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Ein neuer Versuch
#11
Hallo zusammen,

Es ist passiert. In der Nacht von Freitag auf Samstag hatte ich einen ca. 4 stündigen Rückfall. Habe mich nach einem langen Tag ins Bett gelegt und konnte einfach nicht einschlafen. Dann setzte sich plötzlich der Gedanke in mit fest, ein Sexualpartner könnte mir jetzt Abhilfe schaffen. Also griff ich zum Handy und erstellte ein Konto bei einer Online Dating Plattform. Ich schrieb die ganze Nacht über aber letztendlich ergab sich doch nichts, auch weil ich wieder zu bequem war, für Sex das Haus zu verlassen oder jemanden einzuladen. Da bemerkte ich dann wieder dass es mir nur um den Reiz an sich ging und nicht um den Geschlechtsverkehr. Also machte ich SB und danach ging ich schlafen. Das Konto habe ich bereits wieder gelöscht.

Insgesamt war ich jetzt ca. 4 Tage sauber, was auch schon zwei Tage länger ist als in der letzten Zeit normal war. Ich setze mein Ziel also dahin, das nächste mal zumindest 5 Tage zu schaffen.

Am Morgen nach dem Rückfall fühlte ich mich unerholt, mir brannten die Augen und ich fühlte mich echt scheiße. Gar nicht wegen dem Rückfall selber, sondern einige Stunden nach dem Rückfall ist der Höhenflug vorbei und ich falle in das erste emotionale Loch.

Was ich an Verbesserungspotential sehe:
Potentielle Trigger besser aus meinem Alltag verbannen

Über das Wochenende bin ich zu meiner Familie gefahren, da hatte ich kaum Möglichkeiten Rückfällig zu werden. Danach allerdings würde ich so ziemlich rückfällig, da ich Streit mit einem Freund hatte, was mir ziemlich zu schaffen machte. Hatte heute morgen also noch einen Rückfall und habe jetzt wieder alles gelöscht.

Viele Grüße

JoMi

PS: Es gab mal die Möglichkeit, das Forum über die Tapatalk App auf dem Smartphone einzubinden. Gibt es die Möglichkeit eigentlich noch oder wurde sie aus Datenschutzgründen entfernt? Es war immer ein sehr praktisches Feature.
Antworten
#12
Hallo Zusammen,

heute auf der Arbeit habe ich bemerkt, dass ich sehr anfällig für Dinge bin, auf die mein Belohnungssystem anspriht. Ich habe ständig zum Handy gegriffen um nach neuen Nachrichten zu schauen oder auch am PC News-Seiten durchforstet. Und das alles nur, damit mein Gehirn seinen Dopaminspiegel irgendwie aufrecht erhalten kann. Für mein Gehirn hat das in dem Moment mehr Reiz als die eigentliche Arbeit zu erledigen. Ich bräuchte hier eigentlich mal eine mentale Entgiftungskur, also kompletter Entzug von allem, damit ich meinen Dopaminspiegel mal wieder auf Normalniveau bringen kann.

Auch damit zusammen hängt sicher der "Schleier", den ich heute stark wahrgenommen habe. Damit meine ich dieses Dumpfheitsgefühl, welches man auch hat wenn man besoffen ist, nur dass man die Kontrolle über den Körper noch hat. Nur die Wahrnehmung ist irgendwie betäubt.

Den heutigen Tag habe ich ansonsten gut rumbekommen, Nachmittags hatte ich eine interessante Besprechung und hatte den Abend in Gesellschaft verbracht. Jetzt bin ich so müde, dass ich gleich ins Bett gehe.

Ich versuche in den nächsten Tagen meine Dopaminzufuhr etwas zu reduzieren:
Mein Smartphone ist schon relativ gut abgesichert, jedoch versuche ich hier noch etwas weiter einzuschränken, damit ich nicht andauernd als Ersatzhandlung auf News-Seiten surfe o.ä. Zudem versuche ich meinen privaten Smartphone-Konsum während der Arbeitszeit auf 0 zurückzufahren.
Mein dienstliches Smartphone war bislang immer das Einfallstor zum Rückfall. Mir ist es erlaubt das Gerät privat zu nutzen, jedoch nicht tiefgreiferende Apps zu installieren wie bspw. eine Kindersicherung. Als Prävention lasse ich das Handy jetzt einfach auf der Arbeit liegen. Zudem entferne ich zur Sicherheit den Webbrowser, da eh kaum benötigt.
Ich bin mir nur noch unschlüssig wegen meinem Netbook. Das läuft aktuell mit Linux Betriebssystem, allerdings habe ich bislang noch keinen guten Blocker für Linux gefunden. Und Browsererweiterungen hat man auch schnell wieder deinstalliert. Zur Not muss ich halt Windows darauf installieren, denn K9 ist schon echt gut.

Viele Grüße

JoMi
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#13
Hey JoMi!

Schade, dass du rückfällig geworden bist. Aber ich finde es toll und habe auch viel Respekt dafür, dass du trotzdem wieder aufstehst und dich auch weiter im Forum beteiligst!

Du sagst, du konntest nicht einschlafen. War das der ausschlaggebende Trigger? Oder wusstest du kurz vorher schon, dass du wahrscheinlich rückfällig werden wirst?
Wenn es wirklich nur am einschlafen lag, bzw. an der Langeweile, dann ist natürlich klar, dass du dir Tätigkeiten suchen musst, die du in dieser Zeit machen kannst. Dass offensichtlichste und was auch sehr viel bringt ist dabei natürlich dich mit dem Thema Pornosucht auseinander zu setzen. Ob es Einträge hier im Forum sind oder wissenwerte Artikel oder Videos zu dem Thema zu gucken. Das beschäftigt einen nicht nur, sondern hilft auch seinen Fokus wiederzufinden.

Und zu dem Blocker: Ich denke, dass Blocker zwar generell nicht schlecht sind (Ich habe auch jahre lang K9 als Hilfe benutzt), aber man diese Blocker IMMER umgehen kann. Anfangs hab ich natürlich einfach das Passwort eingegeben.
Deswegen hab ich ein zufälliges Passwort eingerichtet... Dann hab ich mir aber einfach dieses Passwort per E-Mail zuschicken lassen.
Deswegen hab ich eine zufällige Email erstellt, auf die ich keinen Zugriff habe. Dann hab ich einfach mein Handy genommen.
Als ich das Handy geblockt habe, war noch die Internetfunktion des Fernsehers da und meiner Videospielkonsole.
Das musste also auch alles geblockt werden.
Dann habe ich herausgefunden, dass man auch mit der höchsten Sicherheitsstufe durch K9 immer noch sehr leicht Nacktbilder und Ähnliches finden kann.

Du merkst vielleicht worauf ich hinaus will. Natürlich muss das nicht bei jedem so sein.
Und trotzdem denke ich dass Blocker vor allem dann gut sind, wenn man einen akuten Motivationsschb brauch. Ein akutes "NEIN!". Smile

Redblob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]
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#14
Hallo Zusammen,

ich habe mich von meinem letzten Rückfall jetzt wieder erholt. Bin wieder etwas klarer im Kopf (hört sich irgendwie komisch an :-D) und spüre meine Gefühle wieder besser.

Heute war mein Tag mal wieder gut durchgeplant und den Leerlauf den ich gerade habe, überbrücke ich mit meinem Forumsbesuch hier und gleich lese ich noch ein bisschen. Eventuell repariere ich im Keller gleich auch noch ein Fahrrad, mal gucken.

Ich merke stark, dass ich wieder vermehrt zu anderen schönen Dingen greife (z.B. Schokolade, süße Getränke, schöne Gedanken, Musik, Fahrrad fahren) um vor meinen aufkommenden Gefühlen zu flüchten. So langsam bemerke ich aber, dass diese Dinge nicht im Ansatz den Dopaminschub bewirken, wie meine Sucht. Hoffentlich flaut das Greifen nach den Dingen mit der Zeit wieder etwas ab. Zum Thema Lesen: Ich habe heute ein Buch bekommen, in dem Techniken gelehrt werden, wie man lernen kann freier zu werden von Ängsten, Sorgen & Süchten. Mal schauen ob mir diese Techniken helfen werden.

Hallo RedBlob,

mich freut es wenn ich mit anderen Leuten über unseren gemeinsamen Kampf in Kontakt komme und wir uns dazu austauschen können. :-)

Ich vermute dass ich nicht einschlafen konnte, weil ich so aufgedreht war. Da hatte ich dann irgendwas zum abreagieren gesucht. Das ist eine gute Idee, Ersatzhandlungen zu finden wie eben z.B. sich über die Pornosucht weiter zu informieren.

Ich sehe die Blocker auch mehr als "Erste Hilfe" bei Cravings, also wenn der Griff intuitiv zum Handy/Computer geht und man erstmal feststellt, dass man jetzt Aufwand betreiben muss, um zu seinem Ziel zu kommen. Letztendlich könnte ich auch das Betriebssystem neu installieren oder ein Linux parallel, dann bin ich den Blocker auch umgangen. Ich hoffe einfach mal dass mir die Blocker die Zeit verschaffen, die ich brauche, damit ich reagieren und auf eine Ersatzhandlung umstellen kann. Aktuell habe ich auch noch das Netbook da, mit dem ich unbeschränkten Zugriff hätte. So wirklich reizen tut mich das aber gerade nicht. Vermutlich auch weil das Besuchen von Dating Portalen damit noch umständlicher ist als mit dem Handy. Viele Leute dort möchten ja auch erstmal Bilder sehen wenn sie mit einem chatten und die müsste ich dann erstmal vom Handy auf das Netbook übertragen usw.

Viele Grüße,

JoMi
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#15
Hallo Zusammen,

hier mein neuer Tagebucheintrag:

Mittlerweile bin ich wieder ca. 3 Tage clean.
Vorgestern hatte ich Lust zu bekommen zu Masturbieren, ich habe aber schnell bemerkt, dass die Lust von einer Porno / Online Dating Phantasie kommt und nicht weil ich einfach Lust habe darauf zu Masturbieren. Deshalb habe ich es dann sein gelassen.
Gestern dagegen habe ich masturbiert, da ich da einfach so drauf Lust hatte. Das hat auch ganz gut geklappt ohne wieder in Porno Phantasien abzurutschen. Ich denke ich werde mir jetzt wieder die bildschirmfreie Masturbation angewöhnen und auch ab und zu Druck ablassen während des Reboots. Wenn ich auch noch Nofap machen würde, würde ich schneller wieder rückfällig werden, da ich diesen sexuellen Druck momentan noch nicht so gut ertragen kann. Aber vielleicht lerne ich das ja auch dadurch, dass ich jetzt mit der Masturbation wieder zu einer "gesunden Gewohnheit" zurückkehre.
Gestern habe ich mich auch wieder einmal leicht depressiv gefühlt. Das drückt sich dadurch aus, dass ich mich traurig fühle und nicht wirklich weiß wieso. Das liegt bestimmt an dem Wulst an Gefühlen, die jetzt alle gemeinsam in mein Bewusstsein dringen wollen, nachdem ich sie so lange verdrängt habe mithilfe der Sucht. Bestimmt löst sich das mit der Zeit etwas auf und die einzelnen Gefühle und Gedanken kommen auch mal einzeln aus dem Unterbewusstsein hoch.
Ich habe mich die Tage über viel mit verschiedenen beschäftigt und hatte wenig Leerlauf.
Heute kam dann vermutlich schon das erste verdränge Gefühl einzeln aus meinem Unterbewusstsein hoch. Ich habe mich morgens auf einmal Minderwertig gefühlt, als wären die anderen alle viel besser als ich und könnten viel mehr. Ich vermute mal dass es sich hierbe auch wieder nur um eine Phase handelt, denn schon heute Abend (als ich diesen Text geschrieben habe), war das Gefühl nicht mehr ganz so präsent. Den Tag über immer mal wieder etwas mehr und etwas weniger, in Wellenform. Dieses Minderwertigkeitsgefühl hat mich vermutlich Jahre lang unbewusst beeinflusst. Ich war immer entweder der Beste in der Schule oder bin phasenweise total abgestürzt. In der Arbeit hatte ich das dann in einer ähnlichen Weise erlebt. So als hätte ich die Jahre über die Bestleistung nur erbracht, weil ich mich beweisen wollte und zeigen wollte, dass ich doch gar nicht so schlecht sein kann.

Morgen nach der Arbeit werde ich vermutlich eine Fahrradtour unternehmen bis Abends, sodass ich auch da nicht viel Zeit (oder einen ruhigen Ort) haben werde für einen Rückfall. Abends meditiere ich dann. Für das Wochenende habe ich soweit noch keine größeren Pläne, aber ich denke dass sich da was spontan ergeben wird. Und den Haushalt muss ich ja auch noch machen.

Viele Grüße,

JoMi
Antworten
#16
(09.05.2019, 19:51)JoMi schrieb: Hallo Zusammen,

hier mein neuer Tagebucheintrag:

Mittlerweile bin ich wieder ca. 3 Tage clean.
Vorgestern hatte ich Lust zu bekommen zu Masturbieren, ich habe aber schnell bemerkt, dass die Lust von einer Porno / Online Dating Phantasie kommt und nicht weil ich einfach Lust habe darauf zu Masturbieren. Deshalb habe ich es dann sein gelassen.
Gestern dagegen habe ich masturbiert, da ich da einfach so drauf Lust hatte. Das hat auch ganz gut geklappt ohne wieder in Porno Phantasien abzurutschen. Ich denke ich werde mir jetzt wieder die bildschirmfreie Masturbation angewöhnen und auch ab und zu Druck ablassen während des Reboots. Wenn ich auch noch Nofap machen würde, würde ich schneller wieder rückfällig werden, da ich diesen sexuellen Druck momentan noch nicht so gut ertragen kann. Aber vielleicht lerne ich das ja auch dadurch, dass ich jetzt mit der Masturbation wieder zu einer "gesunden Gewohnheit" zurückkehre.
Gestern habe ich mich auch wieder einmal leicht depressiv gefühlt. Das drückt sich dadurch aus, dass ich mich traurig fühle und nicht wirklich weiß wieso. Das liegt bestimmt an dem Wulst an Gefühlen, die jetzt alle gemeinsam in mein Bewusstsein dringen wollen, nachdem ich sie so lange verdrängt habe mithilfe der Sucht. Bestimmt löst sich das mit der Zeit etwas auf und die einzelnen Gefühle und Gedanken kommen auch mal einzeln aus dem Unterbewusstsein hoch.
Ich habe mich die Tage über viel mit verschiedenen beschäftigt und hatte wenig Leerlauf.
Heute kam dann vermutlich schon das erste verdränge Gefühl einzeln aus meinem Unterbewusstsein hoch. Ich habe mich morgens auf einmal Minderwertig gefühlt, als wären die anderen alle viel besser als ich und könnten viel mehr. Ich vermute mal dass es sich hierbe auch wieder nur um eine Phase handelt, denn schon heute Abend (als ich diesen Text geschrieben habe), war das Gefühl nicht mehr ganz so präsent. Den Tag über immer mal wieder etwas mehr und etwas weniger, in Wellenform. Dieses Minderwertigkeitsgefühl hat mich vermutlich Jahre lang unbewusst beeinflusst. Ich war immer entweder der Beste in der Schule oder bin phasenweise total abgestürzt. In der Arbeit hatte ich das dann in einer ähnlichen Weise erlebt. So als hätte ich die Jahre über die Bestleistung nur erbracht, weil ich mich beweisen wollte und zeigen wollte, dass ich doch gar nicht so schlecht sein kann.

Morgen nach der Arbeit werde ich vermutlich eine Fahrradtour unternehmen bis Abends, sodass ich auch da nicht viel Zeit (oder einen ruhigen Ort) haben werde für einen Rückfall. Abends meditiere ich dann. Für das Wochenende habe ich soweit noch keine größeren Pläne, aber ich denke dass sich da was spontan ergeben wird. Und den Haushalt muss ich ja auch noch machen.

Viele Grüße,

JoMi
Hey JoMi, ich weiß genau wie sich das anfühlt! Ich hab diese Minderwertigkeitskomplexe auch ab und zu, obwohl ich vom Typ her so komplett gar nicht so bin! Aber ich denke meine ganze Persönlichkeit hat sich auch einfach durch PMO verändert! Es ist als wenn man zwei Seiten hat. Und jetzt nach dem Verzicht kommen die ganzen angestauten und unterdrückten Gefühle hoch und wollen alle gleichzeitig verarbeitet werden!
Wie du es schon geschrieben hast. Bei mir ist es eher so, dass ich eigentlich selbstbewusst, lebensfroh und einfach ein Menschenfreund bin.
Aber leider hat mich PMO auch lange Zeit davon abgehalten überhaupt nur Interesse an einer Beziehung zu haben. Es war immer der einfachste Weg: PC an und los gehts! Und genau das ist, was einen kaputt macht.
Deshalb, du bist mit diesen despressiven Verstimmungen sicherlich nicht alleine, wichtig ist nur am Ball zu bleiben und wieder die Kontrolle zurück zu gewinnen, auch diese depressiven Phasen zu meistern, ohne dass man sich betäubt!
Denn es ist nichts anderes als eine Droge...entziehst du sie, fehlen die Glückshormone und dein Körper rebelliert! Gibst du dem Körper was er in dem Moment denkt zu brauchen, dann ist alles wieder schön und gut, du verdrängst deine Gedanken und fühlst dich wohl. Tja bist aber wieder gefangen im Teufelskreis und ich denke mal das höchste Gut oder Ziel eines Jeden ist die Freiheit...deswegen sollten wir alle danach streben wieder frei zu sein und die Kontrolle zurück zu gewinnen.
Dir viel Glück und gemeinsam als Community werden wir das schaffen!
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#17
(09.05.2019, 19:51)JoMi schrieb: Ich habe mich morgens auf einmal Minderwertig gefühlt, als wären die anderen alle viel besser als ich und könnten viel mehr. Ich vermute mal dass es sich hierbe auch wieder nur um eine Phase handelt, denn schon heute Abend (als ich diesen Text geschrieben habe), war das Gefühl nicht mehr ganz so präsent.

Hi JoMi,

ja das sind Phasen, die ich auch kenne. Nach einem Rückfall sogar ziemlich extrem. Da fühle ich mich minderwertiger als der dümmste Honk. Bin ich aber mind. 14 Tage pornofrei, dann wendet sich das Blatt. Dann sehe ich mehr, was bei anderen nicht so gut läuft und sehe mehr, was bei mir besser läuft. Den Wettkampf mit anderen mache ich komischerweise nur, wenn ich mich Scheiße fühle. Fühle ich mich gut, ist mir der Wettkampf mit anderen egal. Wenn sich dann mit mir jemand messen möchte, kann ich darüber dann entspannt lächeln. Bei den "guten" respektiere ich, dass sie gewisse Sachen eben gut machen und bei den "nicht so guten" registriere ich es und lasse sie mit ihren Unzulänglichkeiten in Ruhe. Ich fühle mich denen nicht erhaben, weil ich noch genug mit mir selbst beschäftigt bin. Aber weniger Wert bin ich auf keinen Fall. Diese Denkweise kommt schnell, wenn wir den Müll in unserem Gehirn immer mehr entsorgen. Mehr musst du erstmal nicht tun. Nur dein Gehirn sauber halten. Dann merkst du relativ schnell deinen Wert und dass du den anderen schnell auf Augenhöhe kommst.
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#18
Hallo Zusammen,

ich habe jetzt schon relativ lange nichts mehr hier geschrieben, da das die Sucht nicht mehr die große Rolle in meinem Leben gespielt hat.
Das heißt nicht, dass ich komplett abstinent war, denn ich hatte auch so einige Rückfälle. Jedoch habe ich diese (mit meiner bisher gesammelten Erfahrung seit 2015) auf die "leichte Schulter" genommen, also ohne Schuldgefühle einfach weiter zu machen mit dem Leben.

Was mir so ziemlich klar geworden ist in der letzten Zeit ist, dass wir nicht einfach anfangen dürfen Nofap zu machen und ansonsten unser Leben wie bisher weiterleben. Denn die sexuelle Energie muss irgendwo hin. Hierzu gibt es im englischsprachigen Nofap Forum einige gute Beiträge, wie man es hinkriegt die sexuelle Energie zu transmutieren in bspw. kreative Energie oder Energie für den Sport.

Ich wollte euch gerne eine Erfahrung teilen, die ich heute gemacht habe zum ersten mal. Ich bin seit ca. einer Woche wieder abstinent und verspüre aktuell kaum Verlangen. Nebenbei betreibe ich einen kleinen Blog über Minimalismus, auf dem ich aber schon seit langer Zeit nichts mehr geschrieben habe wegen einer Schreibblockade. Heute Abend beim Wäsche aufhängen kam mir dann ein genialer Einfall für ein Blog Thema und ich setzte mich sofort hin und schrieb und schrieb. Und ich hatte richtig Freude daran, mehr als ich bisher daran hatte. Ich war regelrecht energiegeladen von der ganzen Kreativität, die durch das Schreiben des Blog Beitrags endlich raus konnte. Das war ein geniales Gefühl, ich war so angeregt als hätte ich gerade Sex oder würde einen Porno gucken, nur das ich absolut nicht an Sex gedacht habe, sondern diese starke Energie zielgerichtet in Form von Kreativität auf meinen Blog Beitrag lenken konnte. Und genau so motiviert schreibe ich jetzt hier den Beitrag, um dieses schönes Erlebnis mit euch zu teilen. Wink

Es fühlt sich mit einem mal so an, als hätte ich meinen inneren Reichtum, also meine Kreativität wiederentdeckt.

Im Buddhismus sagt man auch, dass Sucht vor allem ein Mangel an innerem Reichtum ist, da man sich selber als nicht genug fühlt und dringend nach außen greifen muss, um sich als vollständig zu erleben. Im Umkehrschluss bedeutet innerer Reichtum also auch, dass wir nach nichts äußerem mehr greifen müssen, sondern unseren inneren Reichtum an Andere weitergeben können, sei es jetzt in Form von Kunst oder anderen schönen Dingen.

Bis dahin,
JoMi
Antworten
#19
Interessante Gedanken JoMi, danke fürs teilen!!! Verzichtest du denn momentan auch auf Masturbation oder nur auf Pornografie?
Ich habe für mich gemerkt, dass ich trotz des Verzichts auf Pornos große Schwierigkeiten in der letzten Zeit hatte und auch das Gefühl nicht wirklich voran zu kommen. Der Verzicht auf Masturbation, scheint mir da als nächster Schritt sehr sinnvoll.

Viele Grüße
Das Ziel liegt im Weg

[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=16224]
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