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nach fast 7 Jahren: Ist er tatsächlich weg von Pornos?
#11
Liebe Geduldige,

ich habe mir nun auch alles durchlesen und es ist unglaublich, was Du für Schicksalsschläge durchmachen musstest.

Allem voran die Vergewaltigung. 
Oh Gott, wie schrecklich!! 
Ich hoffe, Du hast damals diesen widerwärtigen Kerl angezeigt und konntest mit jemanden darüber sprechen oder hast Dir therapeutische Hilfe geholt.

Auch der Notkaiserschnitt, mit diesen Komplikationen, hinterlässt Spuren. 
Bei Dir war es der entstandene Wasch- und Putzzwang.
Unsere Jungs sind fast gleich alt und ich hatte leider bei beiden Kindern eine traumatische Geburt, ich bekam nach der zweiten eine Autoimmunkrankheit.  Undecided
Solche Traumata werden so oft unterschätzt!

Dann die Scheidung von Deinem Exmann und die Sorgerechtsgeschichte.
Und on Top bis heute eine Partnerschaft mit einem sexsüchtigen Mann.
Das ist doch zuviel, liebe Geduldige?!
Wer hält denn sowas aus?
Du machst Deinem Namen wirklich alle Ehre.

Du schreibst so detailliert manche Situationen, dass ich mich oft darin wiedergefunden habe.
Ich war vor der Aufdeckung phasenweise wirklich soweit, dass ich mir gedacht habe: "Ok, die Unlust meines Mannes sind die Begleiterscheinungen zu seinen depressiven Phasen, daher will er keinen Sex mit mir... Ich kann ihn nicht ändern...
Wir sind so eine tolle Familie, das kann doch jetzt nicht an dem Sex scheitern... das soll nicht der Grund für eine Trennung sein... dann muss ich halt mit Anfang 30 ohne Sex leben."
Ich hab mich ja damals auch viel zum Thema Depressionen belesen und habe gewartet bis er auf mich zukommt, ...bis die Stimmung passt...
Genauso wie bei Euch. 
Aber auch ich wartete vergebens...

Aber, dass war alles vor der Aufdeckung.
Danach konnte ich meine Puzzleteile neu zusammensetzen und es ergab sich ein ganz anderes Bild und ein ganz anderer Grund für seine Probleme.

Du wusstest ja schon recht bald von den Pornos, hast aber trotzdem soviel gemacht und ihn nie aufgegeben. Warst viel zu verständnisvoll.
Hast Ratgeber gelesen, mit ihm sachlich darüber geredet... 

...aber Du hast Dich auch erniedrigt.
Wieso hast Du Dich auf so einen "Sex", wie Du ihn beschrieben hast, eingelassen?
Wo war Dein Stolz? 

Ich hab mir auch ein paar Sexchats meines Mannes und sein "Profil" auf den Datingseiten angeschaut und fand das schon schlimm.
Aber Du hast Dir, Nacht für Nacht, live diese Torture angetan und alles mit angehört.
Hast ihm die Pornos sogar "erlaubt". 
Wahnsinn!!

Ich lese in Deinen Zeilen, wie sehr Du ihn liebst und wie viel Du für ihn schon geopfert hast.
Aber er will und kann es Dir nicht zurückgeben. 
Zumindest nicht die liebevolle Zuneigung, nach der Du Dich - verständlicher Weise - so sehr sehnst.

Ich finde, Dein Mann hat ein großes Problem mit sich und seinem Selbstwert.
Du schreibst er hatte früher Selbstmordgedanken, ...steht sich im Weg, ...sagt, dass er immer Schuld sei und ein mieses Arschloch ist, ...extrem launisch ist...
Hast Du mal bei ihm an eine Depression gedacht?
Da würde er dann unbedingt einen Profi brauchen...

Die Tatsache, dass er vor Dir zwar verheiratet war, aber diese dreijährige Ehe wohl so lieblos war, dass die Frau ihn nach zwei sexlosen Jahren verlassen hat, sagt viel über seine Beziehungserfahrung aus.

Auch, dass er die Pornos gegen eine alte Affäre eingetauscht hätte...
Das ist doch mega - verletzend!!
Genauso auch das ignorante Verhalten mit Deinem langen, persönlichen Brief. 

Ich vermute, er hat nie wirklich gelernt, wie man liebt... was eine Partnerschaft bedeutet und ausmacht.
Auch nicht, wie reale Sexualität "funktioniert".
Für ihn ist die Pornowelt seine Sex-welt. 
Und in der ist er am liebsten allein.
Aber er wollte auch keine andere Welt kennenlernen.
Du hast Dich so darum bemüht!!

Du schreibst, er akzeptierte nach einem Jahr sein Verhalten als Sucht.
Da hättet ihr ansetzen sollen. Schon viel früher. 

Ich schwanke dazwischen, Dir zu einer Trennung zu raten oder zu einer allerletzten Chance...

Und die Idee mit der allerletzten Chance schreibe ich nur, weil ich ahne, dass Deine Belastungsgrenze immer noch nicht erreicht ist und Du diesen Funken Hoffnung noch hast, weil Du ihn eben liebst und ihn nicht aufgeben willst. 
Auch wenn es echt haarsträubend ist.
 
Die Chance wäre vielleicht eine Therapie - aber in Euerm Fall wirklich eine Allround -Therapie... 
Sexual- ,Paar-, Suchttherapie. 
Ihr bräuchtet beide einen Mentor*in, der Eure Gespräche leitet oder führt... der Dir den Rücken stärkt und Deinem Mann bei einer evtl. Depression helfen kann.
Du schreibst an Crow, dass Du einen guten Therapeuten hast. Kann der Euch nicht evtl helfen?
 
Du sagst, Dein Partner wünscht sich so sehr diese Beziehung.
Aber eigentlich, weiß er gar nicht wie man sie pflegt.
Solche Sachen muss er "lernen".

Aber er muss es wirklich wollen... und Du brauchst nochmal das Doppelte an Kraft & Nerven.
Schaffst Du das? 

Vielleicht kannst Du das Thema mal in dem nächsten Gespräch andeuten. Seine Reaktion wird Bände sprechen und Dir die Antwort darauf liefern.

Liebe Geduldige,
Du machst genau das Richtige, wenn Du Dich gerade von ihm abgrenzt und unabhängiger wirst.  
Du fühlst Dich stark - das ist doch super!!  Cool  
Mach es für Dich - nicht als Strategie um ihn umzulenken.

Denk jetzt an Dich und sei für Deine Kinder da...
...die brauchen Dich jetzt!   Heart

Liebe Grüße
Blush
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#12
Liebe Geduldige,

du beschreibst eine sehr schöne Entwicklung! Das freut mich sehr!

Du bewegst dich vorwärts - für dich.
Du blühst auf.

Das merkt dein Partner, ist irritiert und muss damit irgendwie umgehen. Ich bin gespannt, wie es sich bei ihm weiterentwickelt.
Für dich sollte jetzt in erster Linie du selbst wichtig sein. Bleibe auf deiner Spur!

Es kann nicht richtig sein, wenn du dich um seine Sucht drehst.

Du entwickelst ein neues Selbstbewusstsein und einen neuen Selbstwert. Das ist wunderschön!

Zwei Gedanken:
- Er beharrt auf die pornofreie Zeit, du siehst jedoch nach wie vor die negativen Folgen. Es wird keine 100 % Gewissheit geben. Wie es nun wirklich ist - er wird es wissen. Du weißt nicht, ob du glauben kannst.
In Susans Thema steht viel von der Intuition. Vertraue auf deine Intuition.
- Du bestehst auf Sex vor einem gemeinsamen Hobby. In Anbetracht eurer Geschichte und einem ewigen Aufschieben und Herumdrücken seinerseits absolut nachvollziehbar und in meinen Augen absolut konsequent und richtig.
Du lässt dir nichts mehr vormachen und nicht mehr mit dir spielen.

Bleibe ruhig bei deiner Strategie, sie erscheint ja erfolgreich. Aber mir scheint es sinnvoll, dass du dabei immer dich selbst im Blick behältst. Diese Entwicklung, die du angestoßen hast, tut in erster Linie dir gut. Und darum geht es.
Das ist zwar nicht wirklich ein Paartherapeutischer Ansatz. Ich vermute mal, dass ein Paartherapeut dabei sogar die Hände über den Kopf zusammenschlägt. Aber dein Partner ist (noch) nicht interessiert an Veränderung. Also bist du für dich die Veränderung, die du brauchst.

Systemische Beratung sieht alles in Systemen. Also steht alles in Beziehung miteinander und bedingt bzw. beeinflusst sich gegenseitig. Manche Systeme laufen „in sich rund“. So war es für deinen Partner. Wenn du nicht zu sehr mit dem Wunsch nach Sex oder deiner Kritik am Porno „genervt“ hättest, war alles gut - subjektiv für ihn. Dir ging es sehr schlecht.

Und jetzt veränderst du dich. Und bringst dabei sein System völlig ins Schleudern. Mal schauen, was daraus wird. Aber, noch einmal: Für dich sollte sein System nicht die Motivation sein! Wenn er sich (positiv) ändert - wunderbar. Kleine Anzeichen hast du beschrieben (er erinnert ans Gespräch, er bittet um Infos). Das sind wunderbare Lichtblicke!
Die nimmst du wahr und freust dich - und gehst gleichzeitig deinen Weg der Veränderung weiter - für dich.

Und wenn er sich dann doch nicht positiv entwickelt, dann gehst du trotzdem weiter. Denn du veränderst dich nicht, damit er sich ändert. Du änderst dich für dich, damit es dir besser geht.

Zum Schluss ein Gedankenspiel: Wenn er wirklich pornofrei war und seine ED bzw. „Unfähigkeit, Sex zu haben“ andere Gründe hat (Trauma, Erfahrungen, Depression, ...), dann wird auch eine positive Veränderung seinerseits keinen Sex möglich machen.
Damit möchte dich nicht sagen, dass du von deiner Bedingung abgehen solltest. Auf keinen Fall. Du lässt nicht mehr mit dir spielen.
Aber vielleicht könnte das für ihn dann ein Anstoß sein, sich selbst auf den Weg zu machen.

Vielleicht versucht ihr es ja irgendwann. Und dann geht es nicht. Das ist dann ein kritischer Moment. Darauf kannst du dich vorbereiten.

Ich freue mich, von dir zu lesen! Viel Erfolg und vor allem viel Freude auf dem Weg deiner Veränderung Smile

ps: forentechnisch musst du nicht die Beiträge deiner Vorschreiber zitieren, auf die du antwortest. Es reicht eigentlich, wenn du unten einfach deine Antwort eintippst. Was die anderen geschrieben haben, kann man ja nachlesen. Smile
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#13
@Liebe Susan, lieber Mosaikstein,

Danke zunächst für Eure Worte und, dass Ihr mich versteht.

Ich werde in den nächsten Tagen noch ausführlich darauf antworten und hoffe, Ihr nehmt es mir nicht krumm, dass noch nicht geschehen.

Leider war mein Geschriebenes vor 2 Tagen einfach gelöscht (nicht fertig, nicht gespeichert = weg). Dann folgten 2 weitere Gespräche (von ihm angesprochen), und aktuell habe ich das Gefühl, mir platzt der Schädel. Deshalb habe ich ihm heute gesagt, dass ich erst am WE wieder bereit bin für ein Gespräch und mir das zuviel wird. Ich muss erstmal einiges sacken lassen und berichte Euch die Tage noch die Einzelheiten.

Ich komme seit einigen Tagen mit 3 Stunden Schlaf aus und bin einfach durch.

Auf bald,

Geduldige
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#14
Meine Liebe, 

du bist uns keine Rechenschaft schuldig...  

Das mit dem langen Text ist total ärgerlich, ist mir auch schon passiert. Danach hatte ich nicht mehr die Motivation alles nochmal zu schreiben.

Nimm Dir alle Zeit die Du brauchst und sortiere erstmal Deine Gedanken.
Da sind jetzt viele Meinungen auf Dich eingeprasselt...und die Gespräche mit Deinem Mann kamen auch noch dazu. 

Vielleicht liest Du auch vorerst nicht mehr so aktiv bei den anderen betroffenen Partnerinnen mit oder bleibst einfach eine Weile offline.

Fokussier Dich auf Dich - das ist jetzt wichtig!  Heart

Erhol Dich   Angel
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#15
Ich wünsche euch, dass dieser Erfolgsweg weitergeht. Hat sich wirklich ausgezahlt, von der Geduldigen zur Handelnden überzugehen, wie es Frasier geraten hat. Nach der Geschichte zusammenzubleiben und indirekt wieder um ihn zu werben, zeugt wirklich von großer Liebe.

Viel Erfolg weiterhin und keine Enttäuschung mehr, wünsche ich dir und ihm, dass er hoffentlich checkt, was er an dir hat.

Alles Gute!

Heinrich
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#16
@Lieber Heinrich,

ganz lieben Dank für Deine wunderschönen Worte.

Das gibt mir Kraft.

Ich wünsche Dir/Euch auch alles erdenklich Gute.

Geduldige
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#17
Liebe Geduldige,

ich habe etwas gebraucht, um deine lange Geschichte zu lesen.

Du bist absolut auf dem richtigen Weg für dich und bitte lass dich davon nicht mehr abbringen.

Mit Verständnis kommst du bei deinem Mann nicht weiter. Ob er wirklich sauber hinsichtlich Pornos ist oder nicht ist nicht mehr der Masstab. Es ist sein Problem , ob er seine Empathie, seine Motivation und seine ED wieder in den Griff bekommt. Ich kann mir gut vorstellen, dass er eine ED hat, ohne noch zu konsumieren. Unser Körper ist sicher nicht darauf ausgelegt über Jahre hinweg mehrmals die Woche stundenlang im Dopaminrausch masturbierend vor dem PC zu verbringen. Vielleicht hat er seinen Körper in dieser Hinsicht ruiniert, aber was tut er dagegen.

Ich würde mich an deine Stelle überhaupt nicht mehr auf lange Gespräche einlassen, sondern im klare Ansagen machen. Er soll zum Arzt gehen und seinen Hormonstatus prüfen lassen und etwas gegen seine ED tun. Sollte er zusätzlich einen Psychologen brauchen, soll er sich bitte selbst darum kümmern.

Du bist auf einem Weg und er hat die Chance dich zu begleiten. Wenn er aber mitreisen will, muss er handeln. Ich finde es gut, wie du dein Leben in die Hand nimmst und auch die Absicht hast ihn (noch) nicht zu verlassen. Deine Reise wird dich verändern und du wirst in der Beziehung die Pace vorgeben. Es wird sich zeigen, ob er dir folgen kann. Er wird versuchen dich zu bremsen, dich bitten auf ihn Rücksicht zu nehmen und dir vielleicht auch Rücksichtslosigkeit vorwerfen. Du bist aber nicht rücksichtslos, sondern du handelst mit dem Ziel eure Beziehung zu retten.

Wie es ausgehen wird kann ich dir nicht sagen, aber es wird auf jedem Fall gut werden. Entweder er bekommt den A...hoch und schliesst sich dir an und ihr werdet eine neue Beziehung haben, oder es wird dir auf deiner Reise ein anderer Mann begegnen, der dir das geben wird, was du suchst. Du kannst dies auch ruhig so an deinen Mann kommunizieren, den er hat es in der Hand. Noch hat er genug Punkte auf der Habenseite des Beziehungskontos, wenn er aber auf der Sollseite nicht sofort anfängt in die Gänge zu kommen wird es kippen. Vielleicht wird er dir vorwerfen, das du ihm zu viel Druck machst. Stimme ihm zu, aber sage ihm das dies sein Problem ist, weil er durch seine jahrelange Ignoranz den Druck aufgebaut hast.

Ich wünsche dir viel Spass und Erfolg bei deiner Reise. Du kannst nur gewinnen.
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#18
Liebe Geduldige,
Jetzt ist mir das gleiche mit meiner Antwort passiert. Auf einmal weg. Ich finde es schön zu lesen das du dich für dich bewegst. Du bist stark und wirst deinen Weg finden. Ob mit deinem Mann oder ohne ihn wird sich zeigen. Ratschläge gibt es immer viele aber Wege muss jeder für sich selbst finden. Von außen betrachtet ist es immer leicht sich ein Urteil zu bilden. Dies führt dann manchmal dazu das man sich als Angehörige noch mieser fühlt und sich selbst runtermacht weil man sich nicht trennt.
Ich habe bei der Aufdeckung der Pornosucht meines Mannes sehr wütend reagiert und auch in Foren jede Menge gute Ratschläge verteilt die ich mir selbst nicht zu Herzen genommen habe. Heute versuche ich in mich reinzuschauen und meine Gefühle und Bedürfnisse zuergennen und wertzuschätzen. Ich blicke dann auch anders auf die Beziehung zu meinem Mann. Es gibt aber leider auch immerwieder Rückschläge. Und je stabiler ich bin desto besser und offener kann ich damit umgehen.
Ich aus meiner Sicht kann heute meine Gefühle recht frei äußern und vertraue wieder meiner Intuition. Ich habe verzeihen müssen aber auch Grenzen setzen müssen.
Der Weg aus der Sucht (und der Coabhängigkeit) ist lang und hügelig . Ob es sich lohnt zu kämpfen kannst nur du entscheiden.
Bleib stark!
Liebe Grüße
Mira62
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#19
Liebe Geduldige,

herzlich willkommen auch von mir.
Ich war echt beeindruckt von dem was Du geschrieben hast, der Text ist zwar etwas lang und einige Stellen habe ich überflogen.
Vor allem tut es mir leid, dass Du so eine schreckliche Erfahrung machen musstest und geschändet wurdest. Ich hoffe, Du konntest es überwinden…
Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Parallelen ich zu meiner eigenen Geschichte finden konnte und wie sehr mir das Alles bekannt vorkommt.
Vor allem die fehlenden Zärtlichkeiten, das pflichtbewusste „umarmen“ auf dem Sofa wenn ich mich mal ankuschel, wo sein Arm dann schwer und reglos auf mir liegt, bis es mir unangenehm wirkt, auch das immer ich die Initiative ergreifen musste.
Am Besten hat mir dein Ausdruck gefallen: „Was er lieferte war qualitativ unterste Schublade!“ Das trifft auch bei meinem Partner zu, außer ein paar schöne erfüllende Begegnungen die ich an meinen Händen abzählen kann.
Ich hab auch noch NIE in meinem Leben um Sex betteln müssen, im Gegenteil: mein erster fester Freund (von 21 bis 27 Jahren) der wollte STÄNDIG aber wir stritten uns auch ständig wegen irgendwas und mir verging einfach die Lust. Und da ich immer öfter NEIN sagte, hat er angefangen fremdzugehen.
Je mehr er fremdging desto mehr sagte ich NEIN, je mehr ich NEIN sagte ging er fremd… Ich hab das ganze dann irgendwann beendet und bin gegangen.
Danach kam meine wilde Single-Zeit, vom One-Night-Stand bis zur 9-Monatsbeziehung war alles ein bisschen dabei, ich wurde verlassen und habe verlassen, habe meine Erfahrungen gesammelt und meine Sexualität aber ausgelebt.
Er leider nicht: als Kind wurde er sexuell missbraucht, als Erwachsener hat er es nie geschafft zu einer Frau eine Beziehung aufzubauen, das 2te mal Sex in seinem Leben hatte er mit mir, mit 34 Jahren und bis dahin, seit seiner frühen Jugend hat er halt …Pornos geguckt.
Auch ich war anfänglich tolerant denn nie im Leben hätte ich mir gedacht dass „Porno“ eine Sucht sein kann…
Am Anfang unserer Beziehung vor 10 Jahren hatte das Ganze doch irgendwo noch eine Grenze, da er nur am Computer zu Hause rankam, weil er nur ein normales Telefon hatte ohne Internet. Also musste er entweder nachts aufstehen oder einen Moment abwarten wo ich grad nicht zugegen war. Ich habe einen guten Schlaf, bin selten aufgewacht aber Morgens hab ich ein paar mal geöffnete Pop-Up Fenster auf dem Computer entdeckt… mir aber weiter keine Sorgen gemacht weil es halt eben nur ein paar Mal war…
Als er sich 2016 dann das erste Smartphone kaufte, gab es dann kein Limit mehr… und ich hab 3 (!) Jahre nichts geahnt und ihm immer voll vertraut…
Als das Ganze aufflog habe ich mich noch 1 ½ Jahre bemüht ihm zu helfen von der Sucht wegzukommen… aber bis jetzt war alles vergebens.
Wie auch Fraiser es auf den Punkt gebracht hat: Seit ich das Ganze aufgedeckt habe, habe auch schon oft darüber nachgedacht, dass er mir meine Zeit stielt…
Fühl dich umarmt aus der Ferne.
Liebe Grüße
Lea
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#20
@Liebe Susan,

Danke für Deine ausführliche Nachricht und Deine verständnisvollen Worte. Deine Geschichte geht mir auch sehr an die Nieren, und ich könnte weinen.

Ich weiß, dass ich ihm hörig war und viel zuviel gemacht habe, über zuviel hinweggesehen habe. Bei meinem Ex-Mann war es dasselbe, bis ich mich endlich losreißen konnte. Er hatte mich, als wir noch nicht verheiratet waren, zu einem Akt-Fotoshooting geschleppt. Als wir dort ankamen, ging es gar nicht um Fotos. Wir sollten einen Porno drehen. Nach 3-stündiger Diskussion hatten mich alle soweit, und ich habe es gemacht. Wir drehten zunächst nur zusammen, also ohne fremde Partner. Es dauerte nicht lange, und ich fand mich an einem großen Filmset wieder, sollte mit fremden Männern drehen. Ich weigerte mich. Mein Ex war nicht auf meiner Seite. Er, die Darsteller und Produzenten redeten den halben Tag auf mich ein. Ich hatte kein Geld, um nach Hause zu kommen, wusste nicht, wen ich anrufen soll, schämte mich. Es war die reinste Gehirnwäsche, und ich tat es schließlich. Es war zu spät. Ich drehte mit den damals bekanntesten Darstellern, war ständig unterwegs, und das alles neben meinem Hauptberuf. Das ging 1,5 Jahre so. Auf der Straße habe ich alle automatisch nackt gesehen und irgendwann geglaubt, dass das nahezu jeder macht. Sex machte auch privat keinen Spaß mehr. Ich fühlte mich schmutzig und verbraucht, war ich doch so erzogen, nur wenige Männer in meinem Leben gewähren zu lassen, bestenfalls nur Einen. Ich schmiss eines Tages hin und gab das ganze Geld aus. Es war sehr viel. Danach fühlte ich mich besser. Mit meinem EX gab es einen riesen Zoff, aber ICH hatte dieses schmutzige Geld schließlich verdient, nicht er, auch wenn er mich überall hinfuhr. Für mich war er nicht mehr als ein Zuhälter. Irgendwann entdeckten Arbeitskollegen meine Filme in einer Videothek, und auch in meinem Wohnort hatte sich das Ganze daraufhin schnell rumgesprochen. Es war schrecklich. Meine Eltern konnten mir nicht mehr in die Augen sehen. Ich schäme mich heute noch dafür, denn obwohl ich oft versuchte, gegenzuhalten, habe ich es doch immer wieder mitgemacht, 1,5 Jahre lang.

Ich hatte jahrelang daran zu knabbern. Es verfolgte mich. Jeder schien mich anzustarren.

Warum ich meinem jetzigen Partner den Sex 5 Jahre lang nicht nur angeboten habe, sondern ihn auch immer wieder aktiv verführen? Ich denke, dass die 6 Jahre zuvor ohne Sex mich ausgehungert hatten. Und ich war dazu noch total verrückt nach meinem Partner. Dass er Pornos guckt, konnte ich in dem Moment fast immer weitgehend ausblenden.

Ja, dass das alles zuviel war und ist, hatte mir bereits der Psychologe damals in der Klinik gesagt. Er meinte, er kennt genügend Patienten, für die viel weniger für einen Zusammenbruch gereicht hat. Dass ich nach dem Klinikaufenthalt in das nächste Trauma hineinschliddern sollte, wäre mir nie in den Sinn gekommen. Vielleicht ziehe ich sowas magisch an mit meinem offenen und gutgläubigen Wesen...

Den Psychologen damals hatte ich nur auf Zeit. Die Therapie hing mit der Klinik zusammen. Ich bekomme ihn leider nicht wieder.

Ob ich die Kraft und Nerven habe, meinem Partner aus seinem Schlamassel zu helfen, weiß ich nicht. Ich möchte für ihn dasein, aber es wird sich zeigen, wie ich in nächster Zeit darüber denke.

GLG Geduldige
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