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Verlauf
#1
Hier werde ich einfach alle meine Gedanken sammeln zum Thema Pornographie. Heute ist so ein Tag der normalerweise immer wieder zerstückelt und zerstört würde durch Pornographie. Alleine Zuhause, kein Antrieb, nichts zu tun. Der Tag zieht sich in die Länge und irgendwann sitze ich wie automatisch vor dem Rechner. Es nimmt mir alle Sorgen. In dem Moment gibt es keine Außenwelt mehr und keine GEdanken über meine Ängste.
Ich bin ein absoluter Suchtcharakter und konnte bisher drei Süchte hinter mir lassen: Alkohol, Nikotin und Cannabis. Jetzt soll als nächstes die Pornographie folgen. Es zerstört meinen Geist, meinen Antrieb und meine Motivation. Ich sehe anderen zu wie sie erfolgreich sind, reale Erfolge einfahren und ich stehe daneben und möchte nur noch schreien.
Seit 5 Jahren bin ich jetzt Single und habe seitdem auch keinen realen Sex mehr gehabt, bin völlig aus der Übung und nur noch fixiert auf Pornographie. Wie so vielen andere auch bin ich auf immer extremere Seiten gelangt und habe auch bewusst danach gesucht. Je demütigender und erniedrigender umso besser. Fast jedes Mal wenn ich gekommen bin kamen danach sofort die Schuldgefühle und die Scham. Wenn ich dann plötzlich den Blick vom Bildschirm wieder auf die Realität richtete und merkte dass sich nichts geändert hat. Dass mein Leben immer noch genau so erbärmlich ist wie vorher. In letzter Zeit habe ich dann einfach wieder von vorne angefangen. Bloss nichts wahrnehmen. Wenn ich nicht mehr konnte habe ich mich schlafen gelegt und danach weitergemacht. An Arbeiten und Flirten und Ausgehen war gar nicht mehr zu denken. Wenn ich mich schlecht fühle wegen des Trinkens gehe ich in ein Meeting. Aber was mache ich bei Pornos? Ich habe niemanden mit dem ich darüber sprechen kann. Also tue ich es hier.
Ich hatte vor einiger Zeit eine Phase in der ich gezwungenermaßen sieben Wochen keine Pornos konsumiert habe. Es fiel mir erstaunlich leicht weil mir die technischen Möglichkeiten fehlten. Ich kann es also. Ich will die Abstinenz nicht nur aushalten, ich will es mit neuem Leben füllen, mit neuen Erfahrungen.
Im Moment halten mich alle meine Ängste auf aber genau das will ich nicht mehr! Ich will mich nicht mehr von meinen Ängsten regieren lassen.
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#2
Hey. Hast du schon mal dran gedacht mit Sport, evtl. sogar Fitness Studio anzufangen? Ich weiß, dass ist grad am Anfang bestimmt eine krasse Überwindung, aber du wirst relativ schnell merken wie gut du dich danach fühlen wirst. Deinem Selbstbewusstsein schadet es sicher auch nicht, und der Testosteron Schub tut dir sicher ebenfalls gut.
Für mich ist Sport ein super Ventil all den angestauten Frust rauszulassen. Werde jetzt wieder mit Laufen anfangen.

Auch ist es gut bestimmte Trigger abzustellen, Beispiel dein Computer. Wenn du ihn nicht für andere Sachen benötigst, dann räum ihn die erste zeit vll sogar ganz weg.
Generell versuche ich, wenn ich merke okay irgendwas triggert mich, abzulenken. Ich versuche dann was anderes zu machen, im schlimmsten Fall eiskalt duschen ;-)
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#3
Jetzt wird es besonders schlimm. Ich war draußen, Natur achtsam wahrnehmen, gleich werde ich versuchen zu kochen und weiterhin achtsam zu bleiben. Aber diese Stille und Einsamkeit ist unerträglich. Ich will keine Pornos anschauen kann mich aber auch zu nichts anderem aufraffen.
Ich werde versuchen wie beim Trinken immer für die nächsten 24 Stunden absitent zu bleiben. Ob ich mein ganzes Leben nie wieder Pornos anschauen werde woher soll ich das wissen?
Mal angenommen eine Frau würde zusammen mit mir (freiwillig) Pornos anschauen; damit hätte ich vermutlich überhaupt kein Problem? Weil es in ein reales Erleben integriert wäre. Vielleicht belüge ich mich auch einfach nur.
Erst habe ich nur an Pornoabstinenz gedacht, an Masturbieren überhaupt nicht. Ich denke manchmal, ich sollte jetzt sofort anfangen ein reales Sexleben aufzubauen. Oder ist es sinnvoller erst einmal wirklich das Thema Sex komplett hintenanzustellen und sich auf die Beziehungen zu konzentrieren und dann aus einer Position des neuen Selbstvertrauen wieder zu starten?
In mir rebelliert gerade alles und verlangt nach Triebabfuhr. Mein Körper und mein Geist sind völlig konditioniert in dieser Umgebung automatisch zu konsumieren. Ich würde gern Euphorie fühlen weil ich etwas verändern werde.
Ich weiß, ich muss nachsichtig mit meinem Geist und meinem Körper sein. Alles ist fixiert auf Pornos, auf den sofortigen Kick.
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#4
Normalerweise würde ich jetzt wichsend vor dem Rechner sitzen, immer zum Abschluss des Tages. Vermutlich bis Mitternacht oder länger. Jetzt sitze ich hier und schreibe. Ich bemerke wie sehr ich abgestumpft bin wenn ich den Vergleich zwischen Pornographie und dem anderen betrachte.  Es ist mir erstaunlich egal jetzt genau in diesem Moment. Selbst hier beim Schreiben sind meine Gedanken seltsam leer, fast so als ob sie darauf warten würden überflutet zu werden von Sensation.
Die Ruhe zermürbt mich richtig. Ich hätte eigentlich Ohrstecker drin und würde mir das Gekeuche und Geschreie anhören. Meine Augen wären komplett fixiert auf die Videos. Meine Sensorik wäre abgeschaltet bis auf meinen Schwanz. Jetzt sitze ich hier im Nichts.
Ich will nicht jammern, aber die Realität wirkt irrealer als die Pornos.
Wenn ich Pornos anschaue befinde ich mich wie in einer Trance, als ob ich mich selbst hypnotisieren würde.


@Drop724
Ja klar, das sind alles Dinge die ich schon probiert habe und auch in Zukunft weiter probieren werde Cool. Wichtig ist, es immer wieder zu starten und nicht zu resignieren.
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#5
Jetzt ist genau so ein Zeitpunkt. Ich habe meine Morgenroutine hinter mir und weiß nichts mehr mit mir anzufangen. Ich sitze hier und sehe aus dem Fenster, sehe die anderen Menschen die scheinbar alle in Beziehungen sind, auf der Arbeit, privat und was weiß ich noch wo. Jetzt würde ich mich gern zurückziehen in die Pornographie. Einfach nichts wahrnehmen. Es tut alles so weh innerlich.
Ich weiß, genau das sind die schwierigen Punkte. Es wird auf keinen Fall leicht werden, denn die Gewohnheiten haben sich dermaßen eingeschliffen. Wie kann ich da erwarten in drei Tagen alles zu ändern?
Es ist ein Fortschritt hier zu schreiben und nicht direkt die üblichen Seiten zu öffnen. Und wenn ich viermal am Tag hier schreibe. Wen interessiert es denn? Es ist ja mein Tagebuch Big Grin.
Ich stelle mir auch die Frage, was von den Inhalten der Pornographie ist meine "eigene" Sexualität und was ist quasi "implantiert"? Henne oder Ei, was war zuerst da?
Meiner Erinnerung nach war ich bei dem ersten Soft-SM-Film, den ich im Fernsehen sah sofort fasziniert von der Situation. Da gab es nicht wirklch etwas Obszönes zu sehen. Keine Pussys, keine Schwänze, kein Verkehr, nichts. Aber der Umgang miteinander faszinierte mich. Das Machtgefälle, die "Perversität". Es heißt doch immer: Da wo die Angst ist ist der Weg.
Meine Angst liegt in der möglichen Zurückweisung von Frauen begründet die ich interessant finde. Wie bei so vielen von uns vermute ich ist dies eine der größten Ängste. Diese kann ich natürlich komplett umgehen mit Pornos. Egal, wie extrem, irgendo findet sich das Ganze. Ich bin selbst immer erschrocken wie leicht man wirklich jeden Blödsinn finden kann. Ich habe mal  den Vergleich gelesen es wäre genau so wie wenn man Drogen einfach auf der Straße rumliegen lässt und sich dann wundert wenn alle konsumieren. Auf der anderen Seite hätte ich furchtbare Angst davor, wenn frei zugängliche Seiten gesperrt werden würden. Als ob dann meine einzige Möglichkeit zur Sexualität verschwinden würde. So krank ist mein Denken schon, es gaukelt mir vor ich würde überhaupt nur über Pornos Zugang zu Sexualität finden.
Und ja, es ist eine unfassbar bequeme Art und Weise. Ich muss mich um niemanden bemühen, kann völlig egoistisch die Filme so arrangieren wie es mir passt. Manchmal hatte ich am Ende über sechzig/siebzig Tabs offen und suchte wie ein Wahnsinniger nach dem perfekten Moment. Obwohl ich gleichzeitig wusste wie hohl sich das Ganze anfühlt. Die Sekunde, in der ich komme geht so schnell vorbei. Ich wusste dass ich wie ein Zeuge daneben stehe und nicht Teil dieser Inszenierung bin. Wenn dann nur als unbedeutender Charakter. Als Konsument. Ich habe mich selbst dermaßen erniedrigt dass mir sogar das schon reichte. Dass ich damit schon "glücklich" war weil ich dachte sowieso nie mehr als das in meinem Leben erreichen zu können.
Heute wird Tag 3 sein.
Tatsächlich habe ich mir sogar schon Gedanken gemacht, wer das hier lesen wird und wie es um meine Anonymität steht. Wie lächerlich im Gegensatz zu den Spuren, die ich auf irgendwelchen Servern hinterlassen habe über mein Pornographieverhalten. Mein Rechner ist zwar sauber, aber serverseitig habe ich mittlerweile einen Trampelpfad hinterlassen. Also sei's drum.
Das führt gleich zu meinem nächsten Gedanken: Beschämung. Beschämung darüber nicht die Leistung bringen zu können die scheinbar erwartet wird. Auch dem kann ich elegant aus dem Weg gehen. Genug erst Mal.
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#6
Der Tag ist rum. Kein besonderes Craving mehr. Auch die größte Herausforderung hinter mich gebracht, ein Telefonat mit einer Frau mit der ich in Zukunft hoffentlich zusammen arbeiten werde. Sowas kostet mich schon unglaublich viel Überwinderung weil ich sofort denke, jede Frau würde mich unattraktiv finden und könnte mir ansehen wie es in mir innen drin aussieht. Und da war ich initiativ, das bedeutet mir unglaublich viel. Auch die kleinen Erfolge sollte ich anerkennen.
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#7
Bedingt durch meine momentane Arbeitslosigkeit habew ich unglaublich viel Zeit. Zeit die ich auch noch zu einem großen Teil alleine verbringe. Ideale Voraussetzungen für Blödsinn. So viel Sport und Spazieren gehen und ablenken kann ich mich gar nicht wie ich Zeit habe. Die Depressionen tun ihr übriges um mich in diesem Loch zu halten. Ich merke jetzt wieder wie stark ich meine eigene Sexualität unterdrückt habe im realen Leben. Keine Versuche Frauen anzusprechen, kein Flirten, keine Treffen. Selbst zu einfachen Sextreffen für eine Triebabfuhr hat es nicht mehr gereicht. Es ist alles komplett eingeschlafen. Das halte ich für einen 37-jährigen Mann nicht für normal.
Gestern hatte ich auch bei einer hübschen Frau wieder den Gedanken, sie könnte mir mein ekelhaftes Verhalten am Gesicht ablesen. Kein Wunder, dass ich mich in diesem mentalen Zustand nicht einmal mehr in die Nähe einer Frau getraut habe.
Oft überkommt mich auch folgender Gedanke den ich beim Konsumieren habe wenn chh eine Frau hübsch finde: Es könnte ja eine noch Bessere hinter der nächsten Ecke warten. Wie bei den Pornos, wo ich auch immer wieder ein noch extremeres Video suche, tiefer, härter, noch erniedrigender. Dass ich dabei überhaupt mit gar keiner Frau in Kontakt komme nehme ich überhaupt nicht wahr.
Ständig bleibe ich in meiner eigenen Blase aus Selbstablehnun,g gleichzeitiger übersteigerter Erwartung und der Hoffnung noch mehr zu bekommen anstatt die Chancen zu nutzen die mir angeboten werden.
Das ist doch ein typisches Bindungsproblem. Angst, sich dem anderen zu offenbaren, Angst die noch bessere Chance zu verpassen. Aber wird es nicht bei FlirtApps auch so suggeriert? Du kannst die Frau ja wegwischen, dahinter wartet schon die nächste. Auch bei Werbung geht es immer nur um "schneller, höher, weiter", darum mehr zu haben als der andere. Den perfekten Moment zu konservieren. Ich will hier keine Gesellschaftskritik ausrollen. Ich denke nur wenn ich mit dieser Einstellung an menschliche Beziehungen herangehe dann wird es unmenschlich. Ich würde mich gern mal wieder voll und ganz auf einen anderen Menschen mit all seinen Fehlern und Vorzügen einlassen. Wirklich ein Leben teilen.

Heute wird Tag 4 sein.
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#8
Kurzes Update: Gestern Tag 5.  Jedoch nur ohne Porno. Abends die letzten beiden Tage onaniert. Immer vorm Einschlafen, ich habe gemerkt dass ich Kopfkino wie im Porno benutze und dabei eigentlich kein Unterschied besteht. Außerdem frage ich mich, ob das Onanieren vond er rein psxchologischen Seite her nicht auch dafür sorgt sich nicht nach außen zu wenden. Ich kann mir ja einen runterholen und bin dann befriedigt, also brauche ich mir keine Mühr mehr geben nach einem echten Sexualpartner zu suchen. Bringt mich das dann weiter wenn ich auf Pornos verzichte aber weiterwichse mit Kopfkino das sich nicht von Pornos unterscheidet? Die BIlder sind wirklich extrem tief eingebrannt, ich kann ganze Filme wiederholen.
Es kommt mir so vor, als ob ich alles verlieren würde wenn ich mit dem Wichsen aufhöre. Aber das ist doch Blödsinn. Ich will es doch machen um mich mehr nach außen zu orientieren. Meine Aufmerksamkeit auf Frauen richten und nicht mich um mich selbst drehen.
Gestern habe ich das gemerkt, ich habe eine Bekannte/Freundin besucht mit der ich mich unglabulich gut verstehe auf einer platonischen Ebene. Trotzdem gab es immer wieder Anspielungen in sexueller Hinsicht. Da merkte ich wie gehemmt ich bin. Es kam mir so vor als ob wir beide umeinander kreisen und nur darauf warten dass einer den ersten Schritt macht. Ich hatte immer wieder so Momente in denen ich den Eindruck hatte jetzt müsste ich nur das richtige Wort sagen, das Richtige tun und wir würden eine Grenze überschreiten. Vielleicht war es auch nur Einblidung. Ich traue meiner eigenen Wahrnehmung nicht. Vielleicht habe ich auch Angst sie als Freundin zu verlieren wenn ich einen Schritt in diese Richtung mache und dann doch auf Ablehnung stoße.
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