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m/24 rennt im Kreis
#31
Tag 7 ohne Porno und Masturbation

Eine Woche ist wieder geschafft. Die zweite kann kommen. Bis jetzt habe ich immer noch kein Problem mit verrückten Gedanken oder Träumen. Konnte mich gut ablenken die letzten Tage. Dennoch fällt es mir schwer, produktiv zu werden, da ich, wenn ich etwas "sillvolles" mache, häufig ins Grübeln komme und dann laufe ich Gefahr, über die falschen Dinge nachzudenken.
Hinzu kommt eine leichte Grundnervosität. Ich hoffe, das legt sich noch.

Das Grübeln dürfte jetzt auch häufiger vorkommen. Ich nutze ja, wie ich bereits schonmal erwähnt habe, die Masturbation, um unangenehme Gefühle oder Gedanken wegzudrängen. Da ich das nun nicht mehr machen kann, entläd sich ein wenig das aufgestaute und ich verbringe viel Zeit mit Grübeln. Auch gestern Nacht. Die Gedanken fühlen sich dann an wie Bienen, die um ihr Nest schwirren. Aber auch dieser Zustand ist mir bekannt und stellt fürs erste keine Gefahr dar.

Ich blicke zuversichtlich und auch mit Freude in die nächsten Tage und wünsche mir von mir selber, stark zu bleiben und nicht wieder alles aufs Spiel zu setzten. Ernsthaft!

Ich meine natürlich etwas sinnvolles, nicht "sillvolles". Blöde Rechtschreibung
"Ah shit... here we go again!"
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#32
(28.03.2022, 09:43)flash schrieb: @fladenjunge: Deswegen verschließe ich diese Tür ja mit Blockern. Die Frage ist nur, ob diese Tür nicht im schwachen Moment mit allen Mitteln aufgebrochen wird [Bild: smile.png]

Moin flash,
ich kann hier natürlich nicht für jeden Sprechen, meine Erfahrung mit Blockern ist allerdings die, dass man sie am Ende IMMER umgehen wird können. Die Energie dafür ist unglaublich groß wenn das Ziel vor Augen ist. Ich versuche deshalb Blocker erst gar nicht einzusetzen, denn für mich machen sie die Abstinenz sogar schwerer. Mir gibt es mehr zu wissen, dass ich die Tür von mir aus ganz alleine geschlossen halten kann, ohne dabei ein Hilfsmittel zu benötigen. Das macht was mit meinem Selbstvertrauen und meiner Zuversicht und ist besser für das Mindset, das viele Süchtige hier haben, nämlich dass das Leben an einem vorbeizieht und man nur Zuschauer ist. Hier kann man aktiv Gegensteuern. Das steht vllt. sogar ein bisschen im Zusammenhang mit der Drogenpolitik, nämlich dass wir Menschen etwas umso eher machen, wenn es verboten ist.
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#33
(28.03.2022, 11:22)fladenjunge schrieb: Das steht vllt. sogar ein bisschen im Zusammenhang mit der Drogenpolitik, nämlich dass wir Menschen etwas umso eher machen, wenn es verboten ist.

Ja, da ist was dran. Darüber habe ich mir auch schonmal Gedanken gemacht. Als ich es ohne Blocker versucht habe, hat es 3 Tage Gedauert, und ich hatte einen Rückfall. Mit aktiviertem Blocker weiß ich unterbewusst immer, dass es schwer wird, auf die Seiten zu kommen, wodurch ich mir dann immer sage, es geht nicht, selbst wenn ich es versuche. Mit aktiviertem Blocker komme ich auf ein vielfaches der Tage die ich normalerweise ohne Blocker schaffen würde.
Was ich aber ausprobieren möchte ist, nach einer bestimmten Anzahl an Tagen den Blocker zu deaktivieren. Wenn man sowieso schon weit gekommen ist und sich dann sagt, jetzt bin ich so weit gekommen, da komme ich auch noch weiter.
"Ah shit... here we go again!"
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#34
Ich denke so richtig verallgemeinern kann man das nicht. Ein Alkoholiker sollte sich auch nicht jedes Wochenende einfach zu seinen Freunden in die Kneipe gesellen oder sich ne Flasche Schnaps auf den Schreibtisch stellen... Die Versuchung ist groß. Ich denke jeder muss für sich herausfinden welche Methode für denjenigen besser ist. Natürlich halte ich es für standhafter ohne Blocker, jedoch könnte es ohne für manche eine never ending story werden die diese Blockade einfach eine zeitlang benötigen um sich zu festigen Smile
Reue ist Verstand der zu spät kommt.Niemand glaubt leeren Worten, wenn keine Taten folgen. 
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#35
Tag 8 ohne Porno und Masturbation

Ihr habt mich zum nach- und umdenken gebracht. Ich habe mich entschlossen, alle Blocker zu deaktivieren und aus dem "Nichtschwimmerbereich" auszutreten. Damit steigt die Herausforderung für mich nun gewaltig, das habe ich sofort gemerkt, denn nun ist die Gefahr Omnipräsent. Aber ich muss lernen, auch ohne Unterstützung voranzukommen. Ich glaube, das hilft mir noch mal ein bisschen mehr, Selbstdisziplin aufzubauen.
Generell ist das Risiko aber weiterhin eher gering. Ich habe nicht das Verlangen, Rückfällig zu werden. Hier und da ein paar Kavaliersschmerzen und ein schnellerer Puls, aber nichts weiter schlimmes.
Bin in guter Verfassung und fühle mich auch so.
"Ah shit... here we go again!"
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#36
(28.03.2022, 15:34)Finchen156 schrieb: Ich denke so richtig verallgemeinern kann man das nicht. ...
Ich denke jeder muss für sich herausfinden welche Methode für denjenigen besser ist. Natürlich halte ich es für standhafter ohne Blocker, jedoch könnte es ohne für manche eine never ending story werden die diese Blockade einfach eine zeitlang benötigen um sich zu festigen Smile
Ja, da hast du natürlich recht.

Zitat:Ein Alkoholiker sollte sich auch nicht jedes Wochenende einfach zu seinen Freunden in die Kneipe gesellen oder sich ne Flasche Schnaps auf den Schreibtisch stellen... Die Versuchung ist groß.
Stimmt, allerdings sind es ja auch gerade die Situationen, aus denen man zehren kann, wenn man auch hier nein sagen kann.

Für mich war das immer so: Hatte ich mal einen Blocker, war im meinem Kopf immer das Thema präsent "Ich will aber ich kann nicht", statt "Ich will aber ich werde nicht". Das führte dann dazu, dass sich der Druck immer weiter angestaut hatte und im Kopf ständig diese Gedanken waren, dass ich hier einen Verlust an Lebensqualität/Glück erleide, weil ich nicht konsumieren kann. Mit diesem Gedankenkonstrukt ist ein Rückfall quasi vorprogrammiert und wenn man den Blocker dann mal umgangen hat gibt es kein zurück mehr, da wird alles abgecheckt was man verpasst haben könnte und stundenlang geedged um sich das Dopamin zurückzuholen, auf welches man ja verzichten musste. Ohne Blocker gestalten sich meine Gedanken viel mehr in die Richtung, dass ich es mir Wert bin; dass ich weiss, dass ich keinen Verlust an Lebensqualität erleide, sondern es tatsächlich genau umgekehrt ist; dass ich keinen Erziehungsberechtigten brauche sondern ich das alleine schaffe; ...
Achja, außerdem verbringt man durch die Suche, die Installation, die Einstellung, den Wechsel des Blockers wieder so viel sinnlose Zeit am Rechner, die ich mir gerne sparen möchte (Getreu dem Motto "Ein Computer ist ein Gerät, mit dem man Probleme löst, die durch ihn selbst verursacht werden")
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#37
Habe mir gerade Gedanken zu einem Thema gemacht:

Bei vielen Unterhaltungsmedien wie z.B Videospielen gibt es ja häufig einen Disclaimer, etwa "machen sie jede Stunde 15 Minuten Pause, passen Sie auf ihre Gesundheit auf... bla bla bla" und auch auf Zigarettenschachteln wird man auf die Gefahren des Konsums hingewiesen.
Wie Sinnvoll wäre soetwas bei Pornos? Das am Anfang immer kurz eingeblendet wird, dass der Konsum zu problematischem Verhalten führen kann bis hin zu Kontrollverlust? Viele wissen ja sicherlich nicht mal, dass sie abhängig sind.

Ich habe auf Netflix eine Doku gesehen zum Thema Sexualität. Dort wurde auch darüber gesprochen, welche Bereicherung doch Pornos sind und dass alle so viel masturbieren sollen wie sie Bock haben. So eine Aussage finde ich gefährlich. Man sollte wenigstens mitgeben, dass man es auch durchaus übertreiben kann.
Natürlich wirkt sich der Konsum auf jeden anders aus, die Gefahr besteht aber immer.
"Ah shit... here we go again!"
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#38
Hi Flash, ich finde besonders den zweiten Teil deiner Ausführung wichtig und interessant. Du schreibst, dass Pornos laut der Doku eine Bereicherung wären. Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Beim Alkohol würde ich diese Aussage unterschreiben, wissend, dass es Leute gibt, die danach süchtig sind. Bei Pornos, von denen ich wiederum abhängig bin, würde ich es nicht unterschreiben. Trotzdem kann es vermutlich vielen einen Mehrwert generieren, ohne dass sie direkt eine Sucht entwickeln.
Wobei ich dir Recht geben muss, ist die gesellschaftliche Verharmlosung. Manchmal kommt es mir fast ein bisschen vor, als wolle man cool und ja nicht verklemmt sein. Toxischer Liberalismus vielleicht, wenn man es auf die Spitze treiben will. Und da wird es dann gefährlich, weil die Kehrseite nicht gesehen wird. Vielleicht mangelt es an Aufklärung und vielleicht auch an Kontrollinstanzen. Schließlich ist es einfacher als alles andere, im Internet sexuell explizite Inhalte zu finden.

Ich glaube, da sind das Internet aber auch die Tubes selbst ein zu unregulierter Raum. Und als Sitebetreiber würde ich nicht freiwillig mit Disclaimern meine "Kundschaft" vor negativen Auswirkungen warnen. Hier ist wieder eine dritte Partei gefragt, die die Hürde zum Besuch solcher Seiten höher legt.
Aufklärung in Schulen kann helfen, aber auch Eltern sind da in der Verantwortung offen mit ihren Kindern zu kommunizieren. Letztlich bleibt wahrscheinlich immer ein Restrisiko, wie bei Alkohol, Cannabis und anderen Substanzen.
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#39
Hey fokusfinden, das mit der Durchsetzung dürfte tatsächlich ein Problem sein. Wenn nicht mal ein vernünftiger Jugendschutz durchsetzbar ist, wird so etwas garantiert nicht einfacher, zumal das irgendwie auch mit dem goodwill der Produzenten zusammenhängt. Aufklärung ist da tatsächlich die beste Lösung.
Mein Aufklärungsunterricht in der Schule bestand darin, an die Tafel zu krizeln, was einem beim anderen Geschlecht gefällt... das wars. Vlt noch ein paar Lückentexte ausfüllen. Da ist auf jeden Fall noch Nachholbedarf

Tag 9 ohne Porno und Masturbation

Meine Stimmung hat sich etwas "normalisiert" bzw. die Euphorie der letzten Tage hat nachgelassen. Die Gefahr eines Rückfalls ist aber weiterhin gering, obwohl alle Blocker deaktiviert sind. Leider stecke ich wieder in einem Motivationstief. Da muss ich noch eine Lösung finden, wie ich das überwinden kann. Kaffee ist da immer das Mittel der Wahl, aber ich habe mal irgendwo gelesen, dass Kaffee den Suchtdruck verstärken kann, daher bin ich mir in der Beziehung etwas unsicher.

Ich habe immer keine Lust, etwas zu unternehmen, bis ich es dann doch mache und dann bin ich froh drüber, dass ich es gemacht habe. Aber so läuft das bei jeder Kleinigkeit, die ich machen muss außerhalb meiner Komfortzone. Das nervt. Ich wäre gerne viel offener für alles. Stattdessen fühlt es sich immer an, als ob ich an 100 Kilo Steinen festgekettet bin.
Und am Ende des Tages hocke ich nur Zuhause rum und fühle mich schlecht dabei.
"Ah shit... here we go again!"
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#40
Tag 10 ohne Porno und Masturbation

So langsam macht sich der Dopaminentzug bei mir bemerkbar. Meine Nutzungsdauer am Smartphone hat sich deutlich erhöht. Ich wische die ganze Zeit sinnlos durch die Apps ohne überhaupt etwas wichtiges zu tun. Normalerweise liegt meine tägliche Nutzungsdauer zwischen 2 und 2 1/2 Stunden. Die letzten Tage waren es 5 - 7 Stunden. Zeitverschwendung. Prokrastination ist generell ein großes Problem bei mir, aber ich finde partout kein Mittel dagegen. Das ärgert mich sehr.
Hinzu kommt die Ernüchterung und ein negatives Gedankenkarussell. Ich sehe das aber dennoch als Fortschritt und hoffe, dass sich da gerade etwas in meinem Hirn tut.
Auch bin ich etwas gereizter als üblich. Bin eigentlich vom Typ her eher ruhig und überhaupt nicht impulsiv, aber in letzter Zeit rege ich mich recht schnell über Dinge auf.
Ich werde weiter beobachten, wie sich das in den nächsten Tagen entwickelt.
"Ah shit... here we go again!"
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