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Smartphone Überwachung durch den Partner
#11
Ich melde mich auch mal zu Wort:

Zum Thema Trennung:
Auch ich gehöre eher zur ”Trennung sollten vermieden werden“ Richtung. Wenn ich aber hier im Forum so lese, da würde ich das nicht mehr per se ausschließen.
Wenn der betroffene (süchtige) Partner einsichtig ist und sich ändern möchte, dann sind zwei ganz klar das stärkere Team. Wenn die betroffene (süchtige) Person aber keinerlei Einsicht oder Selbstkritik zeigt (wie das hier im Forum auch zu lesen ist), dann ist irgendwann meine Trennung ganz klar das Bessere. Dann gibt es halt einen Cut und der kann mit Sicherheit auch schmerzhaft sein.
Doch wenn der nicht erfolgt, gestaltet sich das Leben des Anderen zur Hölle. Besonders bei so etwas wie bei einer Pornosucht.
Nicht umsonst ist es bei Eltern drogenabhängiger Kinder beispielsweise manchmal doch besser, wenn diese ihre Kinder NICHT immer wieder ins Haus lassen.

Zum Thema Kontrollapp:
Ich habe da sehr viel Erfahrung. Auf meinem Weg von der Pornosucht habe ich alles mögliche versucht:
Filter / Kontrollapp (verschiedene) auf dem PC mit bekanntem Passwort,
Filter / Kontrollapp (verschiedene) auf dem PC mit blind eingetippten Tastenanschlägen als Passwort
In den Systemeinstellungen herumgespielt (IP Nummern von Pornoseiten umgelenkt auf 127.0.1, oder so ähnlich, also „unerreichbar gemacht“)
Den privaten Modus im Browser versteckt (die Schaltflächen herausprogrammiert)

Aktuell habe ich im Router die offizielle Jugendschutz-Blacklist eingestellt.

Fazit:
ALLES lässt sich umgehen. So wie das Abschließen des Hauses oder des Autos.
Wie beim Thema Sicherheit geht es letztendlich nur darum, wie viel Aufwand man aufwenden muss, um die Beschränkung zu umgehen.

Bei kleineren Versuchungen hilfreich, aber wenn man wirklich möchte...

Von daher würde ich mich gegen ein solches Programm aussprechen, da es zu tief ins System eingreift. Bei Trojanern bin ich per se skeptisch. Die negativen Seiten überwiegen meines Meinung nach deutlich.

Definitiv wäre eine solche App eher ein Stolperstein als eine Garantie.
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#12
Danke für eure Meinungen auch zu meinem Thema. Ich glaube, mich würde im Moment nur noch überzeugen, dass er es, wenigstens gerade im Moment, ernst meint, wenn er sein ganzes Handy bei mir abgeben würde bzw. sich ein Tastenhandy zulegen würde. Eigentlich braucht man zu Hause kein Handy und schon gar nicht mit am Bett. Früher hatte man doch auch keines. Wir schlafen getrennt. Und das Arbeitszimmer, das müsste auch in den Familienbereich wandern. Allerdings bliebe dann immer noch das Risiko, was ist außerhalb von zu Hause? Aber es wäre wenigstens mal eine Maßnahme.

Wobei das ganz klar auch irgendwie eine Maßnahme wäre, wo Mann nicht mehr selbst und frei entscheiden kann, ob er es lassen möchte. Er wird quasi gezwungen. Aber kann es sein, dass Entzug manchmal nicht anders geht? Gerade wenn man so stark da drin steckt?

Ich frage mich, wie er beteuern kann, dass er es jetzt ernst meinen würde und gleichzeitig nur darauf kommt, mir eine Überwachung des Handys anzubieten. Er weiß sicher längst, wie er die umgehen kann, weil das ja geht. Ich weiß jetzt übrigens auch, was ein Tor Browser ist und wie schnell man den doch installieren und deinstallieren kann. Kann nicht mal endlich jemand eine 100 prozent sichere Technik erfinden, die man wirklich nicht umgehen kann? Das wäre doch mal was.

Ein weiteres Zusammenleben macht einfach keinen Sinn, wenn der süchtige Part dem Partner seit Jahren immer wieder Einsicht vorgaukelt, ohne überhaupt in Betracht gezogen zu haben, tatsächlich damit aufzuhören. Weil die Überzeugung ist, (aus seiner Sicht aktuell wieder mal nicht ist sondern war), dass so ein bisschen Konsum ja nicht schaden kann, man müsste es nur besser ausbalancieren.

Der Psychologe hat vor 2 Jahren zu ihm gesagt, dass es irgendwann einmal zu oft für die Partnerin sein würde. Und dann ginge es nicht mehr. Ich habe schon lange durchgehalten.
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#13
Liebe Chiara,

das ist, was ich beschreiben wollte.
Der „Fehler“ liegt im Menschen drin. Im Herzen. Da kann keine Technologie der Welt etwas ändern. Auch niemand „von aussen“.
ER muss es SELBST einsehen und irgendwie schaffen. Alles andere können nur Hilfsmittel sein (mehr oder weniger hilfreich, auf jeden Fall nötig.)

Den Arbeitsbereich in den Familienbereich zu integrieren und das Smartphone abgeben klingt doch gut.

Besonders bei letzterem lauert der nächste Haken: Es fühlt sich an, als sei man ein Baby und könne nichts alleine. „Das Handy abgeben? Ich bin doch erwachsen?!“
Das ist eine große Bewährungsprobe für eine Beziehung, keine Frage. Und es fühlt sich als Betroffener sch*** an. Aber anders geht es ja nicht. Der erwachsene Mensch ist in dem Bereich auf der Stufe eines Kleinkindes, so blöd das auch klingt.
Der Drahtseilakt ist die große Kunst.

Für mich war immer der Grundsatz wichtig: „es muss ans Licht.“ Wenn ich zuhause bin, dann arbeite ich in meiner Arbeitsecke im Wohnzimmer. Das geht auch. (Witzigerweise war der Grund ein anderer: ich wollte nicht so weit vom Schuss arbeiten, während die Kinder Trubel machen und ich nichts mitbekomme. Da war ich zu neugierig).

Die Gefahrenstellen müssen erkannt, ans Licht gebracht und möglichst beseitigt werden. Ich kenne langsam meine gefährlichen Momente. Meine Frau nimmt sie nicht wahr. Ich spreche sie an und sie sind im Licht. Und dadurch sehr viel weniger gefährlich.

Das führt zum nächsten Punkt: Woher kannst du wissen, ob er es ernst meint? Gar nicht. Du kannst ihm nur glauben oder nicht. Und dabei auf dein Herz hören.

Meine Frau hat mir diese Frage oft gestellt. Nach jedem Rückfall - vor allem, wenn wenig Zeit zwischen ihnen vergeht - steht sie da; diese Frage. Und sie ist ja berechtigt!
Natürlich meine ich es ernst. Natürlich will ich das nicht mehr. Aber wie soll sie mir das glauben?
ich kann es nur durch Taten - bzw. „nicht-Taten Wink - beweisen.

Das fühlt sich sooo schizophren an. Ich will damit nicht leben, aber wenn ich geschaut habe, dann wollte ein Teil von mir das ja doch. Sonst hätte ich ja nicht geschaut.
Hilfreich war zu lernen, dass es nicht um Sex bzw. das Sexuelle geht. Es ist nur ein Ventil.

Zurück zum Thema:
Wenn es aus seiner Sicht nicht schadet und er es nur besser ausbalancieren muss - dann klingt das schon nicht gut.

Bei diesem Standpunkt hilft dir keine Technologie der Welt. Denn jede Maßnahme, jede App steht konträr zu seiner Einstellung. Und deshalb hilft sie nicht. Irgendeinen Weg findet der Süchtige immer.

Was du vom Psychologen schreibst und die Frage, ob der Süchtige gezwungen werden muss - das passt für mich zusammen.
Vielleicht braucht er ja noch ein deutlicheres Signal. Sonst liest sich das hier, wie so oft hier im Forum: Solange keine Konsequenz seitens des Partners erfolgt und der pornosüchtige Partner auch sonst keine negativen Konsequenzen spürt, ist bei ihm ja „alles in Ordnung“. Und dann macht er weiter.

Du kannst nun für dich entscheiden, wie lange du durchhalten willst bzw. kannst.

lieben Gruß
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