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Aufklärung
#11
Oh entschuldigung. Habe mich verschrieben.

Ich meinte Virtual-Reality (VR). Wenn dieses Medium von Filmen zum Standard wird ohne Aufklärung, denke ich dass wir verloren sind.
Falls mich wer erkennt.
Ich bin auf dem Weg der Besserung
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#12
Bis dahin ist nur noch ein kurzer Weg. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Technik billig genug ist, dass sich die breite Masse das leisten kann und will. Das wird schätzungsweise ähnlich laufen wie bei der Einführung der Smartphones damals. Wobei ich glaube, dass AR (Augmented Reality) als erstes Einzug ins gesellschaftliche Leben erhält...
[Bild: nfc.php?nfc=22594]
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#13
Hallo Ihr Lieben,

oh, dieses Thema ist wirklich explosiv. Ich habe bereits vor einiger Zeit mit meiner Tochter über das Thema gesprochen. Sie befindet sich derzeit noch
in der Ausbildung zur Erzieherin, ist gerade im Examen. Da wir uns immer wieder austauschen über die Lernthemen während ihrer Ausbildung, hab ich
sie auch gefragt, ob das Thema Internet allgemein aber auch das Thema Pornos bei ihnen im Unterricht abgehandelt wurde.
Leider mußte ich feststellen, dass dies nicht wirklich angesprochen wurde, obwohl ich das immens wichtig finde. Aber wir sehen ja selber, wie schwierig
es ist, selbst für einsehende Betroffene, sich mit dem Thema in der Öffentlichkeit auseinander zu setzen. So lange es so tabuisiert und wenig anerkannt
ist und von nahezu jedem als "das macht doch jeder" entschuldigt wird, gibt es da wenig Ansatzpunkte um die Öffentlichkeit und damit vor allem die
nachfolgenden Generationen aufzuklären bzw. zu schützen. Was ich auch besonders traurig finde, die Kriminalpolizeit such dieses Jahr zum ersten Mal
in der Geschichte des Internet gezielt nach Freiwilligen, die sich zu Cyber-Spezialisten ausbilden lassen wollen um demnächst der Cyberkrminalität besser
habhaft werden zu können. Das kommt meines Erachtens nach, Jahrzehnte zu spät.

Ich kann mich z. B. noch gut erinnern, als meine Tochter so ca. 11 oder 12 war, die Kinder hatten alle einen eigenen Rechner im Zimmer und damit auch
Internetzugang, zwar nicht so flott wie heute, aber für die sogenannten Chatplattformen reichte es allemal, hatte sie sich bei einer Plattform angemeldet,
die ausschließlich für Kinder gemacht war. Der Name ist mir heute nicht mehr geläufig, wahrscheinlich gibt es den Anbieter nicht mehr. Aber eines Tages
kam mein Mäuschen zu mir, und erzählte mir, dass sie von einem O-Ton meine Tochter: "Pädophilen Schwein" angeschrieben worden sei. Sie zeigte mir
das Geschriebene und auch ihre Antwort darauf und sagte mir, dass sie ihn, nach Absenden ihrer wirklich knackigen Antwort darauf, sofort gesperrt hatte.

Was sie genau damals geschrieben hatte, weiß ich nicht mehr, aber es war enorm reif formuliert und ich war mächtig stolz auf ihre Reaktion und auch darauf,
dass sie damit zu mir kam und sich anvertraut hat.

Was mich allerdings schockierte ist, dass man auf dieser Plattform, die ja ganz offensichtlich ausschließlich für Kinder gemacht war, scheinbar ständig von
solchen Menschen angeschrieben wurde und ich stellte mir sofort vor, wie es sich verhielt mit Kindern, die nicht so aufgeklärt und selbstbewust wie meine Tochter
waren. Ich wollte den Betreiber anschreiben und an seine Sorgfaltspflicht appellieren gegenüber seiner Zielgruppe, die ja eigentlich alle Minderjährig sein sollten.
Aber, der Betreiber saß wahrscheinlich irgendwo in Timbuktu und interressierte sich einen Sch... für das was wirklich abging. Ich habe daraufhin den deutschen Kinderschutzbund
eingeschaltet und gefragt, ob es denn gegen solche Plattformen keine Handhabe gebe, um solchen Lurchen das Handwerk zu legen. Die Antwort war vernichtend.
Man versicherte mir, dass es gut sei, dass meine Tochter so selbstbewust erzogen sei und wir Eltern in der Pflicht seien, unsere Kinder auf ein Leben in der
Cyberwelt vorzubereiten. Die Anbieter diverser Seiten säßen allesamt irgendwo im nahen oder fernen Ausland und so habe die deutsche Rechtsprechung für
diese Plattformen keine Anwendung.

Ich war wirklich fassungslos. Wie viele Kinder gibt es, die nicht oder nur wenig mit ihren Eltern über gewisse Dinge reden, entweder, weil sie sich schämen oder
weil die Eltern keine Zeit haben, oder was auch immer. Wer schützt diese Kinder vor Angriffen aus der virtuellen Welt? So wie es aussieht - niemand. Und das
ist ein Skandal, den man so nicht hinnehmen sollte. Da ist meiner Meinung nach die Politik gefragt. Hier muß sowohl präventiv als auch exekutiv viel mehr passieren.
Da stecken wir in Deutschland echt noch in den Kinderschuhen, wenn nicht sogar im Mutterleib. Da passiert irgendwie gefühlt gar nichts, wenn überhaupt, dann
ist es bisher nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Lange Rede, kurzer Sinn, genau deshalb ist es wichtig, dass viel mehr Betroffene, so auch wir hier, in der Öffentlichkeit über unsere Probleme reden. Es aufdecken, was z. B. die
Pornosucht mit den Süchtigen, wie auch mit dem Familienleben angerichtet hat, in aller Deutlichkeit und ohne Blatt vor dem Mund. Meiner Meinung nach kann man nur
so deutlich machen, wie gefährlich der Umgang mit dererlei "Content" ist. Ich kann verstehen, dass es mit sehr viel Scham behaftet ist, zuzugeben, dass man ein Problem,
gerade mit Pornos hat. Aber, denkt doch auch an eure eigenen Kinder. Und bedenkt, hättet ihr nicht auch gewarnt werden wollen, hättet ihr gewusst, was dieser ganze Mist
letztlich mit euch macht? Ich kann mir gut vorstellen, dass es für die, die gerade erst am Anfang stehen mit der Entdeckung, was eigentlich mit Ihnen los ist, besonders schwer ist,
darüber zu reden. Aber die, die inzwischen schon eine Menge gelernt haben über die Vorgänge der Sucht und die Verknüpfungen im Gehirn, sollten doch darum bemüht sein,
andere und vor allem heranwachsenden Kindern dieses Leid zu ersparen.

Also mein Apell hier an alle. Thematisiert es in der Öffentlichkeit. Schweigt es nicht länger tot. Geht offen damit um, damit es bekannt wird und nicht länger negiert und runtergespielt
werden kann. Ihr dürft nicht vergessen, die Pornoindustrie hat eine riesige Lobby, gegen die muß man sich stark machen und dafür braucht es viele! Das ist ein schier unendlich
großer Markt in dem viele Milliarden verdient werden und die haben keine Lust, dass ihnen einer das Geschäft kaputt macht, aber sie machen euch / uns kaputt und das
sollte nicht länger ungestraft von statten gehen. Wer zahlt denn letztlich den Preis für deren Gier? Wir alle! Die gesamte Gesellschaft leidet letztendlich unter dieser "Branche".
Es sind nur die wenigsten, sozusagen die Spitze des Eisberges, die inzwischen wachsam damit umgehen und verstanden haben, dass ihnen der Konsum nicht nur nicht gut tut,
sondern ihre ganze Familie darunter leidet. Die Dunkelziffer ist riesig und damit muß endlich Schluß sein.

Macht euch klar, dass ihr nicht "Schuld" daran seid, dass ihr diesem "Geschäft" auf den Leim gegangen seid. Ihr seid in diesen Strudel völlig unvorbereitet hereingeraten, aber ihr habt
es jetzt verstanden, also macht euch auf und lehrt andere, damit nicht so sorglos umzugehen. Sprecht darüber, wie es bei euch angefangen hat und warnt jeden, bei dem ihr es für
richtig haltet, was passieren kann, so wie es euch passiert ist. Niemand hat das Recht, mit dem Finger auf euch zu zeigen, denn ihr seid stark und alle anderen, die es runterspielen und
es nicht wahrhaben wollen, sind schwach! Macht euch das ganz bewusst, nur so kann es gehen.

Ganz liebe Grüße

T.
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#14
Hallo Tabularasa,

ich gebe dir da in allen Punkten recht, nur die Realität zielt viel mehr auf Sensationsgeilheit ab leider. Da muss man sich ja nur mal das heutige Fernsehprogramm anschauen. Oder die Serien die so laufen. Entweder sexistisch "aufgeklärter" oder einfach blutiger.

Deinen Appell zum Schluss kann ich gut verstehen, aber ich tue mir schwer damit jetzt auf die Straße zu gehen und zu schreien: "Hey, Pornos sind scheiße, schützt eure Kinder!", denn soziale Ächtung ist keine schöne Sache und dazu bin ich einfach zu schwach. So viel Selbstbewusstsein hab ich nicht... Aber warum sage ich das? Der Trend der Sensationsgeilheit lebt eine viel größere sexuelle Freizügigkeit vor, in Einklang mit Toleranz und einem offenen Umgang gegenüber verschiedensten sexuellen Einstellungen. Und dazu gehört auch ein eher positiv (!) konnotierter Umgang zur Pornografie. Mindestens nehme ich das so wahr, dass hier Vorbilder gefunden werden, die eigentlich keine sein sollten. Hier sei vor allem an so ein paar YouTuber, Influencer, Twitcher gedacht. In dieser Welt offen gegen den Strom zu schwimmen und gleichzeitig als Perverser bezeichnet zu werden (was nach diesen gesellschaftlichen Tendenzen ja per se schon pevers ist...), ist für mich nicht erstrebenswert.

Ich begrüße daher jegliche professionelle Aufklärungsarbeit, vor allem in Form von Studien und Forschungsarbeit in der Richtung, um damit einen fundierten Diskurs in der Gesellschaft anstoßen zu können. Ich halte dafür aber ungern meinen eigenen Kopf hin. Innerhalb meiner Familie sieht das natürlich wieder anders aus. Da werde ich das Thema natürlich ansprechen, sollte ich eines Tages in den Genuss kommen Vater zu werden. Aber vor einem Monat ca. wurden hier im Forum diesbezüglich sogar Probanden gesucht für eine Studie. Es gab vor einiger Zeit auch eine Dokumentation vom ZDF (?) zum Thema. Es gibt also schon kritische Stimmen, aber meiner Meinung nach nicht genug. Es erreicht außerdem nicht die richtige Zielgruppe, da sind dann eben wieder die Eltern gefragt. Oder es erreicht endlich mal die Influencer selbst.

Also nichts für ungut, grundsätzlich bin ich bei dir, aber ich glaube vielen geht's so wie mir was das betrifft. Ich glaube professionelle Aufklärung und wenn es gelänge Influencer für die Thematik zu gewinnen, das wäre der Weg.
[Bild: nfc.php?nfc=22594]
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#15
Wir kämpfen auch an einem Gedankengut der Allgemeinheit, den es wird zwar nicht ausgesprochen, aber es ist ja "normal" das der Mann sich Filme anschaut. (Bitte nicht falsch verstehen, aber dieses Forum ist ja das beste beispiel, das eher Männer diese Filme schauen.)
Hatte es vielleicht schon angesprochen, aber es wird ja sogar von Ärzten empfohlen es sich selbst zu machen. (Prostakrebes)

Ich kehre erstmal vor meiner Haustür und noch bin ich nicht in der Lage jemanden einen authentischen Rat zu geben. Aber eines weiß ich genau, auf Schule oder Politik zu hoffen wäre der falsche Weg.

Gerade Schule ist ein empfindliches Thema. In welchem Alter sollte man dieses im Unterricht unterrichten? Denke einige Eltern hätten bestimmt auch etwas dageben. Rückblickend wurde in meiner Schulzeit das Thema Alkohol, Zigaretten etc. auch nicht angesprochen.
Falls mich wer erkennt.
Ich bin auf dem Weg der Besserung
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