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Werde ich jemals (wieder) eine gesunde Sexualität haben?
#1
Hallo liebe User dieses großartigen Forums,

ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll - schließlich war Sexualität schon immer ein problematisches Thema in meinem Leben. Ich bin 30 Jahre alt und single.

Schon immer hatte ich eine devote Sexualität. Als dann das Alter kam, in dem Mädchen und Jungs sich einander annäherten, hatte ich mit zwölf Jahren ein fantastisches Wochenende mit einem zwei Jahre älteren Mädchen. Es waren "nur" Zungenküsse, aber ich habe alles intensiv gespürt. Geschlechtsverkehr wäre mit meinen Erektionen auch möglich gewesen. Da war meine Sexualität also noch halbwegs stabil: Es gab diese devoten Tendenzen, aber ich konnte Sex auf Augenhöhe genießen.

Dann kam viel Negatives, aufgrund einer starken Akne hatte ich erst wieder in meinen frühen Zwanzigern Kontakt zu gleichaltrigen Frauen. Auch psychische Erkrankungen und Drogen waren Teil meines fragilen Lebens. Jedenfalls bin ich nach der 10. Klasse allmählich in eine _ richtig heftige Pornosucht _ geraten. Insbesondere Eskalation und Desensibilisierung waren extrem bei mir, es fand eine regelrechte Entgrenzung statt. Needless to say: Mit 22, 23, 24 hatte ich Freundinnen. Aber ich hatte PIED.

Die ersten abstinenten 90 Tage dürfte ich 2018 gehabt haben. Allerdings nur mit einem Hilfsmittel: Amisulprid (Antipsychotikum.) Unter Amisulprid ist meine Libido schwächer, und unter der Einnahme habe ich mehrfach 90 Tage durchgehalten. Leider hatte ich jedoch vor zwei Tagen einen Relapse.

Jetzt kommen wir dazu, was mich verzweifelt macht und wozu ich gerne eure Meinung wüsste: Auch nach erfolgreichen 90 Tagen fühle ich mich devot, ich komme einfach nicht mit meiner Sexualität in Einklang. Dabei habe ich in all den großartigen Communities so viel über die diversen Benefits gelesen. Habe ich eine Chance, in puncto Sexualität eines Tages wieder so "aufgestellt" zu sein, wie bei dem tollen Wochenende im Alter von zwölf Jahren? Brauche ich einfach nur länger, was den Reboot angeht? Habe ich mit meiner verkorksten Sexualitäts-Geschichte eine Chance, mal ganz normalen Sex mit Frauen meines Alters zu haben?


Ich danke im Voraus für jede einzelne Antwort.
Bleibt am Ball - ihr macht das gut!


John
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#2
@Lieber John,

erstmal danke für Deine Offenheit.

Ich will gleich zu Deiner Frage kommen, ob Du wieder dahin zurück kannst, wie es war, als Du 12 warst. Meine Antwort: JA, das kannst Du!

Meine Frage ist, ob Du während Deinen Abstinenzphasen oder danach sexuellen Kontakt zu Frauen hattest und wenn ja, wie das für Dich war? Unser Gehirn ist lernfähig aber Sexualität kann sich nur durch das "Tun" in unserem Kopf wieder in die richtige Richtung verändern.

Je öfter Du mit einem Menschen in Kontakt kommst, desto offener und freier kannst Du mit diesen Begegnungen umgehen. Der Kopf spielt bei der Sexualität eine große Rolle. Ich denke, dass Dir das Nachdenken über die ganze Sache, einfach im Weg steht.

Und die Pornos verstärken dieses bereits bei Dir vorhandene Devote noch.

Übrigens, eine Frau, die es ernst mit Dir meint, datet Dich auch weiterhin wenn es nicht gleich mit dem Sex klappt. Noch dazu gibt es durchaus weitere Möglichkeiten, Frauen im Bett glücklich zu machen, und alles andere kommt irgendwann von ganz allein...auch Deine Libido.

Bleib stark! Du schaffst das!

Es existiert kein Standardrezept bezüglich der Dauer, wie lange so ein Reboot dauern kann oder sollte. Ziel sollte es sein, dass Pornos keinen Stellenwert in Deinem Leben mehr haben.

Denk immer an Dein Erlebnis von damals! Du weißt, wie es sein kann weil Du es selbst erlebt hast. Es ist alles möglich, aber nur ohne die Pornos.

LG Geduldige
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#3
Liebe Geduldige,

ich habe mich sehr über deine Nachricht gefreut - sehr aufbauend.
Du sagst, dass gesunder sexueller Kontakt während des Reboots förderlich ist - sehe ich das richtig?
Ich ziehe da käufliche Liebe in Betracht. Heute halte ich mich zwar zumindest nicht für einen gänzlich unattraktiven Mann, aber mein Selbstbewusstsein ist ... nunja, sehr ausbaufähig. Selbstverständlich werde ich sehr sehr penibel darauf achten, eine Dame zu finden, die den Beruf aus freien Stücken ausübt.

Bzgl. der Dauer lese ich hier oft, dass diejenigen, die schon in sehr frühen Jahren mit PMO in Kontakt kamen, länger für den Reboot brauchen. Womöglich sollte ich mal 180 Tage ins Auge nehmen.

Dass du mir aufzeigst, dass eine ähnlich intensive Gefühlswelt wie damals durch den Reboot möglich gemacht wird, ist Musik in meinen Ohren. Das wäre traumhaft und motiviert mich ungemein.


Ich hoffe, man liest sich Smile

Liebe Grüße
John
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#4
@Hallo lieber John,

meine Frage ging eigentlich eher dahin, ob Du Erfahrungen mit Sex während oder nach eines Reboots gemacht hast. Viele Männer berichten von positiven Veränderungen bezüglich dem Sex, nach einer gewissen Abstinenzzeit.

Realer Sex ist während des Reboots durchaus erlaubt. Ob der Dir beim "Durchhalten" hilft oder Dir eher wieder mehr Suchtdruck beschert, musst Du für Dich herausfinden. Genauso gehen die Meinungen und Erfahrungen auseinander, was Masturbation während der Verzichtsphase angeht.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass Du beim Sex oder der Onanie sämtliche Pornos und konsumierten Bilder aus Deinem Kopf verbannen musst. Bei Prostituierten wäre auch zu erwähnen, dass diese Frauen das machen, was Du willst, genau wie die Pornos. Bei einem Date musst Du die Frau erobern, auch im Bett. Das ist der Unterschied. Es gilt aber zu lernen, dass Sex ein Zusammenspiel von Mann und Frau ist. Beim Porno fehlt das! Will heißen: ein Besuch bei Prostituierten sollte kein Porno sein. Prostituierte machen das, was der Kunde "bestellt". Bist Du hier also passiv und lässt die Dame machen, ist es wieder nur ein Porno. Dazu kommt, dass es nochmal was ganz anderes ist, wenn Gefühle für beide vorhanden sind. Das ist bei käuflicher Liebe leider nicht gegeben, maximal Sympathie. Es sei denn, Du lässt den Film Pretty Woman wahr werden.

Ich weiß nicht, ob sich dieses Devote bei Dir nur in Bezug auf Intimität äußert oder auch allgemein wenn es um Kontakte geht. Also sorry, falls ich jetzt daneben liege mit meinen Tipps:

Auch wenn ich eine Frau bin, weiß ich, wie sich das anfühlt, sich selbst im Weg zu stehen. Ich war das hübscheste Mädchen an unserer Schule und auch später an der Berufsschule. Trotzdem hatte ich nie einen Freund, nicht mal einen Flirt. Ich war zu schüchtern. Und die Jungs waren wahrscheinlich abgeschreckt und dachten sich, dass sie sowieso abblitzen wenn sie mich ansprechen würden. Irgendwann hatte ich richtige Komplexe und habe mich wahnsinnig einsam gefühlt, obwohl ich viel unterwegs war, auf Partys etc., habe ich nie jemanden kennengelernt. Damals war es noch so, dass die Jungs auf die Mädels zugehen "mussten". Heutzutage ist das ja manchmal auch umgekehrt. Ich glaube, dass das, was man ausstrahlt schon die halbe Miete ist, wie Du auf andere wirkst. Da musst Du ran. Wahrscheinlich habe ich damals so geguckt wie: "Sprich mich ja nicht an." Meinen Ex-Mann und jetzigen Partner habe ich letztendlich über Partnerbörsen im Internet kennengelernt. Und frag nicht, wie aufgeregt ich beim 1. Date gewesen bin...

Wenn Dir soviel dabei im Weg steht, auch psychisch (Zwangsgedanken etc.), wäre vielleicht eine Verhaltenstherapie eine große Hilfe. Da lernt man mit kleinen praktischen Übungen, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein aufzubauen. Und man lernt auch, sich damit auseinanderzusetzen, zu sehen, was einen an bestimmten Dingen hindert, sie zu tun und dass man davor keine Angst haben muss.

Versuch mal, wenn Du mit Freunden unterwegs bist, und eine Frau siehst, öfter hinzusehen, während Du Dich mit Deinen Freunden unterhältst. Später lächelst oder lachst Du immer mal in ihre Richtung, während Du mit Deinen Freunden sprichst, so als wäre es Zufall. Das fällt leichter, als bewusst jemanden anzulächeln. Wenn sie das Lächeln erwidert, hast Du schon eine Bestätigung. Das kannst Du dann wiederholen und wirst merken, dass es Dir immer leichter fällt und auch Spaß macht. Dann kannst Du auf Sie zugehen oder sie tut es vielleicht sogar oder winkt Dich zu sich herüber... Genauso ist es dann wenn Du wirklich jemandem datest. Mach' Dir keinen Stress. Denk immer daran, dass die Frauen oft auch sehr aufgeregt sind. Wir überspielen das nur meistens ziemlich gut.

Egal, wie Du entscheidest, es ist Deine Entscheidung, und ich wünsche Dir viel Glück dabei.

Geduldige
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#5
Hallo liebe Geduldige,

ja, ich verstehe gut, was du in mit deiner Schilderung bzgl. Selbstbewusstsein meinst.
2014 war ich hypomanisch in der Klinik. In 111 Tagen Klinik hatte ich mehr Interessensbekundungen von Frauen als in meinem restlichen Leben - true story. Einfach weil ich scheinbar sehr selbstbewusst rübergekommen bin. Das ist ein immenser Faktor. Aber ich arbeite an meinem Selbstbewusstsein, bin seit 2018 bei einer großartigen Therapeutin. Erst gestern hat sie mitgeteilt, dass mein Selbstwertgefühl in nächster Zeit Thema Nr. 1 sein wird.

Deine Flirtanregung werde ich zumindest in nächster Zeit erst mal nicht umsetzen können. Da muss sich vorher etwas an zuvor genanntem Selbstwertgefühl verbessern, sonst komme ich halbentschlossen und irgendwie peinlich dabei rüber. Aber ich nehme es ernst, dass du es für eine gute Übung hältst und verbuche es unter der Kategorie Fernziel.

Bei der käuflichen Dame dachte ich an Zärtlichkeiten, Schmusen und Handjob. Alles ohne Fetisch-Fantasien. Jetzt ist es sicherlich streitbar, ob der Handjob einen Relapse darstellt. Zumindest drückt die durchschnittliche Frau nicht so fest wie "wir." (Fester Griff bei der SB scheint typisch für Pornosüchtige zu sein.) Und es fehlt der Porno. Ich denke, das ganze würde den Suchtdruck senken und nicht erhöhen.

Danke für deinen Beitrag


John
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#6
@Hey John,

ich denke zwar nicht, dass Du einen Flirt aufschieben musst. Es gibt durchaus Mädels, die auf schüchterne bzw. unsichere Männer stehen und das sympathisch finden. Du könntest das auch einfach ab und zu mal vorm Spiegel üben. Aber ich respektiere es wenn Du Dir noch Zeit lassen willst. Vielleicht ergibt es sich ja auch einfach spontan.

Dass Du so eine tolle Therapeutin hast, freut mich und ist Gold wert.

Was Du beschrieben hast, würde ich nicht als Relapse einstufen. Du kannst ja auch äußern, dass die Dame den Handjob behutsam machen soll. Vielleicht denkst Du ja mal über eine Lingam-Massage nach. Das wäre dann keine Prostituierte, und die Massage wird sehr langsam und gefühlvoll ausgeführt. Musst Du einfach mal googeln, falls es Dir nichts sagt.

GLG Geduldige
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#7
Gestern Abend fühlte ich mich einsam und war rollig. Scheinbar wirkt das Amisilprid nicht mehr so hemmend auf die Libido. Ich habe auf dem Fire tv Stick „underneath your clothes“ von Shakira laufen gehabt und masturbiert, während ich mich eher leicht angefasst habe und an Oralsex mit meiner Exfreundin gedacht habe. War das ein Relapse oder soll ich im soft mode weitermachen? Dann könnte ich auch das Amisilprid weglassen.
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#8
Ich wollte gestern spazieren gehen. Hab schon viel früher schlappgemacht als sonst. Denke, der monk mode ist besser für den Energielevel - unter anderem. Deshalb gehe ich wieder in den monk mode über. Werde aber definitiv hier in diesem großartigen Forum aktiv bleiben und mir Tipps holen und mich austauschen.
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