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Mein Start des Reboots
#1
Hallo Leute,

ich bin 29 Jahre alt und habe schon als Kind unter psychischen Problemen gelitten, die mich in soziale Isolation geführt haben. Ich hatte nie eine Freundin und quasi gar keine sexuellen Kontakte zu Frauen (meine Jungfräulichkeit hab ich mit 19 verloren und meine sexuellen Erfahrungen haben sich bis zu meinem 27. Lebensjahr an einer Hand abzählen lassen). Ich habe schon mit 12-13 mit dem Pornokonsum begonnen und das wurde in weiterer Folge immer mehr, auch um die fehlende Sexualität mit Frauen in meinem Leben zu kompensieren.

Mein Kopf hat immer neue Kicks, immer extremere Filme verlangt. Wenn ich mal einen wirklich erregenden Porno gefunden habe, konnte ich dazu 5-10x täglich masturbieren. Oft habe ich auch aus Langeweile und Zeitvertreib masturbiert. Meine Technik hat sich im Laufe der Zeit auch verändert. Ich übte sehr viel Druck aus, was meinen Penis mittlerweile sehr unempfindlich gemacht hat. All das war für mich lange nicht wirklich ein Problem, weil ich sowieso nie was mit Frauen zu tun hatte.

Seit ca. 2 Jahren bin ich wegen anderer psychischer Probleme in Therapie und mein Leben hat sich sehr positiv verändert. Ich arbeite an meiner sozialen Phobie, kann wieder mehr unter Leute gehen und lebe nicht mehr so isoliert. Ich habe dann vor ca. 1,5 Jahren eine Frau kennengelernt und wir sind uns auch langsam näher gekommen. Die ersten paar Male haben nicht funktioniert. Mein Penis war trotz Erregung nicht hart genug um einzudringen. Mir war bis zu diesen Vorfällen auch nie bewusst, dass die Erektionsstärke meines Penisses nachgelassen hat. Bei sehr erregenden Pornos klappt es mit einer richtig harten Erektion noch immer sehr gut. Beim 5. oder 6. Versuch hat es dann endlich mit dem Sex geklappt und ab dann auch immer aber mein Penis wurde nie voll hart. Beim Sex selbst habe ich immer sehr wenig gespürt, die Reibung war eben nicht so stark wie es bei der Masturbation der Fall ist. Oft konnte ich daher nicht zum Orgasmus kommen und wenn es mal geklappt hat, war es fast immer, weil ich während dem Sex an für mich sehr erregende Pornos gedacht habe. Nach dieser Beziehung habe ich mich mit einigen anderen Frauen getroffen, konnte aber kein einziges Mal zum Orgasmus kommen. Manchmal kam sogar gar keine Erektion zustande. Ich bin da wohl auch in eine Art Teufelskreis gerutscht.

Ich habe im Sommer letzten Jahres dann viel online gelesen, um Lösungen zu finden. Körperliche Ursachen habe ich eigentlich immer ausgeschlossen. Ich ernähre mich sehr gesund, treibe 5-6x/Woche Sport und bin sehr fit. Schlussendlich bin ich endlich auf das wirkliche Problem meiner ED gestoßen: Pornos. Ich habe dann für eine Weile keine Pornos konsumiert und seltener masturbiert. Aber es gab immer und sehr schnell Rückfälle. Der Hauptgrund war mangelnde Motivation weil ich real sowieso kaum Frauen kennenlerne um Sex zu haben und ich nicht wusste, wofür ich das überhaupt mache. Pornosucht hat aber viel weitgreifendere Auswirkungen und ich muss mich meinem Problem jetzt endlich stellen und mein Leben in die richtige Richtung lenken.

Das ist mein erster ernster Versuch und ich bin gespannt, was auf mich zukommt. Ich hoffe, dass mir das Forum und dieses Tagebuch dabei helfen werden konsequent zu bleiben.

Liebe Grüße und alles Gute bei euren Reboots!
[Bild: nfc.php?nfc=26091]
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#2
Hey Fl0w!

Sehe mich selbst wirklich sehr in dieser Geschichte wieder (Wie viele andere Süchtige sicherlich auch).

Ich finde es toll und du kannst auch super glücklich sein, dass du dein Problem erkannt hast und es endlich angehen kannst!

Pornos bringen uns nämlich tatsächlich nichts Positives. Es ist viel mehr eine Illusion, die die Sucht uns zurechtlegt, dass wir etwas Gutes, eine Art Krücke in den Pornos sehen, ohne die wir nicht leben können oder die wir vermissen werden.

Deswegen ist es wichtig beim Aufhören nicht daran zu denken, wieso man Pornos nicht will, sondern sich bewusst zu machen, dass es keine guten Gründe gibt sie zu wollen.


Wie es ist dir denn in der letzten Woche so verlaufen? Smile

Ich habe wirklich extrem lange versucht mit Pornos aufhören. Mittlerweile viele Jahre. Ich habe so viele verschiedene Sachen ausprobiert. Willensstärke. Belohnungen, Bestrafungen. Wissenschaftlich mit Sucht auseinandersetzen. Hobbys zum Ersetzen der Sucht und vieles Mehr.

Was mir nach all dieser Zeit wirklich geholfen hat ist viel weniger zu lernen, was ich tun werde, wenn ich Suchtdruck verspühre (Willensstärke trainieren usw.), sondern viel mehr die Sucht vorher zu verstehen und die Momente einfach ganz anders erleben.

Zum Beispiel habe ich während der Willensstärkemethode immer in solchen Momenten gedacht "Du darfst jetzt keine Pornos. Du willst es so sehr, aber du darfst nicht!". Ich habe den Pornos also extremen Wert gegeben und mich schlecht gefühlt, dass ich sie nicht "darf". Mich schlecht gefühlt, dass ich aufhöre. Ich habe den Reboot durch die "Suchtbrille" gesehen.

Mittlerweile sehe ich den Reboot aber nicht mehr durch die Suchtbrille. Ich sehe ihn so wie er ist: Als etwas Wundervolles. Wir haben endlich die Lösung all unserere Probleme gefunden! Wir haben die Chance endlich aus dieser "Sklaverei" zu entkommen. Ab dem Moment, wenn man wirklich versteht, dass es etwas Tolles und Schönes ist aufzuhören, erlebt man Suchtdruckmomente komplett anders.
Ich denke mir in solchen Momenten, wie schön es ist, dass ich merke, dass der Reboot etwas bringt und dass ich mich daran erinnern kann, dass ich gerade etwas Schönes erlebe. Es ist einfach so viel einfacher seitdem ich dieses Mindset habe.

Die Sucht richtig zu verstehen und dieses Mindset zu erlangen hab ich vor allem dem PMO Hackbook zu verdanken. Kann man einfach googeln, wird einem sofort angezeigt und ist komplett umsonst online als pdf einsehbar. (Also muss man nichts downloaden oder so)

Ich mache in letzter Zeit echt viel "Werbung" für das Hackbook (Werbung in Anführungsstrichen, da das ganze ja komplett unkommerziell ist), aber ich denke mir einfach, wie sehr ich mir gewünscht hätte dieses Buch vor 4 Jahren gehabt zu haben. Ich hätte vielleicht nicht sofort erfolgt gehabt. Vielleicht hätte es auch dann etwas gedauert. Aber all die Jahre Quälerei und selbst fertig machen aufgrund scheiternder Willensstärke Versuche und dem Gefühl "Man will es nicht genug" wären mir verschont geblieben.

Das war jetzt wirklich viel Text und auch viel meiner Geschichte xD Und vielleicht klappt es für dich ja auch ganz anders super gut. Aber meiner Meinung nach ist das Buch der beste Start, den man machen kann, wenn man merkt, dass man Probleme beim Aufhören hat/langsam realisiert, dass man süchtig ist.

Ich freue mich von dir zu hören Smile

RedBlob
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#3
Gestern musste ich das erste mal dagegen ankämpfen, keine Pornoseite zu öffnen. Ständig dieser Drang, meine Lieblingsseiten nach neuen Updates zu durchsuchen, nach meinen bevorzugten Fetischen zu googeln usw. Heute ähnlich. Aber ich werde stark bleiben.

Mein Ziel sind erst mal 90 Tage ohne pornografisches Material. Hardmode strebe ich zwar an, muss aber nicht sein. Der Hauptfokus liegt auf den Pornos. Bisher hatte ich jedoch auch kein Verlangen mich zu befriedigen. Intimen Kontakt zu Frauen gibt's momentan auch nicht. Real lerne ich kaum jemanden kennen und Apps wie Tinder hab ich zurzeit nicht installiert. Morgendliche Erektionen blieben bisher auch völlig aus. Sonst fühle ich mich ganz gut, der Entzug wirkt sich bisher eher positiv aus. Aber ich weiß natürlich, dass die schweren Zeiten noch kommen werden.

Hallo RedBlob!

Hab mit meiner obigen Antwort deinen Beitrag leider genau verpasst. Hat mich gefreut, dass du mir schreibst und von deinen Erfahrungen berichtest! Als quasi Neuling kann ich viel davon mitnehmen. Ich werde auch das Buch auf jeden Fall lesen.

Ich war mir nie sicher ob ich wirklich nach Pornos süchtig bin. Ich hab sie eher als Mittel zum Zweck gesehen für erfolgreiche Masturbation. Aber durch den Entzug jetzt merke ich eben, dass ich tatsächlich abhängig bin...

Bisher hilft es mir, dass ich das Ganze als so 'ne Art persönliche Challenge sehe. Ich bin sehr ehrgeizig wenn ich mir Dinge vornehme und hab hier auch eine gute Möglichkeit mich zu testen. Außerdem bin ich 100% davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist. Neugierde spielt auch eine Rolle - ich möchte herausfinden, welche Auswirkungen langer Pornoentzug auf mich haben wird, körperlich und mental.

Also zurzeit bin ich noch voll motiviert und kann den Verlockungen noch relativ leicht standhalten. Aber ich hab ja noch 'nen langen Weg vor mir. Smile

Ich habe eben auch dein Tagebuch hier gefunden und es sieht so aus als ob ich mir das als Vorbild für meine Reise Richtung gesunder, pornofreier und erfüllender Sexualität nehmen kann.  Shy

Liebe Grüße,
fl0w
[Bild: nfc.php?nfc=26091]
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#4
Ich bin noch immer pornofrei, seit vorgestern allerdings leider nicht mehr auf NoFap. Das Bedürfnis mir wieder was anzuschauen wurde immer größer und ich war verdammt nah dran einen neuen Tab zu öffnen und mir was anzuschauen. "Scheiß drauf, nur ganz kurz..." Ich bin dann weg vom PC und hab SB als Lösung gewählt. Gestern und heute hat sich das wiederholt und jetzt hab ich Angst wieder vom rechten Weg abzukommen. Interessant war auch in den letzten Tagen hier im Forum von der Ersatzdroge SB zu lesen. Ich denke da ist was dran.

Schlussfolgerung: Ab jetzt werde ich wirklich den Hardmode durchziehen.

Ich muss sagen ich hab mich wirklich gut gefühlt während NoFap. Ich hab's in sozialen Situationen gemerkt und auch an der Energie, die ich hatte. Schwierig war es immer nur, wenn ich am PC war und das bin ich leider beruflich und privat sehr viel. Motivierend ist auch, dass die Erektion während der SB in den letzten Tagen so hart war wie schon sehr lange nicht. Das hab ich eigentlich nur geschafft, wenn ich mal wieder nen richtig guten neuen Porno gefunden hab. Big Grin Bei SB abseits vom PC war das undenkbar.
[Bild: nfc.php?nfc=26091]
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#5
Kleines Update: Noch immer pornofrei und das fällt mir gar nicht so schwer. Viel schwerer ist der völlige Verzicht auf SB. Ich habe seit dem letzten Update leider wieder 1x SB betrieben, ist glaub ich schon über 1 Woche her. Aber das sind alles kleine Erfahrungen, das nächste Mal werde ich besser mit der Situation umgehen und mich irgendwie ablenken. Ich sehe das Ganze sowieso als langfristiges Projekt. Bei meiner Vergangenheit wird es einige Zeit dauern, bis ich alles wieder einigermaßen normalisieren kann. Aber der Weg fühlt sich richtig an und das ist das Wichtigste für mich.

Alles Gute euch!
[Bild: nfc.php?nfc=26091]
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