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ein neuer Anfang
#31
Das Wetter wird schöner. Aus meinem Wohnzimmerfenster kann ich zu den Nachbarn in den Garten schauen. Das Gefühl, heimlich mal schauen zu wollen, meldet sich. Nicht stark, aber es ist da. Diese Heimlichkeit kenn ich vom Pornoschauen: Nur Beobachter sein. Alles unter Kontrolle haben. Hier tut sich ein Lernfeld auf: Gesund bin ich dann, wenn ich mich auch dann beherrschen kann, wenn keiner hinsieht bzw. ich allein bin.
25 pornofreie Tage. Das kann gern so weitergehen.
4 Reboots: 210 / 110 / 121 / 139+ Tage pornofrei. Ziel: Freiheit ohne Rückfälle.
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#32
(16.04.2019, 17:43)Thomas schrieb: Das Wetter wird schöner. Aus meinem Wohnzimmerfenster kann ich zu den Nachbarn in den Garten schauen. Das Gefühl, heimlich mal schauen zu wollen, meldet sich. Nicht stark, aber es ist da. Diese Heimlichkeit kenn ich vom Pornoschauen: Nur Beobachter sein. Alles unter Kontrolle haben. Hier tut sich ein Lernfeld auf: Gesund bin ich dann, wenn ich mich auch dann beherrschen kann, wenn keiner hinsieht bzw. ich allein bin.
25 pornofreie Tage. Das kann gern so weitergehen.

Sehen und gesehen werden! - Das ist mein aktuelles Lernfeld: eben nicht heimlich, also pornografisch, beobachten, sondern Sehen und gesehen werden, also im Sinne von Kommunikation. Also nicht wegschauen, wenn man angesehen wird, sondern - und wenn nur für einen Moment - dem Blick "standhalten". Das bietet ungeahnte, portofreie, Glücksmomente!
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#33
Richtig, HansG!
Heimlich schauen, alles unter Kontrolle haben, das ist Gewöhnung seit meiner Pubertät. Am Strand mit dem Fernglas Frauen beobachten. Heimlich Onkels Bildzeitung anschauen. Nachbarin beim Sonnenbaden beobachten. Später dann heimlich Pornohefte kaufen. Bzw. im Internet Pornos schauen. Hauptsache heimlich. Unter Beobachtung hätte ich das alles niemals getan.
Ja, diese Heimlichkeit hat meine Sucht erst möglich gemacht.
Ein Schritt nach vorne, den ich als Tipp für alle weitergeben kann, war, dem Schreibtisch mit dem PC einen neuen Platz zu geben. Jetzt steht er direkt vor dem Wohnzimmerfenster, quasi in der Öffentlichkeit vor den Augen der Nachbarn. Blickdicht wird es nur durch ein lautes altes Rollo. Das tagsüber zu schließen, wäre das Gleiche wie einen Zettel ans Fenster zu hängen: "Schaue heimlich Pornos."
An diesem Rechner läuft seit dem Umbau nichts mehr, schon fast ein Jahr. Öffentlichkeit hilft!
TV schaue ich nicht mehr allein. Klappt super.
Bleibt das Handy. Da muss ich noch lernen.

Gruß an alle, auch die stillen Mitleser!
Thomas
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#34
Hey Thomas!

Wahre Worte. Die Heimlichkeit ist meiner Meinung nach ein großer Aspekt der Pornosucht. Das ist wahrscheinlich auch ein Grund für die ED von vielen Konsumenten. Wenn man auf einmal mit einer echten Frau im Bett liegt, ist man nicht mehr sicherer Beobachter. Man ist mitten im Geschehen, muss auf seine Partnerin achten, wird gesehen. Dadurch entfernt man sich aus seiner "Wohlfühlzone".

Öffentlichkeit in Alltagssituationen, um eine neue Wohlfühlzone zu lernen, ist auf jeden Fall hilfreich für die Abstinenz. Smile

RedBlob
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#35
Hallo Thomas
Meine Problemzone ist der PC am Arbeitsplatz, da ich alleine arbeite.
Zu Hause und in der Freizeit bin ich safe.
Handy ist keine Gefahr, das kleine Display animiert nicht.

Rollo und Heimlichkeit sind bekannte Stichworte.
Ich habe auch begonnen mich sichtbar zu machen, denke das ist eine gute Strategie.

LG
phoenix
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#36
Morgen ist Ostern, und damit Tag 30 erreicht.
Irgendwie passend. Ein neuer Anfang, ein freies Leben, das ich als Geschenk sehe.
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#37
Tag 32. Wieder ein Drittel der 90 Tage hinter mir. Wenig Probleme bei diesem Anlauf. Das Problem war vor allem das Wieder-Anfangen. Kennen die meisten. Bei der momentanen Sonne ergeben sich draußen ungewohnte Ansichten. Und schon ein Mädel im weißen T-Shirt (das ja nichts für meine Sucht kann) ist für mich eine Herausforderung. Wegschauen? Nein, muss es ja lernen, diesen richtigen Blick. Von oben bis unten anschauen? Nein, steht mir nicht zu. Ins Gesicht schauen? Ja, aber nicht zu lang, sonst denkt sie ja sonst was. Mann, ist das eine Herausforderung, normal mit Passanten umzugehen! :-)
Ich übertreibe ein bisschen. Aber dieses Szenario spielt sich momentan in meinem Kopf ab. Innerhalb von Zehntelsekunden. Ich hoffe, das wird noch normaler. Aber ein Grund für meine Rückfälle war der, dass ich diese Achtsamkeit habe schleifen lassen. Für viele ist dieser Bereich kein Problem, für mich ist es (bisher) ein stetiges sexuelles Aufladen (gewesen), das sich - zu Hause in geschützter Einsamkeit - dann mit Internetpornographie entladen hat.
Die großen Triggerbereiche (Frust, Langeweile, Einsamkeit, hinter mir liegende Erfolge, die "belohnt" werden wollen usw.) sind momentan ganz gut im Griff. Deshalb gehe ich gerade mal an die "Einstiegsdrogen", die seit Jahrzehnten jeden Sommer da sind.
Da muss es doch einen normalen Umgang geben...

Gruß an alle
Thomas
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#38
Hi Thomas,

du beschreibst da ziemlich gut auch meine Gefahrenquelle. Meine momentane Vorgehensweise sieht genauso aus wie bei dir. Den Porno habe ich gut im Griff. Habe kein Verlangen mir einen Porno anzuschauen. Aber diese "kleinen" Trigger, die möchte mein Gehirn gerne erhaschen. Wie bei dir habe ich diese als große Rückfallverführungen entlarvt.

Ich versuche diese so gut es geht zu meiden, um 90 möglichst reizfreie Tage am Stück zu erreichen. Was danach ist, werde ich dann sehen. Erstmal muss ich dieses Ziel einmal erreichen.

Alles Gute und weiterhin gutes Gelingen!
LG Burnham
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#39
Hey Thomas!

Glückwunsch zu deinen 30 Tagen!

"Wegschauen? Nein, muss es ja lernen, diesen richtigen Blick."

Normalisierung ist wichtig, aber es noch wichtiger, dass man Normalisierung nicht mit Sucht verwechselt.
Meiner Meinung nach ist es so: Alles, was dir länger im Kopf bleiben wird als 5 Sekunden solltest du nicht angucken. Auch wenn es "nur" ein Gesicht ist. Wenn du noch minutenlang über dieses Mädel nachdenkst, ist es meiner Meinung nach ein Trigger.

Alles andere ist ein "normaler Blick". Aber gerade für das bewusste Wegschauen, solltest du dich bewusst innerlich belohnen! Es ist jedesmal ein kleiner, gewonnener Kampf, wenn du etwas ignorierst, was der süchtige Teil deines Gehirns unbedingt angucken will!

RedBlob Smile
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#40
Guter Tipp, danke!
Belohnung fürs Wegschauen. Muss ich mir mal was überlegen.
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