaupt jemals wieder möglich das echte Erleben als das schönste zu empfinden was einem jemals widerfahren ist? Weil doch auch noch Liebe dabei ist müsste es doch so sein... Bleibt da nicht immer so eine Sehnsucht danach , auch wenn man abstinent lebt? Ist genau diese Sehnsucht nach den gesehenen, in der Fantasie vorgestellten Dingen die man dann in “echt” nicht vor sich hat, verantwortlich für die Erektionsstörungen?
Und ich würde gerne noch was von Euch wissen.
Wie müsste sich eine Frau/Freundin verhalten damit sie helfen kann die Sucht dauerhaft zu besiegen? Was würdet ihr Euch wünschen von Euren Frauen, sollte man das Thema überhaupt nicht ansprechen? Keine Fragen stellen? Welche Verhaltenszüge einer (eurer) Frau würden Euch wieder in die Sucht treiben? (oder hat das alles gar nichts mit der Beziehung zu tun?) Und wie seht ihr das alles jetzt da ihr ja aktiv dagegen angeht, ist das für Euch jetzt auch Betrug an der Partnerin/Ehe/Beziehung oder ist das Thema Porno/zwanghafte Masturbation zu Gedanken an andere Frauen etwas was ihr als relativ normal anseht und Euch nur euer zwanghaftes Verhalten daran stört ? Würdet ihr sagen dass die Abstinenz euch wieder näher an Eure Freundin/Frau gebracht hat? Begehrt ihr eure Frauen wieder mehr seit ihr den Reboot durchzieht? War die Rettung einer Beziehung/ Ehe auch ein Grund damit aufzuhören? Könnt ihr nachvollziehen welchen Schmerz das für eine Frau bringt zu sehen dass der Mann sich zu anderen Frauen lieber befriedigt als zu ihr zu kommen? Wie geht ihr mit Erketionsstörungen um, ist im ersten Moment nicht immer die Frau schuld (nicht mehr attraktiv, prüde, langweilig...etc...) oder weiss man als Mann dass es oft gar nicht an der Frau liegt und Pornos, Fantasien..etc.. schuld sein können? Hättet ihr Verständnis wenn die Frau nach Entdeckung der Parallelwelt des Mannes sich erst mal komplett verschliesst, würdet ihr wissen dass sie einfach nicht mehr "kann" und nicht nur nicht "will"? Oder würde ein solches Verhalten euch gleich wieder zum Porno treiben? Wie würdet ihr den kaputten Selbstwert der Frau wieder stärken wenn sie sich genau deswegen unzulänglich fühlt? Oder würdet ihr hinschmeissen, da zu viel kaputt ?

Ich weiss, viele Fragen auf einmal....ich bin wirklich total interessiert an Antworten , auch wenn die Fragen teilweise recht naiv sind....vielleicht hat jemand Lust mir da Licht ins Dunkel zu bringen.

Danke!
Antworten
#2
Hallo Partnerin,

interessante Fragen hast du da.

Ich denke man kann von der Sucht loskommen, allerdings werden meiner Meinung nach einzelne Bilder, Situationen etc. im Gehirn eingebrand bleiben.

Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich zu meiner "Hochzeit" der Sucht meine Frau schon mit den Frauen aus den Filmen verglichen , Sex mit ihraber fast nie ausgeschlagen habe.

Obwohl ich noch lange nicht geheilt bin, hat sich insofern etwas geändert, dass für mich meine Frau die Attraktivste auf der Welt ist. Phantasien finden fast ausnahmslos mit ihr statt. Zudem vergleiche ich sie mittlerweile auch nicht mehr bzw. wünsche mir härtere Praktiken beim Sex.

Es gibt als schon irgendwie eine "Heilung". Zumindestens habe ich dies so bei mir festgestellt.
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=8567]
Antworten
#3
Hey Partnerin76!

Ich bezeichne mich als geheilt, wenn ich auf Dauer merke, dass ich mit allen möglichen Triggermomenten umgehen kann und engültig merke, dass meine Willensstärke ausreicht um niemals wieder Pornos zu gucken. Wann auch immer dieser Moment kommt.

Ich denke schon, dass man "geheilt" werden kann von der Sucht.

Mein Vater raucht seit 20 Jahren nicht mehr. Wenn du ihn fragst, ob er manchmal noch an eine Zigarette denkt, kann er darpber bloß lacchen und es verneinen. Obwohl die Sucht sich über Jahrzehnte in seinem Kopf verankert hat, findet er rauchen jetzt eklig und würde nie wieder ans Rauchen denken.

Für mich gibt es nichts Gutes an Pornos. Ich will meine Partnerin damit nicht vergleichen. Ich finde viele Pornos, die ich gesehen habe, im nach hinein eklig und habe schon viele Bilder vergessen. Aber auch die Bilder, die man noch im Kopf hat, dienen nicht mehr als Vergleich.
Ich meine, du hast doch sicherlich auch schonmal ein nackten muskolösen Mann gesehen irgendwo. Ob in einer Zeitschrift oder sonst wo.
Denkst du jetzt aber immer an den, weil er einen besseren Körper hat als dein Mann? Nein.
Und genau dahin kann man auch als Süchtiger wieder kommen. Zur Normalität. Alle Verankerungen und Gewohnheiten, die man im Gehirn erschaffen hat, können genauso schnell wieder abgebaut werden.
Deswegen die 90 Tage. Ein Richtzeitraum, wie lange es durchschnittlich dauert sich Gewohnheiten abzugewöhnen.

Also Ja, ich denke, wir können uns heilen und wieder eine normale Wahrnehmung von Sexualität haben.
Es ist nur ein verdammt harter Kampf, der extrem viel Willensstärke abverlangt und von vielen nicht gekämpft wird.
RedBlob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]
Antworten
#4
Thumbs Up 
(15.01.2019, 12:31)JSO schrieb: Hallo Partnerin,

interessante Fragen hast du da.

Ich denke man kann von der Sucht loskommen, allerdings werden meiner Meinung nach einzelne Bilder, Situationen etc. im Gehirn eingebrand bleiben.

Darf ich Dich fragen wie Du das geschafft hast? Hattest Du externe Hilfe oder rein durch Abstinenz?

Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich zu meiner "Hochzeit" der Sucht meine Frau schon mit den Frauen aus den Filmen verglichen , Sex mit ihraber fast nie ausgeschlagen habe.

danke auch für diese ehrliche Antwort!

Obwohl ich noch lange nicht geheilt bin, hat sich insofern etwas geändert, dass für mich meine Frau die Attraktivste auf der Welt ist.

Dieser Satz ist schlichtweg wunderwunderschön.
Mir laufen die Tränen wenn ich das lese. Das ist genau das was ich mir so sehr wünsche, nach all den Jahren des Doppellebens mit den ganzen fremden, dauergeilen Frauen die mein Mann mir vorzog.
Ich wünschte so sehr mein Mann würde das so schreiben bzw. überhaupt so sehen. Zumindest gibt Deine Aussage Hoffnung!!!!! Ganz viel!!! Es kann also doch wieder kommen, das alleinige Begehren einer Frau.....

Phantasien finden fast ausnahmslos mit ihr statt.

Genau das sagt mein Mann mir ja auch, dass er Phantasien nur noch mit mir hätte. Doch mein Vertrauen ist so zerstört dass ich das nicht glauben kann. Nein, ich glaub ihm das einfach nicht. Er hat mich zu oft angelogen. Schön dass Du aber hier bestätigst dass es durchaus möglich ist das Verlangen wieder auf das zu richten was man hat. Ich finde das echt total schön und freue mich mal für Dich und Deine Frau.

Zudem vergleiche ich sie mittlerweile auch nicht mehr bzw. wünsche mir härtere Praktiken beim Sex.
Sie genügt Dir dann also vollkommen. Erfolgreich rebootet würde ich das nennen.

Es gibt als schon irgendwie eine "Heilung". Zumindestens habe ich dies so bei mir festgestellt.
Das klingt auf jeden Fall sehr gesund. Dann bist Du auf jeden Fall schon mal einer der hier Erfolgsgeschichte schreibt.

Nochmals Danke für Deine Antworten. Hilft mir grade nicht alles so unlösbar zu sehen. Auch wenn ich natürlich nicht weiss in wie weit man das auf meine eigene Situation hier übertragen kann, zumindest gibt es wohl die Möglichkeit durch Reboot wieder das "echte" zu fühlen, spüren und zu empfinden. Sehr, sehr toll! Weiss Deine Frau von der Pornosucht?

(15.01.2019, 12:58)RedBlob schrieb: Hey Partnerin76!

Ich bezeichne mich als geheilt, wenn ich auf Dauer merke, dass ich mit allen möglichen Triggermomenten umgehen kann und engültig merke, dass meine Willensstärke ausreicht um niemals wieder Pornos zu gucken. Wann auch immer dieser Moment kommt.

Ich denke schon, dass man "geheilt" werden kann von der Sucht.

Mein Vater raucht seit 20 Jahren nicht mehr. Wenn du ihn fragst, ob er manchmal noch an eine Zigarette denkt, kann er darpber bloß lacchen und es verneinen. Obwohl die Sucht sich über Jahrzehnte in seinem Kopf verankert hat, findet er rauchen jetzt eklig und würde nie wieder ans Rauchen denken.

Für mich gibt es nichts Gutes an Pornos. Ich will meine Partnerin damit nicht vergleichen. Ich finde viele Pornos, die ich gesehen habe, im nach hinein eklig und habe schon viele Bilder vergessen. Aber auch die Bilder, die man noch im Kopf hat, dienen nicht mehr als Vergleich.
Ich meine, du hast doch sicherlich auch schonmal ein nackten muskolösen Mann gesehen irgendwo. Ob in einer Zeitschrift oder sonst wo.
Denkst du jetzt aber immer an den, weil er einen besseren Körper hat als dein Mann? Nein.
Und genau dahin kann man auch als Süchtiger wieder kommen. Zur Normalität. Alle Verankerungen und Gewohnheiten, die man im Gehirn erschaffen hat, können genauso schnell wieder abgebaut werden.
Deswegen die 90 Tage. Ein Richtzeitraum, wie lange es durchschnittlich dauert sich Gewohnheiten abzugewöhnen.

Also Ja, ich denke, wir können uns heilen und wieder eine normale Wahrnehmung von Sexualität haben.
Es ist nur ein verdammt harter Kampf, der extrem viel Willensstärke abverlangt und von vielen nicht gekämpft wird.
RedBlob


Und noch einer der mir heute echt Mut macht! Danke RedBlob!
Das mit der Zeitschrift und dem Muskelmann ....nein, niemals. Für mich sind Vergleiche Zeilen die Männer schreiben, Worte die Männer sagen, Zärtlichkeiten die Männer geben. Gefühle die Männer ausdrücken können. Wie viel ein Mann eben bereit ist für die EINE Frau zu tun.....(Märchen :0)) Das wäre mein Massstab mit dem ich, ganz ehrlich, auch vergleiche. Sehr oft sogar. Und je mehr ich darüber lese (Romane) je mehr Liebesfilme ich sehe, je mehr Freundinnen mir vorschwärmen was die Freunde doch alles getan haben um die Liebe zu zeigen....destso mehr macht auch mich das des öfteren unzufrieden mit ihm. Ich muss mich dahingehend auch öfters mal auf das besinnen was ich doch eigentlich habe. Aber das ist nix visuelles. Nichts sexuelles. Und auch nix neues.

Ausserhalb des leidigen Pornothemas ist ja alles im Lot. Deshalb gebe ich ja nicht auf und will den Zustand einer Ehe ganz ohne Pornofantasien wieder herstellen, bzw. überhaupt erstmals erreichen. Denn das Thema Masturbation, Fantasien und Pornos hat bei uns ganz schön viel kaputt gemacht. Was das mit mir gemacht hat könnt ihr ja aus meinen unsicheren Zeilen herauslesen, ich bin attraktiv und fühle mich doch hässlich. Ich fühle mich nicht mehr als Frau bei meinem Mann, gebe ihm ständig das Gefühl schuld zu sein, schlecht zu sein. (das will ich aber gar nicht, er fasst alles als Vorwurf auf) Fühle mich von mir selbst betrogen, da ich das nicht gemerkt habe was da läuft, auch viel Schuld suche ich bei mir, habe ich mich falsch verhalten, habe ich ihn zu oft abgewiesen damals....stand er vielleicht nie wirklich auf mich? Werde ich ihm überhaupt jemals genügen können? Ein Teufelskreislauf. Zudem spiele ich von Zeit zu Zeit mit dem Gedanken alles hinzuschmeissen. (Er auch). Weil wir da nicht so leicht rauskommen. Fasst er mich mal 3 Tage nicht an, dann zerfrisst mich der Gedanke dass er bestimmt schon wieder.....fasst er mich an dann habe ich im Kopf dass er das nur mir zuliebe macht und eigentlich lieber eine andere hätte. Ich kann mich auch nicht mehr gehen lassen, geschweige denn ich selbst sein. Viel zu gross die Angst dass es ihm wieder nicht gefällt, zu langweilig sein könnte...etc...Und er hat wohl ebenso Druck, Angst zu versagen, nicht zu kommen, keine Ahnung, er spricht ja nicht so viel darüber. Mensch und dabei will ich doch einfach nur genügen, so wie ich bin. Also der ganze Scheiss hat weitaus mehr zerstört als man denken könnte. Ich habe auch keinen Höhepunkt mehr mit ihm. Geht einfach nicht wenn man so viele offene Fragen im Kopf hat (und keine Antworten dazu) und voller Zweifel ist ob man so gut ist wie man ist...oder ob man wieder nicht in der Lage ist ihm zu gefallen. Das ist der nächste Teufelskreislauf, da er schon ansprach dass er sich schlecht deswegen fühlt weil ich nicht mehr komme. Und ich komme nicht weil er mir die Sicherheit nicht gibt dass ich ihm genüge. Dass ich ihm wirklich so gefalle wie ich bin. Dass er wirklich nur mich begehrt...ich brauche das doch dazu. Das ist soooo traurig alles. Ich fühle mich dann wie ein Stück Scheisse und fange an wie wild ausserhalb des Hauses zu flirten, nur um meinen angeknacksten Selbstwert ein klein wenig zu heilen. (nix wildes, nur Bestätigung und ich würde das auch bleiben lassen hätte ich diese Bestätigung des "Genügens" zu Hause. Doch er weiss nicht wie er mir das geben kann, weil er mir nicht zuhört und sich permanent so fühlt als ob ich ihm nur Vorwürfe mache. Daraus schlussfolgere ich dann wieder dass er mich eben nicht begehrenswert findet, sonst würde es ihn ja interessieren. Das geht jetzt schon fast 2 Jahre so. Leichte Besserung aber noch längst keine Sicherheit dass es endgültig vorbei ist.

Doch ich schweife ab, ich wollte auch Dir danken für Deine Erfolgsgeschichte, die man auf jeden Fall als Erfolg werten kann!
Danke RedBlob!
Antworten
#5
Hallo Partnerin,

bezüglich deiner Frage, wie ich es geschafft habe, von der Sucht loszukommen:

Das habe ich noch nicht. Ich habe viele Anläufe unternommen. Letztmals, vor meinem Rückfall vor 11 Tagen, habe ich über 100 Tage geschafft. Hierfür habe ich aber auch Zeit und viele Anläufe gebraucht.

Was deinem Mann glaube ich noch fehlt den Entzug anzugehen ist, zu begreifen, wie weh er dir tut und dass sein geändertes Verhalten wirklich durch die Sucht kommt. Mir kam die Erkenntnis glücklicherweise irgendwann. Retrospektiv betrachtet war ich oft meiner Frau gegenüber ein richtiger Arsch, habe Sie schlecht behandelt und hatte keinerlei Antrieb, irgendetwas mit ihr zu unternehmen. Ich kann von Glück sagen, dass Sie bei mir blieb.

Ich war froh, als ich irgendwann durch Recherchen auf den Trichter kam, dass die Sucht nach Pornos mein Wesen veränderte. Der berühmte "Nebel im Kopf". Zudem gaben mir die Geburten meiner Töchter zusätzlich Motivation. Ich habe mir manches mal vorgestellt, wie erbärmlich es aussehen muss, masturbierend vor dem PC oder TV zu sitzen und wie sehr sich meine Angehörigen dafür schämen würden, wenn sie das sehen.

Alles in Allem habe auch ich noch einen weiten Weg vor mir, aber die Einsicht der Sucht ist der erste Schritt. Leider haben die nicht alle Süchtigen oder bemerken es erst, wenn die Geliebten Menschen die Wesensveränderung nicht mehr ertragen können und gehen.
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=8567]
Antworten
#6
(15.01.2019, 13:16)Partnerin76 schrieb: Weil wir da nicht so leicht rauskommen. Fasst er mich mal 3 Tage nicht an, dann zerfrisst mich der Gedanke dass er bestimmt schon wieder.....
Hallo,
ich bin eine Frau und in genau der gleichen Situation, nur dass es schon viel viel länger so geht, wobei ich immer mal wieder, tatsächlich sehr lange, glaubte, es wäre vorbei. Ich verstehe Dich gut, bin froh, dass Du gefragt hast und bin gespannt auf weitere Antworten, weil meine Fragen sind ähnlich.

Ich wollte nur spontan was zu dem "fasst er mich mal 3 Tage nicht an" schreiben. Bei mir ist es so, dass das einzige Barometer, das ich bisher zur Verfügung hatte das war, wie es im Bett lief. Lief zu wenig bis nichts, dann kam wieder das Grübeln und die Unsicherheit. Dass man irgendwann eben nicht mehr einfach vertrauen kann, ist doch klar. Mir zumindest wurde immer nur versprochen, das würde aufhören. Er hat es aber nur besser versteckt. Ich glaube mittlerweile, dass die einzige Möglichkeit wäre, wieder als Paar zu funktionieren, wenn man als Frau tatsächlich eine Überwachungsmöglichkeit auf PC und Handy vom Mann von sich aus angeboten bekommen würde. Wenn sich dann ein unguter Gedanke einschleicht, dann kann man nachschauen, ob da was war. Ich bin auch Niemand, der irgendjemanden überwachen möchte, aber wie soll ich anders wieder Vertrauen aufbauen? Und ohne Vertrauen geht es nicht! Nachdem ich aktuell tatsächlich so weit war und alles beenden wollte (seit 26 Jahren ein Paar), eine Auszeit wollte, hat sich was in seinem Kopf bewegt. Er hat mir genau das angeboten. Ob das alleine jetzt noch reicht, weiß ich nicht, dazu bin ich viel zu durcheinander und habe selber psychische Probleme entwickelt. (Ich kaufe z.B. sexy Klamotten ein und wenn ich es anprobiert habe, schicke ich alles wieder zurück. Total ambivalent.) Aber es wäre vielleicht ein Ansatz. Bekommen habe ich allerdings noch nichts, ist aber auch erst kurz her. Ich weiß im Moment auch nicht mal mehr, ob ich dem dann trauen kann, weil er kennt sich mit PC halt einfach aus. Weil meint er es ehrlich, spricht ja auch nichts dagegen, der Frau diese Sicherheit zu bieten und was für die Beziehung zu tun. Meint er es nicht ehrlich, wird er Ausreden finden.  
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#7
Ich wollte hier mal ein großes Dankeschön hinterlassen!!! An die Dame, die den Beitrag erstellt hat: Du bist nicht alleine...Es fühlt sich so furchtbar an. Das Selbstwertgefühl ist im Keller. Man versucht gegen die Frauen anzukämpfen, aber man kann es nicht. Mein Mann leidet schon sehr lange unter der Sucht und es ist einfach furchtbar schmerzhaft. Wenn mein Mann mit mir intim würde, habe ich immer gespürt wie sehr er mich vergleicht und es in seinen Augen falsch mache. Er war teilweise richtig sauer auf mich. Er ist dazu auch noch psysisch krank und hat angeblich seit Monaten keine Libido mehr. Anstatt zu seiner Frau zu gehen, hatte er einen Rückfall. Du bringst die Gefühle auf den Punkt und bist damit nicht alleine!

An die Männer hier (und sicher auch ein paar Mädels): Ihr seit wunderbar. Ihr kämpft gegen eure Sucht und ich kann mir vorstellen wie hart das sein muss. Ihr seit so stark und ich wünsche euch allen noch ganz viel Erfolg bei eurem Weg aus der Sucht. Wie ihr euch über jeden "Pornofreien Tag" freut und auch oft ganz lieb über eure Frauen redet ist Wahnsinn. Ich wünschte mein Mann würde sich so ins Zeug legen. Danke!  Heart
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#8
Danke für Eure Antworten!
Leider ist der Karren hier extrem verfahren. Mein Mann hat alle elektronischen Geräte aus seinem Leben verbannt, er schaut keine Pornos mehr und ich glaube ihm das auch. (Masturbation weiss ich nicht genau...)
Das Problem ist vielmehr dass wir NACH der Sucht auf keinen grünen Zweig mehr kommen, weil er nicht verstehen will oder kann was da genau kaputt gegangen ist.
Vielleicht schauen hier im Forum ja auch Männer herein, die sich hier nicht anmelden und vielleicht einfach mal so aus reiner Neugier schauen was Pornosucht, bzw. Masturbationssucht eigentlich ist und was es macht. Aus diesem Grunde möchte ich nochmals darstellen was kaputt gehen kann....für all die Männer die das vielleicht verstehen können, wollen oder möchten. Meiner kann es einfach nicht und mir bricht das Herz deswegen.
Mein Mann ist ganz sicher nicht mehr Pornosüchtig, das hat er wohl erfolgreich überstanden. Aber die Auswirkungen habe ich eben erst noch erfahren. Heute mittag noch war ich voller Hoffnung dass es möglich ist das Thema ein für alle mal zu beerdigen, doch jetzt sitze ich wieder mal da und weine, weil ich von meinem eigenen Mann nicht verstanden werde.
Es tut so weh. Die Hoffnung ist dahin. Und er haut immer wieder in dieselbe Kerbe. Und merkt es gar nicht.
Durch diese jahrelangen Vergleiche, die sexuelle Unzufriedenheit meines Mannes mit mir, dem verletzenden Verhalten der letzten 10 Jahre war mein Selbstwert sexuell als Frau so im Keller dass ich dachte all das muss an mir liegen. Ich scheine die Oberniete zu sein dass ich nicht in der Lage bin meinen Mann zu befriedigen. Ich will Euch erklären was das auslösen kann. Wie genau die Ehe zerstört wird davon. Es gibt ja verschiedene Arten mit zerstörtem Selbstwert umzugehen. Die einen vergraben sich in Selbstmitleid, die anderen trennen sich einfach und dann gibt es noch eine 3. Spezies, die sensiblen die für Liebe einfach alles machen, sich verbiegen, gefallen wollen... und die kommen auf die verrücktesten Ideen. Bei mir war das so. Als ich herausfand dass der Mann, den ich liebte, der Vater meiner Kinder, der verlässliche Ehemann den ich zu kennen glaubte, offenbar nicht mehr auf mich stand und sich täglich zu irgendwelchen Fantasiefrauen befriedigte habe ich mich sehr gedemütigt gefühlt. Wut, Trauer, Hass, Rachegelüste, Selbstzweifel mündeten in eine Depression unter der ich noch heute zu leiden habe. Ich weiss nicht genau was das ist, was so schmerzt. Ist es der Betrug, die jahrelangen Lügen deswegen , ist es das süchtige Verhalten das einen wirklich zum Arschloch werden lässt, ist es die Erkenntnis dass die grosse Liebe eben doch nicht existiert...keine Ahnung, vermutlich eine Mischung aus all dem zusammen. Auf jeden Fall brachte mich der Schmerz so weit dass ich mich einfach nur danach sehnte von EINEM MENSCHEN auf der Welt komplett angenommen , komplett geliebt zu werden. Also genau das zu empfinden, was die Pornos, die Wixxerei mir kaputt gemacht haben. Ich schreib es nochmals ganz genau damit es verstanden wird: Für einen Menschen auf der Welt nicht austauschbar zu sein, sexuell und menschlich. DIE EINE zu sein. Egal was kommt. Einen Menschen zu haben der sich - komme was wolle, egal welche Versuchung - sich immer für mich entscheidet. Und gegen alle anderen.
Klingt ja wie im Märchen....und es tut verdammt weh zu erkennen dass es das auch ist. Ein Märchen. Und trotzdem sehne ich mich danach wie niemals zuvor. Es hat mit der Pornosache zu tun....niemals davor hatte ich eine solche rosarote Einstellung. Das ist erst seit dem ich so verletzt wurde. Durch das Verhalten meines pornosüchtigen Mannes.
Ich habe also aktiv gesucht...nach Liebe. Und tat es ihm gleich, im Netz auf Dating Seiten. Niemals bin ich von Grund auf die Person die auf schnellen Sex steht. Ich bin es einfach nicht. Ich suche doch nur nach meinem Prinzen. Der, der mich so liebt wie ich bin. Ich habe ja eigentlich das Gegenteil davon gesucht was diese Seiten so versprechen. Keine Ahnung war es vielleicht Trotz? Rache? Ich habe mich also auf diversen Seiten angemeldet, mich mit einigen Männern getroffen um ein klein wenig Bestätigung zu erhalten. Sex hatte ich nicht, ich habe Rückzieher gemacht als es darum ging ein Hotelzimmer zu buchen. Weil ich ja schon im Internet war und mit einschlägigem Klientel gechattet habe , kamen recht bald Anfragen von den Männern in Richtung Begleitung Swinger Club.....Cuckholding...ihr kennt das bestimmt....
Ich fand Gefallen an den Fantasien und habe das für mich im Kopf weitergesponnen.
Als mein Mann dann wunderbarerweise emphatisch wurde, mit den Pornos und der Masturbation aufhörte, hatten wir viele gute Gespräche. Ich habe ihm das gebeichtet, einfach weil ich ehrlich sein wollte und ihm aufzeigen wollte wie weit mich diese Verletzung getrieben hatte. Ich wollte einen ehrlichen Neuanfang und mir war bewusst dass das nur geht wenn ab sofort totale Ehrlichkeit auf beiden Seiten herrscht. Also habe ich ihm auch diese Fantasien gebeichtet....und die harmlosen Treffen mit den Männern. Er war überraschenderweise null Komma null geschockt oder eifersüchtig.
Kurzfristig war das Reden über solche Fantasien für uns beide ein Mega Kick. Langfristig allerschlimmste Tristesse bei mir. Alles nochmals schlimmer geworden.
Er fand die Vorstellung Gangbang, Wifesharing usw. extrem geil. Er kann sich vorstellen mich zu teilen. Mir bricht das Herz. Wieder diese Kerbe, die so schmerzt. Niemals könnte ich teilen was ich liebe und begehre.
Ich will ihm nichts vorwerfen, schliesslich war ich ja diejenige die mit diesen Fantasien rausrückte. Doch ich bin mir da ganz sicher dass ich niemals solche Dinge vorgehabt hätte, wäre das mit der Pornosucht nicht gewesen. Ich wollte mich einfach nur mal wieder begehrt fühlen und habe mich von den Angeboten dazu im Netz fangen lassen. Und ja, vielleicht wollte ich ihm diesen Schmerz ein klein wenig heimzahlen. Doch ihm tut das nicht weh, die Vorstellung dass ich mit anderen Männern Sex habe macht ihn an. Ich bin sozusagen nicht wirklich viel besser gewesen als er. Doch ich habe aus Schmerz heraus gehandelt. Mein Wunsch war dass er mich endlich wieder wahr nimmt. Ich wusste ja selbst nicht mehr auf was ich nun wirklich stehe.
Auf jeden Fall machte seine Reaktion darauf alles nur noch schlimmer, viel schlimmer. Denn es zeigte mir genau dasselbe was die Pornos auch gemacht haben: ICH BIN SEXUELL KOMPLETT ERSETZBAR für ihn. Es ist für mich so keine Ehe. Nix richtiges. Keine echte Liebe. Was soll ich denn nur machen wenn ich die Welt so rosa sehe ? Für mich gehört diese sexuelle Exclusivität zueinander unbedingt zur Liebe dazu. Und er trennt das komplett. Es ist für mich einfach das BINDEGLIED. Alles andere wäre Freundschaft. Ich wünschte so sehr ich könnte das alles lockerer sehen. Es geht aber nicht. Es scheint fest verankert zu sein in mir - Sex und Liebe.....das gehört unweigerlich zusammen.
Diese Fantasien habe ich begraben. Ich denke nicht mehr daran. Bis vor ein paar Tagen.
Nachdem wir (schönen) Sex hatten kam er wieder und nörgelte. Bzw. er teilte mir mit dass er sich unbegehrt fühlte weil ich nicht so deutliche Zeichen senden würde wie er sich das vorstellt. (stimmt nicht, er sieht diese Zeichen nur einfach nicht) Zudem sagte er wieder diese verletzenden Dinge wie : Du siehst immer gleich aus...(keine Ahnung , was er genau meint, ich sehe aus wie ich eben aussehe und will genau deswegen begehrenswert sein, einfach weil man mich liebt wie ich bin!!!! Und ich ziehe mir auch schon mal Dessous an...etc..) Es fiel noch ein Spruch : Jeden Tag Kaviar ist auf Dauer so langweilig, das mag ich dann einfach nicht mehr. Das brachte mich dann endgültig zum weinen. Er fragte dann nach warum ich weine und ich sagte dann dass ich mich total unbegehrt fühle wenn er so redet. Und mir immer wieder solche Vorwürfe macht...ich wollte ihm erklären dass ich so niemals mehr einen Höhepunkt haben kann und dass das alles nur immer noch schlimmer macht. Denn ich will doch endlich dass er mir zeigt dass ich die EINZIGE für ihn bin. Und dass ich GENÜGE, so wie ich bin. Dass er endlich einmal im Leben zufrieden ist mit dem was er hat. Glücklich ist und mich festhalten will...das wünsch ich mir. Doch er verstand das nicht, hat wieder alles als Vorwurf aufgefasst usw. Irgendwann sagte ich dann: Dann gehen wir einfach in einen Swinger Club und ich habe endlich mal wieder Bestätigung. Es dürfte doch klar sein dass ich das nicht ernsthaft wollte. Dass ich ihn doch damit nur aus der Reserve locken wollte, damit er merkt WAS GENAU mir fehlt.
Wir sind dann schlafen gegangen.
Am nächsten Tag kam er früher von der Arbeit. Sagte er habe seit Mittags schon einen Dauerständer...
Er hat so schön für Stimmung gesorgt, mit Sekt, mit Kerzen. Wir haben miteinander geschlafen. Im Anschluss griff er den Gedanken Swinger Club auf.
Was soll ich sagen. Er sagte er hat gegoogelt in der Mittagspause. Und es hat ihn total spitz gemacht. Die Vorstellung ich mit anderen Männern. Und natürlich wolle er auch nicht leer ausgehen.
Ich kann nicht wirklich weiterschreiben ... könnt ihr Euch vorstellen was das in mir ausgelöst hat? Er versteht die Welt nicht mehr, ist nun stinksauer da es ja meine Idee gewesen wäre und fühlt sich so als ob ich nun ihn als Schwein hinstelle weil ich weinen musste als die Rede davon war dort auch Kontakt mit anderen zu haben. Er sagte er könne nicht die Hand dafür ins Feuer legen dass er da nicht auch schaut oder mehr macht, er wolle nicht leer ausgehen wenn ich dort mit anderen Männern zugange wäre. Ich habe gefragt ob es ihm denn tatsächlich nichts ausmachen würde mich so mit anderen zu sehen und er meinte: seltsamerweise nicht, es macht mich an.
Dieser Dauerständer war also wegen des SwingerClubs. Die Vorstellung des Wifesharings, die Fantasien dass er da mit anderen Frauen ....
Und für kurze Zeit dachte ich dumme Kuh tatsächlich die Kerzen auf dem Nachttisch brennen für mich. Für seine Leidenschaft für MICH. Er begehrt nicht mehr mich, es sind wieder Fantasien. Fantasien mit anderen Leuten. Nicht wir beide. Davon bekommt er keinen Ständer mehr. Es sind immer wieder Dinge von aussen, die er zulässt, anstatt zu sehen dass das so nichts mehr wird. Der Sex war nicht aus Liebe. Nicht mal wegen mir. Ich war wieder nur Werkzeug für Fantasien. Und nur wegen dieser Fantasien gab es heute Sex und eine zuverlässige Erektion. Ich würde mir so sehr wünschen dass er sich rebootet, ich meine damit auch im Kopf. Dass er reflektiert dass Sex so nicht geht. Dass es um UNS BEIDE gehen soll. Nicht um Fantasien. Dass Sex mit Liebe keine Erwartungen hat. Verdammt noch mal, das könnte so schön sein. Und er kann es einfach nicht.
Ich will das so nicht mehr haben. Versteht er denn wirklich nicht dass ich SEINE SICHERHEIT BRAUCHE dass es um MICH geht? Um uns beide? Er kann es nicht. Er ist vermutlich abgestumpft auf Lebenszeit.
Ich bin so unendlich traurig. Hoffnungslos. Ich weiss nicht mit wem ich reden kann. Mein Mann mit dem ich noch vor wenigen Stunden gekuschelt habe, liegt nun schlafend im Bett und meine Tränen sind ihm zuwider. Er versteht die Welt nicht weil er denkt er macht doch alles für mich...Blumen kauft er...etc...
Ich will doch nur dass er sich FÜR MICH entscheidet. Mit seinem Herzen und seinem Trieb. Auf die Blumen könnte ich am ehesten verzichten. Ich will mich nicht mehr verbiegen müssen für einen Mann dem ich offenbar nichts wert bin. Der mir vorwirft immer gleich auszusehen...anstatt zu lieben wie ich eben bin, eben weil ich so aussehe. Der mich allen Ernstes teilen könnte und mir zumuten würde zuzuschauen wie er erregt wird bei dem Anblick anderer Frauen. Das ist ja eh schon mein Trauma. Er träumt also davon fremde Haut zu spüren anstatt um uns zu kämpfen. Und er lässt es zu, es erregt ihn.

Ich muss versuchen rauszufinden ob das alles noch Sinn macht. Ich habe mich für ihn schon so weit verbogen und er kommt mir nicht entgegen. Es wird ja immer noch verletzender. Auch ohne dass er Pornos schaut .Ich zerbreche grade daran.

Er schaut wirklich keine Pornos mehr, das sind die Auswirkungen auf Lebenszeit....Sex und Liebe komplett trennen zu können. Ich fühle mich so ungeliebt ich kann es Euch gar nicht sagen. Verletzt, gedemütigt, unattraktiv.

Er wird sich wegen dem Abend jetzt nicht entschuldigen, er versteht den Schmerz nicht. Für ihn bin ich jetzt die Schuldige, die den Abend gecrashed hat. Nur weil ich traurig bin weil mein Mann mich teilen will , selbst den Wunsch verspürt nach anderen Frauen, zumindest sagte er er wolle da auch nicht leer ausgehen...und ich wünsche mir so dass er sich FÜR MICH UND GEGEN ALLES ANDERE entscheidet...und er macht alles kaputt. Ich habe doch schon verziehen dass er jahrelang viel mehr Sex mit Fantasiefrauen als mit mir hatte...und nun das. Ich werde nie die Einzige sein , nie genügen. Ich habe wieder mal kein Vertrauen, nach einem Abend an dem ich dachte es geht um mich. Wieder kaputt alles.  

Schlaft gut.

(15.01.2019, 18:53)Sally schrieb:
(15.01.2019, 13:16)Partnerin76 schrieb: Weil wir da nicht so leicht rauskommen. Fasst er mich mal 3 Tage nicht an, dann zerfrisst mich der Gedanke dass er bestimmt schon wieder.....
Hallo,
ich bin eine Frau und in genau der gleichen Situation, nur dass es schon viel viel länger so geht, wobei ich immer mal wieder, tatsächlich sehr lange, glaubte, es wäre vorbei. Ich verstehe Dich gut, bin froh, dass Du gefragt hast und bin gespannt auf weitere Antworten, weil meine Fragen sind ähnlich.

Ich wollte nur spontan was zu dem "fasst er mich mal 3 Tage nicht an" schreiben. Bei mir ist es so, dass das einzige Barometer, das ich bisher zur Verfügung hatte das war, wie es im Bett lief. Lief zu wenig bis nichts, dann kam wieder das Grübeln und die Unsicherheit. Dass man irgendwann eben nicht mehr einfach vertrauen kann, ist doch klar. Mir zumindest wurde immer nur versprochen, das würde aufhören. Er hat es aber nur besser versteckt. Ich glaube mittlerweile, dass die einzige Möglichkeit wäre, wieder als Paar zu funktionieren, wenn man als Frau tatsächlich eine Überwachungsmöglichkeit auf PC und Handy vom Mann von sich aus angeboten bekommen würde. Wenn sich dann ein unguter Gedanke einschleicht, dann kann man nachschauen, ob da was war. Ich bin auch Niemand, der irgendjemanden überwachen möchte, aber wie soll ich anders wieder Vertrauen aufbauen? Und ohne Vertrauen geht es nicht! Nachdem ich aktuell tatsächlich so weit war und alles beenden wollte (seit 26 Jahren ein Paar), eine Auszeit wollte, hat sich was in seinem Kopf bewegt. Er hat mir genau das angeboten. Ob das alleine jetzt noch reicht, weiß ich nicht, dazu bin ich viel zu durcheinander und habe selber psychische Probleme entwickelt. (Ich kaufe z.B. sexy Klamotten ein und wenn ich es anprobiert habe, schicke ich alles wieder zurück. Total ambivalent.) Aber es wäre vielleicht ein Ansatz. Bekommen habe ich allerdings noch nichts, ist aber auch erst kurz her. Ich weiß im Moment auch nicht mal mehr, ob ich dem dann trauen kann, weil er kennt sich mit PC halt einfach aus. Weil meint er es ehrlich, spricht ja auch nichts dagegen, der Frau diese Sicherheit zu bieten und was für die Beziehung zu tun. Meint er es nicht ehrlich, wird er Ausreden finden.  

Hallo Du! 

Das tut mir leid dass auch Du durch den Scheiss musst. Aber weisst Du, selbst wenn es "vorbei" ist, ist es nicht vorbei. Diese Zweifel werden wohl immer bleiben. Ich habe die Möglichkeit des Überwachens bekommen, er hat sein Handy vor meinen Augen zertrümmert. Mir jede freie Minute gewidmet. Passwort vom Laptop gegeben...Und vorbei war der Albtraum deswegen nicht. Hätte er weiterhin das Handy, wären wir kein Paar mehr, die Familie wäre nicht mehr da. Es hat mich ja so schon total krank gemacht, wäre es weitergegangen wäre die Familie zerbrochen daran dass ich irgendwo eingeliefert worden wäre. Es kann nur wieder gut werden wenn er das Einsehen hat was zu ändern und damit meine ich das komplette Einsehen. Handy, PC...da alles muss für Dich einsehbar sein (ich habe Freundinnen die genau das bitter beklagen, diese Heimlichtuerei mit den Smartphones crashed echt alles). 

Er muss den Schmerz genau verstehen den er Dir damit zugefügt hat. Nur dann kannst du verzeihen. Nur wenn er es schafft dass er Dir zeigt dass er sich ernsthaft geändert hat. 


Er muss es hinbekommen Dir wieder das Gefühl zu geben die wirklich EINZIGE für ihn zu sein. Er muss zeigen können dass er Versuchungen GERNE Wiederstehen kann, weil er Deinen Wert erkennt. Das ist der Schlüssel. Dieses Gefühl hat er schliesslich mit Füssen getreten. Ob er armes Opfer der Pornoindustrie ist oder nicht, DU musst ja verzeihen . Und wenn Du ihm was wert bist, wird er einfach ALLES machen dass Du das kannst. 


Und man muss als Pornosüchtiger wohl lernen neue Werte zu definieren. Das finde ich ganz wichtig! Durch Pornos ist das so intus dass man Sex und Liebe trennt....das macht doch jede Ehe früher oder später kaputt. Das zerstört Familien. Sex ist ein wesentlicher Bestandteil einer Ehe, Beziehung. Freundschaft, etc...das kannst du mit vielen haben. Aber Sex sollte sich auf EINEN MENSCHEN beziehen den man liebt. Wenn man darauf trainiert ist das jederzeit mit jeder Frau, mit jeder Fantasie haben zu können, fällt doch dieses Bindeglied schon mal weg. Die Ehe steht auf wackligem Fundament. Und meist hängen Pornosüchtige nicht in dem Masse an ihrer Ehe in dem man daran hängen sollte. Warum auch, Sex ist geiler mit Fantasie, einfacher, man muss nix dafür tun und bekommt den Orgasmus quasi umsonst. Und nicht zu vergessen, Pornos, Fantasien etc...lassen die eigene Frau immer unattraktiv erscheinen. Das spürt die Frau und der Teufelskreislauf ist perfekt. Unzufriedene Frau...Nörgeleien...Streitereien....Gleichgültigkeit...und am Ende heisst es : Wir haben uns auseinandergelebt. Oder auch: Einer hat sich plötzlich neu verliebt....und keiner merkt was das eigentliche Problem war. Ich glaube dass es bei ganz vielen Trennungen so ist dass Pornos, bzw. zu häufige Masturbation dazu geführt haben. 
 
Man sollte sich besinnen auf das was man hat, oftmals ist es sehr wertvoll und man erkennt den Wert erst wenn man verloren hat.....doch was schreibe ich...DU weisst das ja alles. Dir gehts ja wie mir. Was ist mit unseren Männern nur los....es gab doch die Zeit in der wir es nie für möglich hielten dass sie uns mal traurig machen.....und dann kamen die Pornos, Die Fantasien und unsere Männer sahen uns und unsere Bedürfnisse einfach nicht mehr....

Hier gibt es so viel traurige Geschichten. 
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#9
(15.01.2019, 19:07)Marina1988 schrieb: Ich wollte hier mal ein großes Dankeschön hinterlassen!!! An die Dame, die den Beitrag erstellt hat: Du bist nicht alleine...Es fühlt sich so furchtbar an. Das Selbstwertgefühl ist im Keller. Man versucht gegen die Frauen anzukämpfen, aber man kann es nicht. Mein Mann leidet schon sehr lange unter der Sucht und es ist einfach furchtbar schmerzhaft. Wenn mein Mann mit mir intim würde, habe ich immer gespürt wie sehr er mich vergleicht und es in seinen Augen falsch mache. Er war teilweise richtig sauer auf mich. Er ist dazu auch noch psysisch krank und hat angeblich seit Monaten keine Libido mehr. Anstatt zu seiner Frau zu gehen, hatte er einen Rückfall. Du bringst die Gefühle auf den Punkt und bist damit nicht alleine!

An die Männer hier (und sicher auch ein paar Mädels): Ihr seit wunderbar. Ihr kämpft gegen eure Sucht und ich kann mir vorstellen wie hart das sein muss. Ihr seit so stark und ich wünsche euch allen noch ganz viel Erfolg bei eurem Weg aus der Sucht. Wie ihr euch über jeden "Pornofreien Tag" freut und auch oft ganz lieb über eure Frauen redet ist Wahnsinn. Ich wünschte mein Mann würde sich so ins Zeug legen. Danke!  Heart


Liebe Marina,

Danke auch an Dich! Ich habe viel darüber gelesen und weiss dass so ziemlich jede betroffene Frau denselben Schmerz spürt. Bei manchen Männern scheint das nicht so anzukommen, bzw. es gibt immer noch so oft diese Einstellung dass Pornos doch keinem weh tun...(haha!) jeder schaut sie....ist doch besser als fremdgehen (mein most hated Argument!) und dass das doch echt jeder Mann macht (stimmt auch nicht).
Das mit dem sauer sein kenne ich leider auch. Auch ohne dass man das weiss mit den Pornos, die Zeichen sind so verletzend dass man das einfach spürt. Jahrelang dachte ich mit mir stimmt was nicht....ich habe mich nicht geliebt gefühlt. Ich konnte meinen Mann nicht befriedigen, jahrelang. Ich konnte mit keinem darüber reden. Ich habe alles in mich reingefressen, es gab damals dieses Forum noch nicht und bis vor wenigen Jahren fand man im Netz nichts darüber. Das war grauenhaft. Und selbst heute noch, (ohne Pornos) ist er nicht richtig zufrieden. Er sagt es sogar manchmal unverblümt....das tut verdammt weh. Ich weiss nicht wie ich genau sein müsste dass er endlich mal zufrieden ist, aber ich weiss er ist nicht zufrieden mit mir. Jedes Mal kommt was anderes...entweder meine Mimik / Gestik ist nicht so wie er sich das erträumt, oder ich bin zu "gleich" , oder ich habe immer dasselbe an (ich habe einen Klamottentick, Dessous sind auch genügend vorhanden...also das Argument stimmt so nicht) das sind alles hanebüchene Aussagen von einem Mann der nicht zufrieden ist mit dem was er hat. Der nicht zu schätzen weiss , der mehr will...immer neues....wie im Porno. Der einfach viel zu viel gesehen hat. Viel zu viele Orgasmen mit viel zu vielen verschiedenen Frauen hatte. Klar, für uns Frauen heisst das schlichtweg: er liebt mich nicht...er begehrt mich nicht. Letzteres stimmt wohl leider oft, aber das Begehren wäre ja da, ohne die Pornos und Fantasien die dadurch entstehen. Sehr schade dass Pornos nicht nur das Sexleben der Konsumenten kaputt machen, sondern unseres noch dazu und vom Selbstwert braucht man gar nicht zu reden. Ich habe das Gefühl dass wir Frauen darunter weitaus mehr leiden als die Betroffenen 1.Grades. Ganz zu schweigen von den Kindern, die wegen dem Scheiss zu Scheidungskindern mit lebenslangem Knacks werden. Mein Gott, wo führt das noch hin.

Ich will noch kurz einwerfen (wird bestimmt bei Dir auch so sein): das hier ist ein Pornosuchtforum, ich beschreibe hier die Problematik meiner Ehe bzgl der Pornosucht/Masturbation...Fantasien... Ausserhalb dieses Themas habe ich einen tollen Ehemann. Einen guten Freund an meiner Seite. Wollte ich nur mal so gesagt haben. Sonst könnte man ja denken ich hätte ein Rad ab dass ich mir sowas gebe. Es gibt auch viele schöne Seiten.....doch das Thema Sex gehört leider nicht dazu.
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#10
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass das Bild der Frau und der Sexualität in der "Realität" sich durch die Sucht ganz oft komplett verändert. Die Polizisten, Lehrerin, Prostituierte, dick, dünn, blond, rot.. Das alles haben sie innerhalb weniger Minuten. Wie soll man da konkurrieren? Ich habe von mal zu mal gemerkt, dass ich immer härter agieren muss, damit er kann. Normales ausziehen hat da irgendwann nicht mehr gereicht. Er wurde manchmal richtig grob, wenn er gemerkt hat, dass eine gewisse Praktik nicht genauso funktioniert, oder aussieht wie im Film den er sich ne Stunde vorher angeschaut hat. Das ist entwürdigend! Allerdings habe ich jetzt schon von einigen Jungs hier gehört, dass sie nach mehreren Wochen ohne Konsum ihre Frau erst wieder richtig spürten. Das ist super und vielleicht sind unsere Männer nur Einzelfälle, bei denen das gesamte Bild der Sexualität nun einfach geschädigt ist? Ich glaube dir, dass dein Mann ganz tolle Eigenschaften hat und sicherlich in vielen anderen Dingen ein guter Partner ist. Es ist allerdings natürlich die Frage, ob man damit Leben kann, oder sollte. Eine gesunde, schöne Partnerschaft ist ja schon sehr wichtig. Auf Dauer jedenfalls schon. Man geht einfach selbst daran kaputt. Aber wie gesagt..Größten Respekt an die Jungs hier, die hier so kämpfen und sich nicht mit der Sucht abfinden.
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