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90 Tage - diesmal ohne Selbstvera*sche
#1
Ja sas,

tja nun ist es wohl endlich an der Zeit, dass ich mich hier auch mal literarisch verewige.

Nach einem "erfolgreich absolvierten" 90-Tages-Reboot am Anfang des Jahres, bei dem ich mich leider mehrfach selbst betuppt habe mit "Anfappen" und gelegentlichem "Nur-Gucken-Nicht-Anfassen" usw. bin ich (nachdem ich mich nach den 90 Tagen natürlich ordentlich für meine fragwürdige Abstinenz belohnt habe) sehr schnell wieder in alte Muster verfallen.

Ich habe eher so ein 'quartalartiges' Konsummuster:
Mal für eine längere Zeit nix, dafür dann an einem Wochenende (wenn genügend Trigger vorhanden waren) umso heftiger. Es können aber durchaus mal 2 Wochen Pause dazwischen liegen, ohne dass ich entzügig werde. Daher wird das ganze hier erst in 14 Tagen so richtig interessant... Mein Hirn wird da äußerst erfindungsreich, wenn es mich unbedingt dazu nötigen möchte, mal wieder so richtig durch die Streamingplatformen zu wildern.

Ursprung meines gescheiterten Reboot-Versuchs Anfang des Jahres war eine sehr hartnäckige depressive Verstimmung in Verbindung mit einer spirituellen Sinnkrise, die ich nun endlich knacken möchte.
Daher werde ich nicht nur in Bezug auf mein Internetverhalten, sondern auch in Bezug auf andere negative Routinen, die ich mir in den paarundreißig Jahren meines Lebens angeeignet habe, nun endlich Nägel mit Köpfen machen.


ICH MÖCHTE ETWAS VERÄNDERN!

Was genau dazugehört, kann ich noch nicht gänzlich fassen. Ich hoffe, dass regelmäßiges Meditieren und vor allem ein reflektiver Umgang mit mir selbst mir darüber Auskunft geben können, wo ich im Moment stehe und wohin ich mich in Zukunft bewegen möchte. Sicher bin ich mir nur der Tatsache, dass ich so, wie es im Moment läuft, nicht mehr weiter machen möchte!

Gäbe es nicht die Hand voll Menschen, die mir etwas bedeuten und denen ich etwas bedeute, dann hätte ich mich wohl im vergangenen Jahr schon aus diesem Zyklus hier ausgeklinkt.  

Drei Einsichten haben mich jedoch davon abgehalten:

1. Mir steht es nicht zu, Menschen, die mir immer geholfen haben, durch lebenslanges Leid zu strafen.
2. Dass das Leben wunderschön ist, konstruiert sich maßgeblich in meiner Wahrnehmung vom Leben und nicht im Leben selbst.
3. Ich bin der einzige Mensch, der mein Leben so zurecht biegen kann, dass ich kompfortabel darin herumschwimmen kann und der einzige, der  dafür verantwortlich ist, dass der große Abgang, den wir mit unserer Geburt zwangsläufig mitbuchen mussten, würdevoll verläuft (egal, wer letzlich den Stecker zieht).

Um herauszufinden was ich ändern muss (!) und um diese Dinge dann auch ändern zu können, brauche ich ENERGIE.

Leider habe ich im zarten Alter von 7 Jahren schon entdecken dürfen, wie man Energie am besten verschleudert. Und mit dem Einzug der schönen neuen Welt Ende der 90er war dann auch der nötige Input immer und überall und in jeglicher Mannigfaltigkeit aller erdenklicher Perversion verfügbar. Das hat mich vollkommen unterwandert, mich beinahe zerstört, mich in meiner geistigen und persönlichen Entwicklung soweit zurückgeworfen, so dass ich Zeit meines energieverprassenden Lebensabschnittes immer nach Auswegen aus meinem Elend gesucht habe.

Diese vermeintlichen Auswege habe ich dann - hier beginnt der Teufelskreis - natürlich in selbstzerstörerischen und verschwenderischen Handlungen gefunden, die mir kurzzeitige Linderung verschaffen können und mich davon ablenken, was ich doch für ein armes kleines Hanswürstchen bin.

Damit ist jetzt Feierabend!

Ich schreibe diesen Text in erster Linie, um ihn lesen zu können. Vor allem dann, wenn sich der Autopilot wieder einschaltet, um den Karren wieder vollends in den Dreck zu steuern. Dort möchte ich nie wieder hin!

Ich möchte mir an dieser Stelle ein paar Dinge sagen, die mich am Scheideweg daran erinnern sollen, dass der Weg mit Herz zwar oft der steinigere von beiden ist, dass ich aber jeden steinigen Weg einer ach so bequemen Kutschfahrt vorziehen würde, wenn diese in der Wüste endet:


  • WACH ENDLICH AUF UND LASS DIESEN SCHEISS!!!
  • Schmeiß' doch nicht den einzigen Rettungsring über Bord, wenn dein Schiff absäuft!
  • Du kannst genau das verändern, was dich betrifft!
  • Wann willst du erkennen, wer du bist?
  • Du darfst genau so sein, wie du warst.
  • Denke an das Gefühl, wie es ist, aus dir heraus zu schweben und dich so zu betrachten, wie du WIRKLICH bist!
  • Fremdsteuerung ist Zeitverschwendung!
  • Selbstmitleid ist der Teufel!
  • 90 Tage sind nur die Startbahn. Ready for take off!

Zwar appeliere ich hier in erster Linie an mich selbst, aber ich würde den Text natürlich nicht in ein öffentliches Forum stellen, wenn sich nicht andere Forenteilnehmer dazu eingeladen fühlen dürften, an meinem Dämon teilzunehmen.

Daher möchte ich hier alle auf der Bühne der Austreibung wilkommen heißen. Auch du - Dämon - bist herzlich eingeladen, deiner eigenen Vernichtung beizuwohnen. Diesmal kriege ich dich. Diesmal mache ich dich platt! Du und deine ganze peinliche Brut, die ich jahrelang in vollen Zügen heraufbeschworen habe. Ich werde euch erst dann in Ruhe lassen, wenn sich der Nebel gelichtet hat und ich mich selbst wieder sehen kann!

(Nein, ich bin nicht exzessiv religiös. Ich habe nur zu viele schlechte Filme gesehen. Nicht nur P*rn  Tongue )

Allen Mitstreitern möchte ich an dieser Stelle viel Kraft und Willensstärke wünschen, um das hier durchzuziehen. Wir "30-39er" können froh sein, nicht 20 Jahre später auf die Welt geworfen worden zu sein. Die Web 2.0 Generation wird es schwerer haben, als wir...


p.s.: Ich versuche das hier weitestgehend im sog. hardmode zu betreiben. Meine Freundin ist quasi eingeweiht. Wenn aus Gründen des Haussegens Geschlechtsverkehr nicht umgänglich ist, würde ich hier eine Ausnahme machen, aber den Zähler dann nicht zurücksetzen. Ziel ist es jedoch eigentlich, 90 Tage auf Orgasmen generell zu verzichten, um erfolgreich rebooten zu können. Kommt mir also so eine "zwischenmenschliche Notlage" dazwischen, würde ich die angestrebte Zielmarke entsprechend modifizieren, oder einen zweiten Zähler aktivieren.

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#2
Hallo Mutterkorn,

deine Selbstanalyse ist der Hammer. Treffender und schärfer hättest du deine Story nicht schildern können. Ich sehe dass wir die Gemeinsamkeit haben dass wir den Reboot als Teil einer allumfassenden Wesensänderung und Erforschung des tatsächlichen Ichs verstehen. Finde deinen Ansatz super.

Auch in deinem Konsumverhalten sehe ich Parallelen zu mir. Ich kenne diese Phasen gut in denen man sich völlig gehen lässt wenn man mal zwei Wochen Abstinent war weil man ja weiß dass man es nicht übertreiben soll. Diesen Jojo Effekt hatte ich auch und daher weiß ich was du meinst wenn du sagst dass es erst in 2 Wochen richtig spannend wird.

Ich werde dein Tagebuch hier mit großem Interesse weiterverfolgen und hoffe dass es ein erfolgreicher Weg für dich wird.

Viel Erfolg - Lg jkov
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=5252]

ICH BLEIB STABIL.
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#3
High!

Tag 6 NoFap liegt hinter mir.

Die ersten Tage haben viel zu leicht funktioniert.
Erschreckend.
Keinerlei Bedürfnis nach P. gehabt. Überhaupt nicht!


Aber wie schon gesagt, "lustig" wird es bei mir nach 2 Wochen Pause....



@jkov

Danke für dein Feedback. Schön, dass dir die Selbstanalyse gefällt.
Ich habe mal in deinem Tagebuch gelesen und da gibt es tatsächlich Parallelen. Gerade der Jojo-Effekt (sehr treffende Metapher) ist wirklich tricky.
Aber sich dessen bewußt zu werden, ist das beste Gegenmittel!

Zitat:Ich sehe dass wir die Gemeinsamkeit haben dass wir den Reboot als Teil einer allumfassenden Wesensänderung und Erforschung des tatsächlichen Ichs verstehen. Finde deinen Ansatz super.


Super dass du das ähnlich siehst, wie ich.
Jeder "NoFapper" wird zwar seine ganz persönlichen Beweggründe haben, um sich diese "Bürde" aufzuerlegen.
Sei es ED, Stress in der Beziehung, Soziophobie usw.
Gemeinsam ist uns allen aber, dass wir überhaupt etwas verändern möchten!

Vordergründig sind es "nur" die individuellen Symptome, die durch PMO entstehen können, die wir ändern wollen.
Ich glaube aber, dass dieser Veränderungswille nicht nur ein rein persönlicher Drang, sondern eine Reaktion auf einen Druck ist, der von außen auf die gesamte Gesellschaft wirkt. Daher liegt das kollektive, aber nicht augenscheinliche Ziel der Veränderung nicht nur zwingend in uns selbst, sondern geht über das Individuum hinaus (später mehr dazu in meinen Tagesnotizen). Aber die Einsicht, dass durch NoFap neue Wege zu einem in erster Linie anderen Ich (was ist echt, was ist unecht..?) gebahnt werden können, ist vielleicht sogar ein Schlüssel zu einem anderen Wir.

Nichts liegt mir ferner, als NoFap als sektenähnliche "Bewegung" zu verstehen, wie es hier und da zu lesen ist. Dafür sind unsere Belange einfach zu "privat". Aber in meinen Augen ist NoFap nur eines von vielen in unserer Gesellschaft aufblühenden Phänomene, die Ausdruck eines Willens zum Ausbrechen aus jenen schädlichen Strukturen sind, welche die Gesellschaft als Organismus von wirklicher Selbsterkenntnis abhalten und das Individuelle zu unterwandern versuchen.

Askese hat es immer schon gegeben. Askese war auch immer schon ein probates Mittel der Bewußtseinssteigerung.
"Askese im Pornoland" dagegen ist recht neu und anders zu handhaben, als in einem Tempel oder Kloster!

Ich sehe das als Chance, mich auf eine Reise mit unbekanntem Ziel zu begeben. Das ist spannend.
 

In dem Zusammenhang möchte ich mal ein wenig "Werbung" für Meditation machen:


NoFap und Meditieren scheinen sehr gut zusammen zu funktionieren. Es scheinen sich regelrechte Synergien zwischen beiden aufzubauen.
Durch die Gelassenheit, die ich aus der Meditation beziehe, lassen sich die NoFap-Cravings (falls es die bei mir derzeit überhaupt schon gibt) besser ertragen.
Durch die Akkumulation von Energie, die ich aus dem NoFap raushole, wird die Meditation "besser". Sie wird einfacher, tiefer und die Einsichten in mich selbst werden immer differenzierter.

Ich habe vor meinem ersten Reboot Anfang des Jahres überhaupt erst mit Meditation angefangen. War aber nicht konsequent bei der Sache. Während des Reboot sind meine Meditationssessions dann leider komplett eingeschlafen. Nach den 90 Tagen habe ich dann immer mal wieder, aber auch nicht konsequent meditiert. In anderen Tätigkeiten war ich leider konsequenter....

Eine Woche vor Beginn dieses Reboots habe ich mich dann dazu überwunden, einmal pro Tag mindestens 25 Minuten am Stück zu meditieren.
Ich habe mit 10 Minuten angefangen und die Sessions dann sukzessive verlängert. Mein Ziel sind 35 Minuten, jeden Tag.
Der Anfang verlief etwas schleppend, mit Rückenschmerzen, Nervosität und frühzeitigen Abbrüchen. Seit ich mich aber zum Reboot entschlossen habe, scheint es richtig aufwärts zu gehen.

Es ist beinahe wie eine Suchtverlagerung, da ich neben meinem fixen morgentlichen Meditationsritual ständig versuche, mir im Tagesablauf neue Räume zu schaffen, um noch mehr meditieren zu können.

Mich macht das irgendwie total "geil"!!

Da ich tagsüber nicht immer ein geeignetes Plätzchen finde, um meiner "neuen Sucht" zu frönen, habe ich angefangen, sogenannte Alltagsmeditationen durchzuführen.
Einfach mal ein paar Dinge bewußt zu tun und sich selbst im Alltag zu beobachten hilft mir enorm dabei, mein kritisches Bewusstsein aufrecht zu erhalten.



Morgen werde ich mir vielleicht mal die Zeit nehmen, meine handschriftlichen Notizen der ersten Woche hier abzutippen.
Das könnte sehr viel Text werden, der auch von niemandem außer mir gelesen werden muss. Aber vielleicht interessiert es ja doch jemanden.

Ansonsten bleibt mir zu sagen: Glück auf, euch allen!

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#4
Ich möchte hier in chronologischer Abfolge meine Notizen abtippen, die ich während der letzten 7 Tage gemacht habe.



Wie schon gesagt, könnte das einiges an Text werden.

Mir ging es in der ersten "freien" Woche ziemlich gut :-)

Ich möchte die Beobachtungen daher unbedingt für mich in diesem Forum als Motivation für die nächsten Wochen festhalten:

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Ich betrachte mich morgens im Spiegel. Ich sehe nicht mehr den Gejagten, der vor hat, im nächsten Moment vor sich selbst wegzulaufen.
Ich sehe jetzt einen verwegenen Jäger mit lodernden Augen, der wild entschlossen ist, sich mit dem Schweinehund anzulegen,
ihm nachzustellen und ihn zu erlegen, zu häuten und ihn am Spieß zu braten! Ich weiß, dass ich über die nötige List und Tücke hierfür verfüge!
Das Feuer ist geschürt.

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Mir wird bewußt, dass mir die "Suche nach geeignetem Material" selbst in meinen "aktivsten Zeiten" schon ziemlich auf den Sack gegangen ist:
Ständig die selben dämlichen Vorschaubildchen: "Kennste schon", "Ist nix für mich", "könnte was sein", "erinnert mich an...", "och nö, nicht schon wieder..."

Was für eine Zeitverschwendung!
Und als Resultat dieser "Anstrengung" manifestiert sich bloß immer der selbe Müll in meinen Hirnwindungen und verzerrt meinen Blick auf die Realität und auf mich selbst. Ich bin mir während meines Tuns dessen Absurdität auch noch voll bewußt - und mache trotzdem weiter!
Das Bekloppteste ist: Ich belohne mich auch noch dafür mit einem Dopamin-Bad! Pawlow lässt grüßen.

Ich komme mir ziemlich dumm vor, wenn ich mir diese niederträchtige und zeitraubende Tätigkeit vergegenwärtige.

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Ich erinnere mich daran, dass ich schon lange vor der "NoFap-Welle" (ca. zwischen 2002 und 2005) mir sehr deutlich im Klaren darüber gewesen bin, dass der Konsum für mein Selbstbild nicht zuträglich ist. Ich habe sogar während mehrerer, mir selbst auferlegter Pausen die positiven Auswirkungen auf mein Seelenleben und meine Selbstachtung spüren dürfen. Trotzdem gab es immer wieder Situationen, in denen ich es mir mal wieder so richtig gönnen musste.
Dann fühlte ich mich gut. Dann fühlte ich mich wieder mies. Dagegen kann ich ja etwas machen....Der übliche Kreislauf eben.

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Mir schießt eine Episode ins Hirn, in der ich im Jahre 2008 mal (eher gezwungenermaßen) für ca. 50 Tage clean sein musste.
In dieser Zeit hatte ich keinerlei sexuelle Aktivität, keinen Zugang zu Medien und darüber hinaus keinen einschlägigen visuellen Input. Nur viel Arbeit.
In der Zeit danach (also zurück in meinem gewohnten Umfeld) habe ich dann einen ungeheuren Energieschub verspürt, der mich dazu veranlasst hat, verschiedene Dinge zu tun, zu denen ich im Augenblick gar nicht mehr in der Verfassung wäre. Ich verspürte damals so etwas wie eine motivierende Freiheit alles das tun zu können, was ich wollte.

Was tat ich irgendwann? Klar, ich gab mich wieder meinen Trieben und meinem Konsumverhalten hin.
Ich konnte ja aus meiner Euphorie heraus wirklich alles machen (ich Idiot!).

Hätte ich damals geschnallt, dass ich diesen Drive vor allem aus der Abstinenz bezogen hatte und hätte es nicht die Begleitumstände gegeben, die mich wieder in den Sumpf springen ließen....Ich wäre heute schon viel weiter. Ich und viele meiner liebsten Menschen wären heute viel glücklicher (mit mir)!

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Ich schaue ein französisches Psychodrama im TV.
Dabei lauern mir zwei Szenen mit (zwar nicht körperlich plakativer, aber sehr subtiler) Erotik auf. Sofort verspüre ich dezente Regung in mir und ich schließe die Augen, um die Szenen nur akustisch zu verfolgen. Diesmal hat es noch funktioniert. Ich weiß aber, dass Tage kommen werden, an denen dann mein Kopfkino anspringt, um die Szene visuell anzureichern. Dem werde ich gewappnet sein!

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Ich erinnere mich an einen wiederkehrenden Alptraum aus meiner (an für sich glücklichen und unbeschwerten) Kindheit.

Es wird zu der Zeit gewesen sein, in der ich entdeckte, dass ich mich mit wenigen unkomplizierten Handgriffen in ungeahnte Extase versetzen konnte, wann immer ich wollte:

Ich nehme mich im Bett liegend wahr. Ich bin unruhig. Ich höre Geräusche vom elterlichen Dachboden. Plötzlich höre ich hektische Fußtritte auf der Steintreppe.
Ich sehe ein zotteliges, verwildertes, männliches, drahtiges, nacktes Wesen mit einer fürchterlichen Fratze in gebückter Haltung auf allen Vieren die Treppe herunter eilen und in mein Zimmer stürzen.

Anmerkung: Während meiner Beschäftigung mit C.G. Jungs Archetypen-Lehre sind mir immer wieder bildliche Darstellungen des sogenannten "Wilden Mannes" begegnet, welcher beispielsweise auch seine Entsprechung in zahlreichen Volksmärchen (u.a. "Der Eisenhans") findet, die diesem Traumwesen, so wie ich mich heute daran erinnere, teilweise frappierend ähnlich sehen.

Während ich also vor Schreck gelähmt ans Bett gefesselt da liege, springt dieses Wesen auf meinen Körper und sein Gewicht auf meiner Brust nimmt mir fast die Luft zum Atmen. Sonst macht das Wesen nichts!
Irgendwann löst sich diese Szene auf und ich bin wieder alleine. Ich will aufspringen und ins Zimmer meiner Eltern laufen, aber ich kann mich immer noch nicht bewegen. Ich kann nicht mal schreien!
Dann wache ich verängstigt auf. Anfangs habe ich mich vor Angst manchmal sogar eingenässt.

Dieser Traum wiederholte sich zwischen meinem 5. und 7. Lebensjahr geschätzte 15-20 mal. Zum Schluss war ich sogar darauf vorbereitet und wusste, was ich zu erwarten hatte, wenn ich in der Nacht Geräusche vom Dachboden vernahm. Ich hatte irgendwann sogar keine Angst mehr und ließ es einfach geschehen. Als ich zur Schule ging, verschwanden dann diese Träume gänzlich und wurden von anderen Eindrücken verdrängt.

Die Zeitangaben hier sind alle "ungefähr". Wahrscheinlich muss ich die "Entdeckung meines Überdruckventils" die ich im Eingangspost auf mein 7. Lebensjahr datiert habe sogar ins 5. oder 6. Lebensjahr vorverlegen. Jedenfalls verschleudere ich schon verdammt lange Energie und die langwierige systematische Fehlprogrammierung meines Dopaminhaushalts hat mich zu einem hartnäckigen Suchtcharakter werden lassen.

Interessant in diesem Zusammenhang - und hier möchte ich nochmal meinen Dämon direkt ansprechen - sind die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dem Succubus, die mir im Laufe der Jahre in die Hände gefallen sind. Der Succubus, der bereits in vorchristlicher Zeit beschrieben wurde, ist ein Dämon, der sich nachts unbemerkt auf den schlafenden Mann stürzt, um ihn seines Samen zu rauben. (Nein, er wohnt nicht in Besenkammern!)
Das Frauen heimsuchende Pendant dazu ist der Incubus.

Ich glaube, dass die Menschheit mit Erfindung des Succubus zum einen versucht hat, das Phänomen des feuchten Traums zu personifizieren. Zum anderen aber auch die Entdeckung der eigenen Sexualität, die ja quasi ebenfalls unbemerkt "über Nacht" geschieht.
Lässt du dich auf den Succubus ein und speist ihn immer und immer wieder mit neuer Energie, wird er dich irgendwann vereinnahmen und aussaugen. Du wirst also automatisch deine kostbare Energie immer aufs neue diesem Wesen in den Rachen schleudern.
Was bekommst du dafür? Kurzzeitiges Glück, ein fantastisches Wohlgefühl!
Was verlierst du? Entscheidungsfreiheit! Die Freiheit darüber selbst zu entscheiden, wem, für was und in welcher Form du deine Energie hergibst. Das Loswerden von Energie wird zum unwillkürlichen Automatismus. Der Succubus nimmt sich was er will und wann er es will!


Natürlich ist das ganze hier wissenschaftlich nicht tragbar und wirkt ein bisschen an den Haaren herbeigeholt. Mir hilft es aber, wenn ich dem Schweinehund eine Fratze aufsetze und ihn als DIE personifizierte Hässlichkeit bekämpfe, die mir in meinem kurzen Leben bisher begegnet ist!    

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In den ersten Tagen verspüre ich leider keinen gesteigerten Antrieb. Im Gegenteil. Ich muss mich immer wieder selbst zur Motivation zwingen. Ich komme morgens genau so gut oder schlecht aus dem Bett, wie in den Zeiten unter Strom.
Ich prokrastiniere nun anders. Eben ohne P*rno, dafür mit anderen Ersatzhandlungen. Ich weiß, dass es irgendwann anders sein wird, aber im Augenblick befällt mich eher eine Lethargie. Draußen wird es nicht richtig hell. In mir wird es das auch nicht.

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Ich stelle fest, dass bei mir vieles über den Geruchssinn funktioniert.

Der Hauch von Vanille, Opium oder Patchouli (ich liebe den Herbst mit seinen schweren Parfums) im Haar einer Frau vor mir in der U-Bahn lässt sofort die Bildermaschine anspringen! Eine Duftlampe im Arbeits- und Computerraum hingegen, gefüllt mit einem Duftöl, dass mich an sehr glückliche Episoden meines Lebens erinnert und mir ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt, läßt mich lange Zeit am Rechner sitzen, ohne auch nur im Entferntesten an Videos denken zu müssen. Obwohl ein Mausklick bzw. Suchbegriff ausreichen würde. (Ich habe keine Browser-Sperren.)

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Ich habe seit Beginn des Reboots bis jetzt nahezu kaum Verlangen nach PMO verspürt. Obwohl ich sehr viel Zeit am PC verbracht habe und die Gelegenheiten an für sich "günstig" gewesen wären. Es fühlt sich schon fast an, wie eine Flatline. Mein Sexualtrieb scheint völlig auf Sparflamme zu laufen.
Mein "Werkzeug" ist beinahe wie ein schlafendes Anhängsel, was mich täglich unbemerkt begleitet.

Ich bin mir jedoch fast sicher, dass dies schon Teil der Strategie meines Unterbewusstseins ist.
Es wiegt mich in falscher Sicherheit: "Siehste, es geht doch ohne! So schlimm isses doch nicht..."
Irgendwann werde ich dann zunächst anfangen, rein rational an Sex zu denken. Dann erzeugt mein Geist eigenständige Bilder und Empfindungen. Daraus entsteht das Bedürfnis, endlich neue Bilder kennen zu lernen, weil die eigene Phantasie wieder faul wird.

Darum heißt es dann irgendwann: "Zieh dir doch nochmal Musikvideo XYZ rein, das ist ja wohl voll harmlos..." Damit ist die Tür dann offen für "XYZ fucks ZYX in YXZ positions".

Ich werde also gerade in diesen vermeintlich "asexuellen" Episoden besonders wachsam sein.
Ich stehe quasi direkt vor der Falle und mein Geist will mich glauben machen, dass die Falle bloß ein leckeres und gesundes Frühstück ist!

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Als Kind hatte ich vor dem Schlafengehen ein seltsames Ritual, welches ich regelmäßig ausgeführt habe:

Ich liege auf dem Rücken. Das Zimmer ist durch meine Nachttischlampe in ein Dämmerlicht gehüllt.
Ich halte meine Hand ca. 20cm vor meine Augen und beobachte das filigrane Relief meiner Haut.
Dabei denke ich an mich, an mein Leben, an das, was mir das Leben zur Zeit gibt.
Danach denke ich an meine Oma, den für meinen damaligen Horizont "ältesten Menschen der Welt" und für mich Inbegriff der Gewissheit, dass wir alle einmal sterben müssen und sie im Normalfall die erste Person sein wird, deren Tod ich bewußt miterleben werde. Ich werde mir bewußt, dass auch meine Eltern irgendwann sterben und dass auch meine Freunde und ich irgendwann dabei sein werden und dass uns das auf magische Art und Weise irgendwie miteinander verbindet.

Aus diesen bewußt herbeigeführten Gedanken entwickelt sich dann ein starkes, unwillkürliches Gefühl der positiven Ergriffenheit. Ich fühle mich allem erhaben. Ich schließe die Augen und bewege mich plötzlich aus meinem Körper heraus, schwebe zur Zimmerdecke und sehe mich selbst schlafend im Bett liegen.
Dieses Gefühl der Ergriffenheit (an das ich mich heute als eine vom Solarplexus ausstrahlende Wärme erinnere, ähnlich dem Gefühl der plötzlichen Erleichterung, nur vielfach wärmer, länger und intensiver) steigert sich ins Unermessliche und durchflutet meinen gesamten Körper.
Irgendwie ähnelte das Gefühl auch einem Orgasmus. Nur statischer, nachhaltiger. Nicht pulsierend, irgendwie reiner und dauerhafter.
Ein ähnliches Gefühl begleitete damals oft meine Flugträume: "Schaut her, es ist ganz einfach! Man muss sich nur überwinden. Einfach die Beine nach hinten wegklappen, die Arme ausbreiten und alleine mit Willenskraft kann ich fliegen. Ich muss nur ganz fest daran denken!"

Warum bringe ich diese frühkindlichen ausserkörperlichen Erfahrungen in Verbindung mit NoFap? Zumal ich zur Wiederholung dieses Experiments schon seit fast 30 Jahren gar nicht mehr in der Lage bin?!

Im Zuge von Meditation und Selbstbobachtung durfte ich für mich selbst feststellen, dass dieses Gefühl von Erleichterung, welches meines Erachtens zumindest von der Substanz her einem Orgasmus gleicht, in glücklicheren und positiveren Phasen meines Lebens immer als schwache "Hintergrundstrahlung" ganz weit hinter den überlagernden Empfindungen des Alltags wahrzunehmen ist. Ein Gefühl, welches irgendwie zu diesem Zustand namens "Leben" dazu zu gehören scheint.
Jedes Ausatmen hat das Potenzial, ein erleichtertes, vielleicht sogar orgasmatisches Ausatmen zu werden!

Ich glaube, wenn ich versuche, mich auf diese "Hintergrundstrahlung" zu fokussieren und mir Wege und Mittel aneigne, diesem "immerwährenden Orgasmus" nachzuspüren, so könnte das effektiver sein, als mich lediglich zu kasteien und mir verschiedene Dinge zu untersagen. Ich werde also einerseits den Dämon vertreiben, andererseits werde ich wieder dem bewußten Wahrnehmen dieser "Lebensenergie" hinterherjagen. Dieses Gefühl gilt es zu hegen und zu pflegen, wie eine zarte junge Pflanze. Irgendwann ist sie ein stattlicher Baum!

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Dass es sich auch definitiv um eine körperliche Abhängigkeit handelt, merke ich daran, dass sich Entzug unter anderem als temporäres, leichtes "Restless-Leg-Syndrom" vor dem Einschlafen bemerkbar macht. Ich verspüre dann ein unangenehmes Ziehen in den Unterschenkeln, welches mich dazu verleitet, ständig meine Beine bewegen zu müssen oder die Wadenmuskulatur rhythmisch anzuspannen. Rastloses Rumzappeln betäubt das Muskelziehen.
Da ich das Phänomen aber schon vom Abschaffen anderer stoffgebundener Süchte kenne, kann ich gut damit umgehen. Ich weiß, dass es irgendwann verschwindet. Hochdosiertes Magnesium hilft mir sehr gut beim abendlichen Entspannen.

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Ich merke beim Duschen, dass die Gravitation stärker auf meine "südlichen Gefilde" wirkt, als noch vor ein paar Tagen. Es baut sich südlich des Äquators ein Druck auf und auch im Alltag merke ich, dass die Jeans nicht mehr so kompfortabel sitzen. An für sich ist das Gefühl ja nicht schlecht. Es lenkt jedoch meine Aufmerksamkeit öfters zwischen meine Beine, als mir lieb ist. Dabei hilft es mir enorm, dass ich beim Meditieren hin und wieder meine Aufmerksamkeit bewußt auf andere Körperteile richte. Im Alltag konzentriere ich mich in einem solchen "Notfall" dann auf die Zehen, die Nasenspitze oder den Atem, bevor mir der Verstand einflößen kann, was ich mit diesem Gemächt jetzt so alles anfangen könnte...

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Mann, was habe ich Durst. Nicht "Bock auf Alk", sondern einfach nur Durst nach Wasser. Ich trinke ohnehin schon verhältnismäßig viel Wasser. Mein Verdacht, dass ich Diabetiker sein könnte, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt.
Aber seit NoFap hänge ich ständig an der Pulle...und muss natürlich ständig zum Klo!
Ich trinke nun mehr als 4 Liter Wasser am Tag + Kaffee + Saft. Wäre es nicht auffällig und würde es nicht eindeutig mit dem Entzug korrelieren, würde ich es hier nicht vermerken. Vielleicht verlangt mein Körper auch nach so etwas wie einer Reinigung...

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Mir wird langsam deutlich, dass einer der größten Fehler bei meinem letzen Reboot darin lag, dass ich mir während der "Durststrecke" andauernd ausgemalt habe, wie und womit ich mich danach "belohnen" würde.
So habe ich dann zwar mit Ach und Krach (und kleinerer cheats) die 90 Tage voll gemacht, mich aber sofort am 91. Tag wieder vollgedröhnt. Ich hatte nicht im entferntesten darüber nachgedacht, dass ich vielleicht noch die 100, die 120, 200 oder was auch immer erreichen könnte. Ich wollte mir nur die Willensstärke beweisen, dass ich das 90 Tage lang kann und dann entweder auf das große Wunder hoffen, oder genau so weitermachen, wie bisher.

Diesmal mache ich das anders!

Auch dank dieses Tagebuchs hier werde ich (wenn ich ihn erreiche) am 90sten Tag "zur Belohnung" mal einen Fastentag einlegen (so ganz ohne ALLES...) und anhand meiner Aufzeichnungen darüber meditieren, was mir in den letzten Wochen widerfahren ist. Erst dann werde ich entscheiden, wie ich danach weiter mache.
Schätze mal, dass das gesünder sein wird.

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Verspüre zum ersten mal einen Energieschub.
Aber nur, weil ich gewollt 1,5h vor meiner normalen Weckzeit aufgestanden bin, um endlich ein paar überfällige Dinge anzupacken (nein, nicht DAS Ding...).

Hier bewahrheitet sich leider wieder einmal die alte, abgedroschene Floskel: "Von nix kommt nix."

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Ich merke, dass ich im Alltag irgendwie ehrlicher werde. Ich überlege nun öfters, ob ich eine kleine Notlüge auspacke, oder besser nicht.
Ich weiß nicht, ob das mit diesem Experiment hier in Verbindung steht, aber mir ist es jetzt schon zu wiederholten Male aufgefallen, dass ich in solchen Situationen zumindest zögere, oder gar gänzlich auf die Notlüge verzichte...

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Das Selbstwertgefühl ist merklich gesteigert. Fühle mich wohl in meiner Haut.
Fühle mich in der Öffentlichkeit wohler als sonst und mache mir kaum Gedanken, was andere von mir denken könnten. Ich bin einfach präsent.

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Ich habe quasi jeden zweiten Tag abends Kopfschmerzen gehabt.
Zwar ein leichter, aber dennoch nerviger Kopfschmerz. "Normalerweise" habe ich sehr selten Kopfschmerzen. Mit einer Aspirin und Magnesium sind die Schmerzen sehr leicht ertragbar und ich kann auch problemlos einschlafen.
Darüber hinaus überwiegen derzeit die positiven Effekte, so dass ich solchem Firlefanz keine große Beachtung schenke!

Gerade nach dem gestrigen Tag wünsche ich mir, das hier unbedingt durchzuziehen! Außerdem verspüre ich im Moment keine Rückfallgefahr und fühle mich in dieser Situation sauwohl (gefährlich...).

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Beim Reflektieren über mich selbst und meinen Konsum werden mir einige scheinbare Zusammenhänge bewußt:

Ich halte mich zwar nur für durchschnittlich intelligent, aber für einen Menschen, der übermäßig stark und präzise auf Einflüsse seiner Umwelt reagiert bzw. stark sensibel für sie ist. Ich habe eine gute und schnelle Auffassungsgabe und scanne ständig, sehr gründlich und feinfühlig meine Umgebung ab. Auch interpretiere ich sehr häufig Dinge in Menschen meines Umfelds hinein, "lese" was sie fühlen oder denken -- und in den allermeisten Fällen bewahrheitet sich das dann sogar!

Es fühlt sich so an so, als würde ich ständig mit einem Vergrößerungsglas, oder im LSD-Rausch durch die Gegend laufen.
(Klar, liest sich das irgendwie psychotisch. Aber ich schätze das als eine meiner Kernkompetenzen und sorge damit in meinem näheren Umfeld öfters mal für Verblüffen. Ich würde das nur gerne besser kontrollieren können.)


Der P-Konsum wirkt sich auf meine "Übersensibilität" in mehrfacher Hinsicht aus:

Zum einen werde ich nach PMO für eine gewisse Zeit unsensibler. Ich stumpfe temporär ab. Das ist in manchen Situationen gar nicht schlecht, da diese Flut von Eindrücken, die ich ständig interpretieren muss, irgendwann zu anstrengend wird und ich dann einfach meinen Kopf zu machen möchte.
Also hat P*rno eine unmittelbar entspannende Wirkung, aber auch einen längerfristigen desensibilisierenden Effekt auf mich (was auf meinen Kopf dann sehr erholend wirkt).

Zum anderen wirft der Input während des P-Konsums aber auch seine Schatten voraus. Die Erinnerungen an das, was ich in den Filmchen gesehen, gehört und was ich dabei empfunden habe, begleiten mich und vermischen sich mit den nun gedämpften Eindrücken des Alltags, die zwar in ihrer Intensität abgenommen haben aber quantitativ nahezu gleich geblieben sind.

Die beiden Welten, die auf diese Weise miteinander vermischt werden, funktionieren aber nicht reibungslos miteinander.
Bzw. anders ausgedrückt: Das "Unmoralische", was in meiner Interpretation von P*rno irgendwie immer mitschwingt, lässt sich nicht vereinbaren mit meiner (Ideal-)vorstellung einer guten und moralischen Welt. Das ist anstrengend und macht die gewonnene "Erholung" nach und nach wieder zunichte.

Nun weiß jeder von uns, dass die Vorstellung einer Welt, die ausschließlich gut und moralisch ist, nicht der Realität entspricht und auch ziemlich naiv daherkommt. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht täglich, dass die Welt (vornehmlich natürlich die Gesellschaft) ihre Unschuld längst verloren hat:
Unmoralisches, egozentrisches, rücksichtsloses, opportunistisches und charakterloses Handeln lauert in dieser hoch-kapitalisierten Gesellschaft an jeder Straßenecke.

Es gab eine Zeit, in der ich mich von diesen negativen Impressionen der Gesellschaft habe überwältigen lassen. Auch hatte ich viel zu wenig Energie, um etwas daran zu ändern. Also habe ich die Gesellschaft und den Menschen per se an seinen negativen Qualitäten festgemacht und sie bzw. ihn über ihre/seine in meinen Augen unmoralischen Charakterzüge definiert.

Der Misanthropismus, der daraus in mir entstanden ist, scheint sich in mir dauerhaft eingenistet zu haben.

Aber: Der Mensch ist nicht von Natur aus schlecht (um Rousseau ein wenig falsch zu zitieren).
Dem bin ich mir eigentlich ziemlich klar. Menschen handeln unmoralisch, weil sie irgendetwas dazu veranlasst!

Das "charakterlose Schwein" ist nur die Ausnahme und nicht die Regel. Diese ganzen progressiven Süchte, Burnouts, Psychopaten, Soziopaten, Suizide, Fanatismen, ADHS-Kinder....sind meines Erachtens weitestgehend Symptome einer absaufenden Gesellschaft von Menschen, die gezwungen werden, wider ihrer Natur und ihrem Moralverständnis zu handeln und zu denken!
Rauschmittel begleiten die Menschheit beispielsweise vom Beginn ihrer "Kultivierung". Sie hatten immer einen wichtigen Stellenwert und zentrale Funktionen für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Aber vor allem seit dem tiefgreifenden sozialen Wandel im "Zeitalter der Nervosität" (zit. ich glaube Radkau) und der Funktionalisierung des Menschen bzw. der vollständigen Einverleibung des "Systems Mensch" und des "Systems Gesellschaft" in das übergeordnete "System Kapitalismus" wurden Rauschmittel zunehmend zu Suchtproblemen. Den feudalistischen Gesellschaften wurde wenigstens noch "Gott" als Opium für's Volk verordnet, womit sie künstlich über Wasser gehalten wurden. Damit war es dann aber (spätestens mit Nietzsche) auch vorbei.


Was ändert sich für mich durch NoFap?

Ich bleibe im Prinzip bei meiner Auffassung, dass die Gesellschaft sich zersetzt. Ändern müssen sich nur die Konsequenzen, die ich daraus für mich ziehe.
Ich muss verinnerlichen, dass jede Bewegung ihre Gegenbewegung, jede Aktion ihre Reaktion, jede Materie ihre Antimaterie hat. Statt aus meinem Alltag nur die negativen Aspekte zu destillieren, statt die Welt an ihren unmoralischen Qualitäten fest zu machen, suche ich nun nach Zeichen des Positiven, nach Zeichen der Freiheit.
Ich muss meine krankhafte Aufmerksamkeit darauf ausrichten, das Erwachen einer "Gegenwelt" zu erkennen.

Klar klingt das ganze irgendwie super-esoterisch. Ich sehe mich schon durch die Gegend laufen und nach (sich behutsam öffnenden) dritten Augen Ausschau zu halten :-)

Aber der Gedanke daran, dass der Mensch sich verändern kann, sich verändern wird und sich verändern muss, um seinen Fortbestand zu sichern, verschafft mir ein positives Grundgefühl!
Ich glaube wir befinden uns in einer Umbruchsphase, vielleicht sogar in einem Krieg:

Der Mensch lernt aus seinen Fehlern und versucht diese zu bereinigen. Diese Tendenz ist gut!
Aber das maligne System ist leider auch evolutiv!
Es versucht, durch Manipulation und Assimilation seiner Subsysteme seinen eigenen Fortbestand zu sichern. Die Automobilindustrie wird beispielsweise gezwungen, auf den Klimawandel zu reagieren, weil sich die Menschheit so langsam Sorgen um ihre Zukunft macht. Der Überlebenswille des Systems sorgt aber dafür, dass die Industrie zu betrügerischen (aber primär rentablen) Mitteln greift, um dem Menschen zu vermitteln, dass System sorge sich auch um seinen Menschen!

In diesem Spannungsfeld sehe ich auch die "Gegenbewegung" (grauseliges Wort) und ihr "Symptom" NoFap. Natürlich neigt die breite Masse dazu, alles was anders ist erstmal zu negieren. Aber das tägliche Erwachen von solchem ANDEREN (sei es Achtsamkeitsyoga, Alltagsentschleunigung, Retro- und Nostalgiewellen, Aussteigertum usw. usf.) ist ein Zeichen für die Entwicklung des Menschen und für seinen Überlebenswillen. Natürlich werden diese Tendenzen immer wieder vom System gefressen oder sogar zu systemerhaltenden Organellen umfunktionalisiert werden. Jedoch wird die Einsicht, dass vielleicht sogar jeder Mensch intuitiv den Fortbestand der Menschheit anstrebt, mich in Zukunft dazu veranlassen, den Menschen auch genau so zu definieren und die Gesellschaft in meinen Phasen gesteigerter Aufmerksamkeit nach Zeichen dafür abzusuchen.
Energien umlenken!

Ich werde mir die Wahrnehmung der Welt jedenfalls nicht mehr dadurch verzerren, dass ich mir ständig die Nadeln des Systems in die Venen jage und dadurch nur noch Augen für das habe, was mich an der Welt ankotzt!!

Ich will wieder richtig sehen lernen.
Jetzt geht es mir besser.

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Ich fühle mich kommunikativer. Normalerweise liegt es mir total fern, zu jedem Scheiß eine Nachricht zu schreiben.
Ich gelte generell als eher unkommunikativ.
Heute macht es mir Spass! Nimmt so langsam schon wahnhafte Züge an!
Ich hoffe, dass ich niemanden damit nerve...

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Ich habe heute zum ersten mal seit Jahren ein bisschen Sport gemacht. Ich bin eigentlich von athletischer Konstitution, habe mit Sport aber so rein gar nix am Hut.
Eigentlich hätte ich gedacht, ich würde kotzend zusammenbrechen. Aber meine körperliche Leistungsfähigkeit scheint irgendwie gesteigert zu sein.
Ist vielleicht auch Einbildung. Ansonsten heute ziemlich aufrecht durch die Welt gewandert. Endlich wieder auf Augenhöhe. Könnte zwar noch etwas stabiler sein, aber die Tendenz ist gut.
Kein Verlangen nach Fap und auch keine Stielaugen auf sekundäre Geschlechtsmerkmale geworfen. Bin derzeit sehr ausgeglichen!

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Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber die Stimme verändert sich tatsächlich. Ist mir beim ersten Reboot eher nicht aufgefallen.
Aber jetzt kommt es mir wirklich so vor, als wäre meine ohnehin tiefe Stimme etwas "sonorer". Scheint echt mit dem Testosteronspiegel zusammenzuhängen.

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Das, was ich in den letzten Tagen mehr getrunken habe, habe ich weniger gegessen. Für gewöhnlich habe ich ständig Hunger.
Ich esse eigentlich immer irgendetwas. Seit ein paar Tagen bin ich aber selbst von kleinen Mahlzeiten ziemlich satt.
Bei meinen Versuchen, meine Nikotinsucht abzuschaffen war sinnloses Fressen immer eine willkommene Kompensationshandlung.
Das ist hier anders!

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Ich bin froh, dass der "Neustart vom Neustart" bisher so positiv verlaufen ist und ich bin voller Hoffnung, dass ich es diesmal durchziehen werde!
Es werden härtere Zeiten kommen, das weiß ich.

Aber auch mein Wille wird nach und nach stärker werden, wenn ich mir immer wieder vergegenwärtige, welche Türen ich aufstoße, wenn ich mir meine Freiheit erst zurückerobert habe!




p.s.:
Mein Beileid gilt den Angehörigen der Verstorbenen in Frankreich!
Habe es eben erst im Radio gehört.
Ich bin gestern beim Spiel leider in der 1. HZ eingeschlafen, aber als ich die ersten Explosionen gehört habe, war es mir im Prinzip schon klar.

Fanatismus ist bullshit!

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#5
Mein 14. NoFap Tag neigt sich dem Ende.

Bis hierher war es ein Zuckerschlecken, leicht wie ein Kinderspiel.
14 Tage sind aber eine gewöhnliche, wenn auch nicht so häufig auftretende Pause in meinem Konsummuster.
Der spannende Teil beginnt erst jetzt!

Da ich mich zur extremen Selbstbeobachtung zwinge, habe ich aber auch in dieser kurzen Zeit einige Veränderungen festgestellt,
die ich in meinen Tagesnotizen festgehalten habe.

Generell kann ich sagen, dass die positiven Auswirkung bisher überwiegen und ich "richtige" negative Entzugserscheinungen noch nicht feststellen konnte.
Da ich darauf aber auch gerne verzichten kann, mache ich hier einfach mal weiter  Cool

Weg mit dem P*rno-Mist!!

Tagebuch im Anhang

Hier meine Notizen der zweiten Woche NoFap im "hardmode".



Abschaffen


Nicht wenig Lust hätte ich dazu, mich auch meiner Nikotinsucht zu entledigen.
Aber ich glaube, dass sich so ein "Doppelentzug" kontraproduktiv entwickeln würde.
Sicher würde sich die Rückfallwahrscheinlichkeit auf beiden Schlachtfeldern multiplizieren.
Nikotin "f*ckt" den Dopaminhaushalt nämlich auch ganz ordentlich.
Vielleicht nehme ich dieses Projekt aber nach den 90 Tagen mal wieder in Angriff.
Gut ist auf jeden Fall, dass ich ernsthaft darüber nachdenke.

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Reden


Ich kann immer noch nicht fassen, dass sich NoFap auf meine Stimme auswirkt!
Ich habe das eigentlich immer eher für Gelaber gehalten.

Meine Stimme ist nicht wirklich tiefer. Aber irgendetwas hat sich tatsächlich verändert.
Ich weiß nicht, ob die Stimme selbst anders geworden ist, oder sich meine Wahrnehmung meiner eigenen Stimme gegenüber verändert hat.
Jedenfalls finde ich das ziemlich genial! Ultra-genial sogar!!
Ich höre mir nun viel lieber zu und lasse mich
beim Sprechen von meiner eigenen Stimme inspirieren. (Hört sich vielleicht etwas narzistisch an, ist aber so.)

Ich bin eigentlich ein "Mann des geschriebenen Wortes" und habe mir schon immer gewünscht,
ein bisschen so sprechen zu können, wie ich schreiben kann.
Leider war mein Gehirn in mündlichen Auseinandersetzungen bislang wie aus Stein und meine Zunge fühlte sich oft träge an.
Mir fielen oft im Gespräch nicht die richtigen Wörter ein und im Endeffekt sagte ich lieber nichts, als mich in Gesprächen deswegen schlecht zu fühlen.

Seit kurzem scheint sich das aber um 180 Grad gedreht zu haben. Ich habe sogar richtig Lust dazu, mich mitzuteilen und mein Sprechstil
wird zunehmend eleganter und gewandter, bzw. nehme ich das so wahr.

Selbst wenn das die einzige Änderung sein sollte, die sich durch NoFap dauerhaft bei mir etabliert, müsste ich sagen:

"Verdammt, diese Reise hat sich voll gelohnt!"

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Träume

Heute hatte ich zwei (trockene) Sex-Träume in einer Nacht. Die ersten dieser Art, seit dem Reboot.
Interessanter Weise war der erste Traum sehr hart, "pornös" und irgendwie unrealistisch.
Der zweite Traum war viel realistischer bzw. speiste sich aus Erinnerungen an mein tatsächliches Sexleben.
Beide Male bin ich mit einer riesen Latte aufgewacht. Anhaltend. Finger weg!

Es scheint, als würde mein Gehirn irgendwas gegeneinander abwägen.

Bin gespannt, wie sich meine Träume weiterentwickeln.
Duch NoFap steigt meine Traumerinnerung nach und nach deutlich an. Das habe ich beim ersten Reboot schon festgestellt!
Obwohl ich gestern nach langer Zeit noch mal eine "spürbare Menge" Alkohol getrunken habe.
Normalerweise ist Alk bei mir "Traumkiller Nummer Eins"...

Eventuell ist der Alkoholkonsum aber auch überhaupt "Schuld" an der Entstehung dieser beiden Träume?!
Ich werde das beobachten.

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Nachwirkung

Im Tagesverlauf sinne ich häufiger den beiden Träumen nach.
Dabei wirkt die Erinnerung an den "Pornotraum" zwar erregend, aber auch platt, billig und subjektiv "falsch".
Interessant ist, dass der realistische Sex-Traum einen nachvollziehbaren Plot, bzw. eine Rahmenhandlung
um den eigentlichen Akt herum hatte. Der Pornotraum handelte ausschließlich von der Penetration.

Ich glaube, mein Unterbewusstsein versucht, etwas "Verlorenes" oder etwas "Verdrängtes" wieder ins Bewusstsein zu integrieren.

Spannend!
Kein Verlangen nach Fap.
Vorsicht, nicht in die Traumerinnerung hineinsteigern!

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Trieberwachen

P*rnos scheinen im Moment keine Rolle für mich zu spielen. Ich denke überhaupt nicht darüber nach.
Sex bzw. Selbstbefriedigung vereinnahmen meine Gedanken dagegen wieder öfters im Tagesablauf.
So langsam erwacht mein Trieb wieder! Erst Tag 10! Ich befürchte, dass das in den nächsten Tagen noch stärker werden wird.

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Unbewusstes vs. Willenskraft

Als ich heute morgen allein im Bett lag, setzte sich unvermittelt mein Bildgenerator eigenständig in Gang. Keine P*orno-Bilder, sondern
Szenen, die meiner persönlichen Erinnerung entsprungen sind, bzw. Bilder, die meine Phantasie aus vergangenen Eindrücken konstruiert hat.
Der Gedanke an Masturbation schien plötzlich sehr greifbar. Ich habe mich dann gedanklich gezielt abgelenkt und bin erst dann aufgestanden,
als meine Gedankenwelt wieder "neutral" war.

Ich glaube es ist wichtig, dass ich in solchen Situationen dem unwillkürlich, autonom arbeitenden Teil in mir klipp und klar sage: "Ich möchte das jetzt nicht!"
Der Sucht durch Demonstration meiner Willenskraft den Wind aus den Segeln nehmen!

Bei meinem ersten Reboot habe ich mich immer sofort mit etwas anderem abzulenken versucht. Bin dann durch die Gegend gelaufen, habe geduscht etc.
Wahrscheinlich habe ich meine Wahrnehmung dadurch lediglich betäubt und die subversiven Gedanken nestelten im Hintergrund unbemerkt weiter.

Natürlich ist das im absoluten Notfall besser, als nachzugeben.
Aber so lange es geht, werde ich es erst mal mit bewußter Triebkontrolle versuchen, bevor ich den Notaus drücke!
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Tricks meines Unterbewusstseins

Ich fühle mich leicht krank.
Gliederschmerzen, tränende Augen, Drücken im Kopf, und das Übliche: Husten, Schnupfen, Heiserkeit.
Meine Stimme ist nun tatsächlich auch bezüglich ihrer Frequenz tiefer geworden. Röchel..Rotz... :-)

Laut meinen Aufzeichnungen vom letzten Reboot bin ich Anfang des Jahres auch am 11. bzw. 12. Tag krank geworden.
Mein Unbewusstes will mich ins Bett schicken. Es möchte mir sagen: "Entspann dich mal, mach mal etwas für dich, du bist ganz schön hart zu dir. Das muss doch nicht sein!"

Als ich solchen "Befehlen" letztes Jahr nachgegeben hatte, hatte ich auch ziemlich schnell einen Laptop auf dem Bauch liegen. "Nur nochmal gucken. Du musst es ja nicht drauf ankommen lassen!"
Das war (obwohl ich damals wirklich nur geguckt hatte) im Prinzip schon der Anfang vom Ende meines Reboots.
Diesmal bin ich schlauer.

Hinzu kommt, dass ich mir gestern vor dem Einschlafen (getriggert durch einen harmlosen Film im TV) leider eindeutig sexualisiertes Kopfkino gefahren habe.
Bislang konnte ich es immer noch durch Willenskraft abschalten. Gestern war es zeitlich so ungünstig, dass ich nicht mehr die nötige Kontrolle dazu aufbringen konnte.

Zum Glück bin ich über diesen Gedanken eingeschlafen. In meinen Träumen ist dann auch nichts von den Gedanken aufgetaucht.

Ich werde mich weiter beobachten und wenn es unkontrollierbar zu werden droht, werde ich wohl meinen TV Konsum auch für eine Weile einschränken.

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Endlich ernten, was ich sähe

Langsam wird mir klar, dass alles, was ich in den vergangenen Jahren gemacht habe, um meinen Charakter positiv zu formen,
durch PMO ausgebremst wurde.
Alles, womit ich mich in Bezug auf die Weiterentwicklung meiner Psyche beschäftigt habe (NLP, MBSR, Positives Denken, Luzides Träumen, Schamanismus, Verhaltenstherapie...) konnte durch den P*rno-Nebel gar nicht zu meinem eigentlichen Ich durchdringen. Es hat nur an der Oberfläche des Selbst gekratzt und hat den Kern meines Daseins nur aus weiter Entfernung angeblinkt.

Ich beginne langsam klarer zu sehen:

Erst wenn ich die Ketten um meine Beine gesprengt habe, werde ich fliegen können.
Bisher war alles nur Simulation. Eine Übung für den Ernstfall.
Lange Zeit bin ich jedoch vor dem Ernstfall davongelaufen, habe mich in diese verdammte Scheinwelt geflüchtet.
Nun habe ich zum ersten Mal das Gefühl, einen Fuß in der Türe der Real-World zu haben. Das fühlt sich gut und richtig an!

Endlich beginne ich zu ernten, was ich jahrelang gesäht habe!
Ich fahre nicht mehr mit angezogener Handbremse durch die Straßen meines Lebens!

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Fallstricke

Bei Aktivierung eines alten Laptops taucht plötzlich ein Lesezeichen einer meiner beliebtsten P-Seiten auf.
Ich zögere einen Moment und beobachte, was in meinem Kopf passiert. Die Tendenz, nur mal kurz drauf zu klicken, ist definitiv vorhanden.
Aber ich kann mich kontrollieren. Bevor mein Hirn sich ausmalen kann, was nun auf dieser Seite neues los ist, lösche ich das Lesezeichen, sage zu mir "nein!",
rufe eine neutrale Seite auf und beschäftige mich mit etwas anderem.

Gut, dass mir das jetzt schon und nicht erst in zwei Wochen passiert ist!
Solche Fallen sind mies.

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Hallo wach!

Ich wache in den letzten Tagen meist ganz von selbst ca. 1h bis 2h vor meinem Wecker auf und bin dann einfach wach!!
Es ist viel angenehmer, von selbst aus einer REM-Phase aufzuwachen, als mich vom Wecker aus einer komatösen Tiefschlafphase reißen zu lassen.
Diese Zufriedenheit möchte ich auf den ganzen Tag übertragen.

Ich brauche seit einiger Zeit 2-3h Schlaf weniger. Normalerweise brauche ich ca. 8 Stunden um ausgeschlafen zu sein.
Jetzt schlafe ich 6h (manchmal auch nur 5 bzw. 5,5) und bin morgens fit.
Das gefällt mir.
Selbst jetzt, wo ich gesundheitlich etwas angeschlagen bin, macht sich ein leichter Energieboost bemerkbar.
Ob das allein ein Resultat von NoFap ist, oder ob die Morgen-Meditation da ein Rolle spielt, kann ich nicht sagen.
Ich denke, die beschriebene Synergie aus beidem macht Energien frei. Ich freue mich einfach auf den Tag!

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Der Geist ist willig aber das Fleisch nervt mich heute extrem..

Bin den dritten Tag infolge krank. Typische Grippe-Symptome. Fühle mich ziemlich abgeschlagen und immobil.
War heute trotzdem den ganzen Tag unterwegs. Aber meine Gewinne der letzten Tage scheinen leider wie weggewischt!
Fühle mich schlecht unter Menschen. Habe keinen Drive, mich zu unterhalten und komme mir vor wie Falschgeld im Bankautomaten.

Aber auch wenn mir jetzt vielleicht ein bisschen Dopamin ganz gut tun würde....
Ich habe keinerlei Verlangen nach PMO! Meine Strategien scheinen zu wirken.

Ich versuche stattdessen, mich mit Ibuprofen und Hustenbonbons über Wasser zu halten.

Still rockin'!

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Der Akt des 'finalen Zuendedenkens'


Ich werde mir darüber klar, dass jeder Gedanke an Sex, Masturbation oder Orgasmen, den ich aktiv und bewußt vorantreibe,
sich kontraproduktiv auf meine NoFap-Erfolge bzw. meinen Durchhaltewillen auswirkt.

Trigger lauern überall. Sei es eine Werbung im TV/Netz, ein einschlägiger Text in einem Forum oder Blog, oder einfach nur "die geile Sau" (sorry),
die ich irgendwo auf der Straße sehe... Selbst ein schlüpfriger Witz in einem harmlosen Gespräch kann triggern, wie ich heute feststellen durfte.

Natürlich blitzen, ausgelöst von diesen Triggern, ganz automatisch sexualisierte Gedanken in meinem Kopf auf, die ich auch körperlich (in Form von Erregung) wahrnehmen kann.
Da liegt dann die Gefahr auf der Hand, die eben gesehene Frau im Geiste auszuziehen, oder die gelesene Story im Geist weiterzudenken usw...
Sobald ich mich diesen "unkeuschen" Gedanken hingebe, sie aktiv weiter denke, hat die Sucht sofort wieder leichteres Spiel.

Im Normalfall würde ich sagen, dass solche automatisierten Gedankenblitze, bzw. solche Phantasien ganz gewöhnlich sind und zu einem gesunden
Verhältnis zum Sexuellen dazugehören.
Bei uns Suchtis (bei meiner Form dieser Sucht zumindest) besteht aber eine erlernte neuronale Brücke zwischen diesen ganz normalen "Blitzen der Libido" und dem "Akt des finalen Zuendedenkens"
mittels P*rno.

Bei mir ist es so, dass diese Alltags-Trigger in eine Art "Trigger-Speicher" fallen. Das kann 3..4..oft sogar 14 oder 15 Tage gutgehen.
Dann ist der Speicher voll. Spätestens jetzt bringt mich mein UB dazu, diesen Speicher zu löschen, indem ich die Inhalte mit PMO "transformiere".  ( > Anmerkung 1)


Zwei Möglichkeiten, das zu verhindern:

1. Den Speicher vergrößern, bzw. dessen Eingangskontrolle verschärfen:

Meditation bzw. ein generell besonnener Umgang mit mir selbst und mit meinem Leben helfen mir,
mit jeglichen Formen von alltäglichem Druck bzw. von Alltagsstress besser umzugehen.
Meine Reizschwelle ist dadurch in vielen Bereichen schon viel höher geworden (ich bin erst am Anfang!) und manche Eindrücke,
die vorher ungefilltert in mein UB abgetaucht wären, schaffen es nun erst gar nicht mehr über die Schwelle!

Ein hoher Testosteronspiegel senkt diese Reizschwelle aber!!
Das ist in meinen Augen das besonders Räudige am Entzug dieser Sucht!!


2. Die Inhalte vor Speicherung komprimieren:

Damit die Platte nicht zu schnell voll wird, versuche ich, die Dateien vorher zu komprimieren.
Merke ich, dass ich auf irgendeinen Reiz so reagiere, dass ich ihn mit Bewusstseinsinhalten auflade,
(sprich: ihn weiterdenken will, ihm nachhänge, ihn visualisiere oder was auch immer), dann versuche ich so schnell wie möglich, diese Denkmaschine abzuschalten.
Je weniger Zusatzinformationen mit dem Reiz zusammen abgespeichert werden, desto weniger Platz nimmt er ein, desto mehr Reize kann ich speichern.



Die großen Fragen sind aber:

Wird der Speicher nicht trotzdem irgendwann voll werden?
Was passiert, wenn dieser Riesenspeicher mit seinen unzähligen komprimierten Files am Ende ist?

Die Fragen finde ich äußerst spannend, aber sie beängstigen mich auch irgendwie.

Im schlimmsten Fall werde ich den prallen Riesenpeicher dann in einer gewaltigen Rückfallorgie löschen müssen.
Der Gedanke daran widert mich jetzt schon an.
Im günstigsten Fall besitzt mein Speicher aber einen eingebauten Selbstschutz-Mechanismus: Eine Mikrofauna, welche die sedimentierten Inhalte mit der Zeit zersetzt.
Wie bei einem Komposthaufen bliebe dann nur noch Humus übrig, der mir als Nährstoff dienen kann.

Befehl: "Reize, die älter sind als 10 Tage automatisch löschen!"

Ich hoffe einfach, dass der Speicher sich beispielweise in Form von Träumen selbst "wartet" und die Inhalte sich über Nacht von selbst transformieren.
Daher mache ich erst mal genau so weiter: Reizschwelle erhöhen + Inhalte komprimieren.
Trotzdem werde ich den Speicherplatz genau beobachten müssen.

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(> Anmerkung 1):

An dieser Stelle frage ich mich, warum überhaupt PMO?
Würde nicht MO völlig ausreichen, um den Speicher zu pflegen?

Ich kann mich nur an ganz seltene Gelegenheiten erinnern, in denen ich in den letzten 15 Jahren ohne P*orno
masturbiert habe. Bei mir scheint über die Jahre MO mit P fest zusammengewachsen zu sein.
Visueller Input hat bei mir leider einen sehr hohen Stellenwert erlangt!
(Wie es mich anwidert, wenn ich mir mich selbst so "glotzend" vorstelle... voller geistiger Armut!)
Daher ist auch eigentlich harmloser Alltagsinput, solange er visuell ist, so ein gefährlicher Trigger für mich.

Ich werde also in Zukunft unbedingt das "P-Atom" meiner "PMO-Molekülkette" kritisch hinterfragen (und am besten vollkommen davon abspalten).

Welche Rolle spielt P*orno überhaupt für mich?
Was begeistert mich daran?


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Entdecke die Einfachheit

Eigentlich ist NoFap doch total simpel.
Ich muss bloß auf eine Tätigkeit verzichten, die mir sowieso nur Energie entzieht und mich schwächt!
Ungefähr so, wie jeden Tag eine Stunde weniger zu arbeiten...

Schwieriger wäre es doch, sich neue aufwändige Routinen anzueignen. Wie z.B. dreimal die Woche Fitnesstraining.
Bei NoFap muss ich einfach gar nichts tun. Großartig!

Klar, natürlich ist das hier nicht so total einfach, wie dargestellt. Die Tücken der Sucht liegen ganz wo anders.

Aber prinzipiell müsste es doch sehr leicht sein, einfach damit aufzuhören.

Ein Bekannter von mir, der über 20 Jahre leidenschaftlich gerne geraucht hat (ca. 1 Pack am Tag) hat von einem auf den anderen Tag aufgehört zu rauchen.
Er hat auch keinen großen Wind darum gemacht, so dass mir das erst einige Zeit später an ihm aufgefallen ist.

Auf meine verwunderte Frage, wie er sich das abgewöhnt hat und ob er mir Tips zum Aufhören geben kann, meinte er:
"Ich hatte einfach keine Lust mehr darauf und darum habe ich's halt dran gegeben."

In wie weit das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Ich kann ihn auch nicht mehr fragen, da er leider nicht mehr auf Erden weilt (nein, kein Krebs).
Vielleicht hat sich er ja Nikotinpflaster geklebt bis zum Abwinken, oder Akupunktur, Hypnose oder whatever verabreichen lassen.
Aber ich kann mir das bei ihm eigentlich nicht vorstellen... Ist mir aber auch egal!

Vielleicht ist es ja doch so einfach:
Einfach dem ganzen P*rno-Mist den Rücken kehren.
"Keine Lust mehr drauf haben..."


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Selbstbefriedigung als Ritual

Ich halte Masturbation im Prinzip für nichts schlechtes. Es ist menschlich, es verschafft Wohlbefinden, soll angeblich gesund sein,
es kann dabei helfen, mentale Drücke abzubauen und es ist eine Möglichkeit, sich selbst (zumindest einen Teil davon) besser kennenzulernen.

Das Problem ist nicht das Was. Das Problem ist das Wie!

Ich habe dem P-Konsum den Kampf angesagt. Nicht der Masturbation.
Ich möchte kein Mönch werden, sondern nur meine Zeit nicht mehr mit selbstschädigenden Handlungen verschwenden, die keinen Sinn haben.

Ich denke, dass ich nach den 90 Tagen (oder irgendwann später) wieder zu MO ohne P zurückkehren werde.
Ich werde aber eine andere Haltung dazu haben, als bisher.

Das ekelhafte Reinfressen von Bildern und das zeitnahe Druckablassen sollten für mich nie mehr im Vordergrund stehen.
Wenn ich zukünftig - nach längerer Abstinenz - das Bedürfnis nach MO verpüren sollte, dann werde ich mich zunächst selbst in dieser "bedürftigen Situation" beobachten.
Ich werde diesen Trieb erst mal von allen Seiten beleuchten und mich fragen, ob es jetzt überhaupt der richtige Zeitpunkt dafür ist.
Entspringt dieses Bedürfnis wirklich aus meinem tiefsten Inneren, oder wurde mir es von draußen nur eingeimpft?

Komme ich letzlich zu dem Entschluss, wirklich masturbieren zu wollen (nicht zu müssen, ich möchte die Entscheidung hierfür selbst treffen),
dann überlege ich mir, wie, wo und wann ich das am besten und am respektvollsten mache.
Ich treffe also zunächst mal ein paar Vorbereitungen für mein Ritual und erweise dem Ritual (und damit mir selbst) den nötigen Respekt.
Ich werde etwas wertvolles von mir hergeben, also erwarte ich auch, irgendetwas dafür zurück zu bekommen.
Für diesen Austausch sollte erstmal ein angemessenes Umfeld geschaffen werden.
Dass zu diesem Umfeld kein Rechner, Handy oder TV gehören, sollte klar sein!!

Dann werde ich bewusst masturbieren und mir bewusst die Vorgänge in meinem Körper und meinem Geist anschauen, damit experimentieren und auf mich selbst achtgeben.


NoPorn4ever!!!
LowFap als Instrument der Selbsterkenntnis.


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Ist also bisher nett verlaufen.
Die nächste Woche könnte aber haarig werden.
Beim letzten Mal war's auch so.

Daher habe ich mir für die nächste Woche sehr viel Arbeit aufgehalst. Vielleicht lässt mich ein überfüllter Tagesplan ja das Bedürfnis nach P einfach 'vergessen'.
Vielleicht geht die Strategie aber auch nach hinten los und der Stress wird meinen Willen brechen????!!!!
Ich hoffe nicht!

Trotzdem bin ich auf die nächsten 7 Tage gespannt.

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#6
Hallo,

meine dritte NoFap Woche geht zu Ende und ich bin standhaft geblieben!

Wie schon gesagt, bin ich letztes Mal in der dritten Woche wankelmütig geworden und habe damit angefangen, meinen Reboot auf's Spiel zu setzen.

Aber bei diesem Durchlauf habe ich - wie schon geschrieben - Vorkehrungen getroffen, um bloß keine Langeweile aufkommen zu lassen und meinem Hirn die nötigen Freiräume entzogen, die es gebraucht hätte, um sich von meinem Trieb versklaven zu lassen. Sprich: Ich habe mir sehr viele Aufgaben (die ich nicht näher präzisieren möchte) in diese Woche geknallt und habe geschuftet wie ein Lastenesel.

Das hat sich gelohnt! Obwohl ich mich beinahe selbst überlistet hätte, habe ich jeglichen Verführungen weitestgehend widerstanden und habe mir keine P-Seite angesehen, habe nicht Mütze-Glatze gespielt und konnte meine Freundin auch gekonnt davon abhalten, mich zu scharf zu machen, so dass ich die dritte Woche nun als "erfolgreich im hardmode gemeistert" in die Bücher eingehen lassen kann.

Vielen Dank vor allem an meine verständnisvolle Freundin. Die macht ja auch ganz schön was mit...

Die Woche hat sehr unmotiviert angefangen, was nicht zuletzt an dem Aufgabenberg gelegen hat, den ich vor mir aufgetürmt hatte. Trotzdem hat sich mein Wohlbefinden im Laufe der Woche um 100% gesteigert, so dass mir heute die Sonne sprichwörtlich aus dem Arsch scheint :-)
Auch habe ich bei der Aufgabenbewältigung bemerkt, dass meine Konzentrationsfähigkeit immens zugelegt hat.
Dies schiebe ich zum einen auf meine Meditationssessions und zum anderen auf den NoFap-Boost. Wenn es so weiter geht, dann bin ich echt zufrieden.
Ich habe nun quasi endlich an der unteren Grenze meiner "Komfort-Zone" gekratzt. Jetzt heißt es, das Flow-Gefühl zu erreichen.


Daher hier nun meine Tagesnotizen. Meist von "unterwegs".


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I'm in a mood...

Heute schwer aus dem Bett gekommen. Ich habe schlecht geschlafen.
Verspüre kaum Antrieb und starte mit so einem mulmigen Grundgefühl in den Tag.
Reagiere auf jedwede Art von auch nur ansatzweise sexuellem Reiz. Aber fühle mich grundsätzlich wie ausgekotzt: Kopfschmerzen. Spannungsgefühl in Muskeln und Gelenken. Der Gedanke daran, was heute alles auf mich zukommt, lähmt mich eher, als dass er mich motiviert.
So ein unbeschreibliches Gefühl der Langweile, obwohl ich alle Hände voll zu tun habe!

Normalerweise ist das genau die Stimmung, in der es mich dann irgendwann im Tagesverlauf überkommt, mich mal wieder mit P zu beschäftigen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass (laut Nutzungsstatistik von P*rnhub) montags im Verhältnis zu den übrigen Wochentagen die meisten Zugriffe erfolgen. Welchen Tag haben wir wohl heute...?

Also, Arsch zukneifen und durch!
Morgen (Dienstag) ist es schon nicht mehr so schlimm...:-)

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Under Pressure

Dieser Druck ist enorm. Der Druck von innen um ein vielfaches größer,
als der Druck von außen. Alles schreit nach Osmose!
Obwohl ich mir viel Arbeit vorgenommen habe, finden sich doch immer gewisse Zeitfenster, in denen ein Hereinsteigern in dieses Verlangen und somit ein Nachgeben möglich wäre.

Mein Geist will sich unbedingt mit der Thematik 'Sex' beschäftigen.

Zuerst habe ich mir während dieser Zeitkorridore im Netz ein paar Artikel und wissenschaftliche Studien zum Themenbereich PMO durchgelesen.
Ich dachte, wenn ich mich rein theoretisch damit beschäftige, dann bekommt mein Geist den nötigen Input, den er verlangt und wird irgendwann zufrieden die Klappe halten.

ERROR!

Reines "Darüber-Lesen" macht es noch viel schlimmer!
Ich merke, dass sich unbewusst dadurch ein noch viel größeres Verlangen aufbaut, als es ohnehin schon da ist.

Darüber hinaus wird mein Hirn jetzt auch noch listig und kreativ:
Beispielsweise fand ich eine klinische Studie aus den 70ern, die mittels Phallometrie auf die sexuellen Präferenzen des Probanden schließen wollte. Dazu wurden dem Probanden standardisierte Bilder von verschiedenen Frauentypen (blond, schwarz, groß, klein, dick, dünn, asiatisch, kaukasisch....) präsentiert und während dessen die "physikalische Erregtheit" seines besten Stücks vermessen um somit festzustellen, auf welchen Frauentyp der Kerl steht.

Natürlich ist so eine Studie völliger Käse (Erklärung sollte jedem klar sein), aber ich fand das plötzlich so interessant, dass ich für ein paar Augenblicke fest davon überzeugt war, das in naher Zukunft (am besten sofort) auch mal an mir ausprobieren zu müssen, um vielleicht ein paar "unbekannte Sehnsüchte" in mir herauszufinden. Ich habe schon recherchiert, wie ich mich am besten fehlerfrei und kostengünstig vermessen könnte.

Was für ein Stuss!
Nur wieder eine Taktik meines Hirns, mir irgendwelches Material reinziehen zu können.
Ich habe zum Glück noch rechtzeitig gemerkt, dass sich in mir etwas aufschaukelt und habe dieses "rein theoretische" Nachgeben dann hart unterbinden müssen.
Trotzdem ist der Druck noch da, er ist heute mein ständiger Begleiter...

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Where is my mind?
Anleitung zur Druckregulation.


Da der Druck sich ins Unermessliche zu steigern scheint, habe ich versucht, meinen Geist mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.
Das gelang mir - wie ich finde - ganz gut.


Immer wieder blitzten im Laufe des Tages Gedanken an Masturbation aber auch sehr konkrete P*rno-Sequenzen in mir auf.


Daher habe ich mir jetzt mal einen P*rno gegönnt!

Nein, viel besser: Ich habe einen P*rno gedreht und gleichzeitig selbst darin mitgespielt :-)
Danach ging es mir (mit leichten Einschränkungen) bedeutend besser!! Nachhaltig!



Was habe ich gemacht? Ich habe...

...mich (meine Freundin war noch außer Haus) voll bekleidet ins Bett gelegt. In Rückenlage, die Arme links und rechts neben den Körper gelegt.

...meine Augen geschlossen und mich entspannt.

...mich bewusst darauf konzentriert, wie sich verschiedene Muskelpartien immer weiter lösen.

...meinen gesamten Körper dann irgendwann entspannen können und als schwere, diffuse Masse wahrgenommen.

...dann begonnen, mich auf meinen Atem zu konzentrieren und die Atemzüge im Kopf laut und gleichbleibend rhythmisch mitgezählt.

...nach ca. 5 Minuten während des Zählens versucht, bestimmte Dinge zu visualisieren:
  Einen Apfel, einen Teller, einen Tisch, eine Küche, eine mir unbekannte hübsche Frau..

...versucht, das Bild "Frau in Küche" gleichzeitig stabil und lebendig zu halten.

...dazwischen, wenn ich instabil zu werden drohte, mich immer wieder zurück auf den Atem bzw. die Schwere konzentriert.
  Ziel dabei: Meinen "Phantasie-Körper" zu fühlen und die Wahrnehmung meines echten Körpers damit zu überlagern.

...dann immer wieder aufs Neue diese Frau visualisiert. Sie sah jedes mal etwas anders aus...strange..aber süß.

...als ich einigermaßen stabil in meinem Zweitkörper war, die Dame angesprochen und mit ihr geflirtet. (Es kam nur unverständliches Blabla zustande, aber meine  
  Absichten sollten klar geworden sein :-)

...die Frau irgendwann mit in ein - mir vollkommen unbekanntes - Schlafzimmer genommen.
  (Notiz an mein Kreativitätszentrum: Da war ich echt mal einfallsreich. Das Schlafzimmer sah besser aus, als das Mädel...)

...dann mit ihr Sex gehabt. Guten Sex! :-) :-) :-)



Ich möchte hier wegen Trigger-Gefahr keine Einzelheiten nennen, aber ich kann sagen, dass diese Erfahrung äußerst intensiv war und sich auch körperlich toll angefühlt hat. Am krassesten war, wie sich der Atem ganz von selbst verändert hat. Von 'ruhig und flach' zu tief, schwer und beschleunigt. Heftig.

Für ca. 10 Minuten konnte ich diesen "Film" aufrecht halten. Dann wurde es zu anstrengend und die Visuals brachen weg.
Das Ganze hat sicherlich in Bezug auf die Zeit und auf die Qualität der Visualisierungen (war relativ schwammig zwischendurch)
gewiss noch Steigerungspotenzial. Aber das Körpergefühl war zeitweise so intensiv und "echt", dass ich (obwohl ich meines Wissens keine 'richtige Latte' hatte) nach dem "Aufwachen" eine kleine Menge Präejakulat vorgefunden habe.
Insgesamt sind zwischen Hinlegen und Aufstehen ca. 30 Minuten vergangen.

Falls jemand vorhat, das auch mal zu versuchen, hier noch 6 Dinge, auf die ich bei diesem Film geachtet habe:

1. Finger weg!
Die Tätigkeit erfolgte vollkommen ohne meine 'echten' Hände!
Weder davor, während dessen, noch danach habe ich mich an meinen empfindlichsten Stellen berührt.
Ich habe mir vorgenommen, den Kerl für 90 Tage nur noch zum Pinkeln und Duschen in die Hand zu nehmen.
Außer, er "liegt mal falsch", aber selbst das kann nur ein billiger Trick meines UB sein...
Auch habe ich keine Beckenbodenmuskeln benutzt. Alles entspannen!

2. Ich habe minutiös darauf geachtet, dass ich diesen Film immer in der Ich-Perspektive erlebe.
Es gab Sequenzen, in denen ich mal ungewollt kurz die Perspektive gewechselt und mir selbst beim Akt zugesehen habe.
Dann habe ich mich aber sofort wieder in die Ich-Perspektive zurück gezwungen.
Ich bin Akteur in meinem eigenen Film, kein Zuschauer! (P.O.V....für die Kenner unter uns..)

3. Der Film ist (zumindest bei mir) sehr dynamisch und nur partiell kontrollierbar:
Meine Partnerin ändert schon mal mehrfach hintereinander ihr Aussehen.
Die Stellungen wechseln wie im Flug. Gerade noch unten, dann auf einmal hinten...vorne...whatever...wie die Karnickel.

Aber beim kleinsten Anzeichen dafür, dass die jetzige Sequenz eine P*rno-Erinnerung sein könnte, oder dass meine Partnerin sich definitiv in eine mir bekannte P-Darstellerin verwandelt, habe ich gegengesteuert. Das Bewusstsein ist in diesem Schwebezustand immer noch nutzbar, daher klappt das Gegensteuern auch ganz gut.

Als sich meine Gespielin tatsächlich zweimal in XYZ verwandelt hat und die Szene dann unweigerlich zur Nacherzählung eines mir geläufigen P-Movies wurde, konnte ich das ziemlich schnell unterbinden, indem ich mir einmal meine Freundin bzw. beim zweiten Mal einen "Schwarm meiner Jugend" vorgestellt habe. Damit brach dann auch die automatisierte Nacherzählung ab und ich war wieder Herr über die Szenerie.

Sollte sich der "Trip" jemals vollständig in einen P*rno verselbständigen, der sich nicht mehr umschalten lässt, so würde ich dann einfach die Augen öffnen. Notaus!

4. Ich habe zwischendurch immer mal Pausen eingelegt. Mir vorgestellt, wie wir gemeinsam nebeneinander im Bett liegen und uns unterhalten, lachen, qualmen... Dadurch wird der Film entzerrt, die Phantasie bleibt aktiv und lässt sich nicht so leicht durch Erinnerungen (z)ersetzen. Auch wird dadurch die Szene stabiler und ist springt weniger willkürlich umher.

5. Mir war es wichtig, möglichst viele Sinne in die Übung einzubeziehen. Was rieche ich? Was taste ich? Was sehe ich? Was höre ich? Was schmecke ich?
Da ich ein totaler Nasen-Mensch bin, ging die Post erst so richtig ab, als ich mich auf ihren Geruch konzentriert habe. Wahnsinn!
Geschmack ließ sich nicht so leicht reproduzieren (vielleicht zum Glück?!), trotzdem waren Küsse rein taktil "ziemlich echte Küsse" :-)

6. Ich habe auf einen Orgasmus verzichtet.
Ich habe nicht darauf hingearbeitet, mir unbedingt den wildesten Abschuss vorzustellen.
Ich habe einfach den Akt genossen und ihn dann irgendwann ausgeblendet, um wieder "wach" zu werden.

Jedenfalls geht es mir danach sofort besser!
Meine Anspannung ist weg. Der Suchtteufel flüstert nicht die ganze Zeit: "p*rno, p*rno, p*rno, p*rno....".
Das Verlangen, mir irgendetwas pornöses reinzuziehen, ist auch komplett weg.


EINSCHRÄNKUNGEN:


A.
Ich will nicht vollständig ausschließen, dass diese Art der Befriedigung nicht langfristig trotzdem den Suchtdruck erhöhen kann. Zwar fühle ich mich nun nachhaltig gelöster als vorher. Trotzdem schließe ich nicht aus, dass dies ein Trick meines UB sein könnte, mich doch wieder auf die Fap-Ebene zu ziehen.
Daher werde ich von diesem Spielchen nur in Notfällen Gebrauch machen und mich dabei immer kritisch beobachten.


B.
Etwa für die Dauer von einer Stunde hatte ich danach spürbare Hodenschmerzen.
Vergleichbar mit dem Schmerz den man verspürt, wenn man den Schuss in letzter Sekunde aufhält und dann auch erstmal nicht "entladen" darf.
Aber der Schmerz ist auszuhalten und dauert (noch?) nicht so lange an. Bei meinem ersten NoFap waren die Schmerz nach dem "Edging" bis kurz vor den "point of no return" um einiges heftiger und dauerhafter.
Edging tue ich mir darum sicher nicht mehr an!

Eventuell hätte der "vollendete, mentale Orgasmus", den ich mir verkniffen habe, den Schmerz sogar vermieden.

Irgendwie dachte ich aber, dass es nicht an der richtigen Zeit dafür wäre. Auch wollte ich das "90-Tage-Norgasm-Kriterium" nicht verletzen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob ein mentaler Orgasmus auch zwangsläufig ein körperlicher sein muss.
Eigentlich sollte es generell möglich sein, sich mit Mentalreisen zum Orgasmus zu bringen. In bewussten Träumen geht das ja auch.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bei männlichen luziden Träumern ein gewollter, inszenierter Sextraum mit erlebtem Orgasmus manchmal mit einer "echten" Ejakulation endet, manchmal aber auch völlig trocken bleibt. Im Tantra gibt es auch angeblich Techniken, die den männlichen Orgasmus nur im Kopf stattfinden lassen, so dass der Mann danach ohne Verlust der Stehkraft ungehemmt weiter rammeln kann.

Ich werde jedenfalls in nächster Zeit mal (mit Bedacht) mit dieser "Technik" experimentieren und darüber weiter Buch führen.
Mir hat dieses einmalige Erlebnis jedenfalls viel Druck genommen, ohne rückfällig geworden zu sein. Schön war es auch noch.



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Peace of conscience


Meine Wahrnehmung hinsichtlich des weiblichen Geschlechts verändert sich.

Wahrscheinlich entspricht dies der (in Verbindung mit NoFap häufig erwähnten) Feststellung, dass man Frauen "auf der Straße" nach einiger Zeit der Abstinenz nicht mehr als "Sexobjekte" wahrnehme.
Bei mir war es zwar nie der Fall, dass ich Frauen überhaupt als "Sexobjekt" wahrgenommen habe. Jedenfalls interpretiere ich so etwas anders.

Aber meine Wahrnehmung hat sich trotzdem verändert:

Wenn ich unterwegs bin, dann stechen mir hübsche Frauen nach wie vor ins Auge.
Ich schaue auch genau so hin, wenn ich eine Frau besonders attraktiv finde.

Verändert haben sich aber die Gedanken und das Gefühl, bzw. die Emotionen, die dadurch hervorgerufen werden.
Früher, nachdem ich mich eines so schönen Anblicks erfreut habe, kam dann irgendwann ein Einspruch meines Gewissens:
"Muss das sein? Bist du wirklich so sex-bezogen, so notgeil? Weißt du mit deiner Zeit nix besseres anzufangen?"
Darauf folgte dann meist eine negative, lähmende Körperempfindung, die mich im weiteren Tagesverlauf dann meistens blockiert hat.

Jetzt scheint mein Gewissen in einem Schlafmodus zu sein:

Ich schaue, lasse wirken, und genieße. Dabei verspüre ich jetzt sogar noch einen gesteigerten Antrieb,
mein normales Tagesgeschäft danach weiterzuführen, ohne irgendwelchen Gedanken oder Empfindungen nachzuhängen.
Seit Nofap muss ich noch nicht einmal direkt hinschauen. Es reicht aus, jemanden hübsches im peripheren Sichtfeld an mir
vorbeihuschen zu sehen und ich verspüre sofort eine positive Energie, ohne ein negatives Echo erleiden zu müssen.

Auch suche ich Menschenmengen nicht mehr danach ab, ob wohl jemand dabei sein könnte, der "in meine Phantasiewelt passt".
Mein Blick im Alltag ist viel entspannter und mein Geist ist offen für alles, was mich erwarten könnte.

Vorher waren stressige Zeiten wie diese, in denen ich dann auch zusätzlich noch viel unterwegs sein musste, immer anfällig für Depression
und Fluchtverhalten (gerne mittels P*rno). Gerade in den dunklen Jahreszeiten.

Im Augenblick bin ich stattdessen fast schon dauer-euphorisch.

Ich brauche keinen P*rno-Nebel!!


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Relax!


Mein Beckenboden entspannt sich!

Mir fällt in besonderem Maße auf, dass, wenn ich beispielsweise am Bahnsteig stehe, meine Beckenboden-Muskulatur ultra entspannt ist.
Früher bin ich "unten rum" häufig sehr verspannt durch die Gegend gelaufen.
Vor NoFap bin ich quasi immer mit "eingezogenem Schwanz" rumgelaufen. (Könnte man evolutionstheoretisch wirklich mal hinterfragen...)
Meine BC, PC und IC Muskeln waren beinahe ständig kontrahiert.

Seit einigen Tagen merke ich, dass ich unten nun ganz anders "hängen lasse".

Hört sich doof an, aber ich komme mir irgendwie "breitbeiniger" vor:
Wo ich stehe, da stehe ich. Wo ich sitze, da sitze ich. Wo ich gehe, da gehe ich.
Ohne mich jetzt besonders aggressiv oder machohaft zu fühlen. Ich verspüre stattdessen sogar eher eine gewisse Sanftheit in mir,
fühle aber auch, dass ich jederzeit explodieren könnte, wenn ich es unbedingt müsste. Ich muss es aber nicht!
Es schwingt immer eine Grundeuphorie mit, bei allem, was ich im Moment mache. Unfassbar, wenn ich bedenke, wie beschissen es mir noch bei der Eröffnung dieses Threads bzw. selbst noch am Anfang der Woche ging!

Testosteron ist eine schöne Sache. Vor allem, wenn sich der T-Spiegel in gesunden Regionen aufhält und nicht ständigen
Schwankungen mit großer Amplitude unterworfen ist. Wenn jetzt noch Dopamin und Serotonin nachziehen, dann bin ich ein neuer Mensch!

Verbesserung meiner Lebensqualität bisher: 100%

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Good times, bad times?

Mein "Visualisierungs-Spielchen" ist nun 3 Tage her und hat keine bleibenden Schäden hinterlassen.
Im Gegenteil. Der Druck, den ich noch vor ein paar Tagen verspürt habe, ist bisher nicht wiedergekommen.

Ich gehe immer noch erregt durch den Tag. Aber meine Erregtheit ist kein Leidensdruck bzw. Suchtdruck mehr,
sondern eher ein Düsenantrieb, auf dem ich durch meinen Tag reite!

P*rno scheint im Moment für mich gestorben zu sein.
Ich sinne in keinem Augenblick irgendwelchen Filmen, Bildern oder Darstellerinnen nach.
Der Löschalgorithmus beginnt scheinbar schon!
Für Masturbation wäre gerade überhaupt keine Zeit. Aber ich denke auch darüber nicht nach.

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Scheinbar war es eine gute Strategie, meine potentielle "Rückfallwoche" in meine arbeitsreichste Woche des Monats zu timen.
Jetzt betrete ich erst mal terra incognita. Mal sehen, wie es weitergeht...

Meine tägliche Meditation habe ich auf 35 Minuten jeden morgen gesteigert.
Die Feststellung, dass sich beides hervorragend ergänzt, kann ich auch nach dieser Woche bestätigen.
Ich gehe immer noch davon aus, dass der Effekt synergetisch ist. NoFap lässt mich beim Meditieren fokussierter werden und die dadurch bessere Meditation hilft mir,
eventuelle Cravings auszublenden.

Die nächste Woche wird arbeitstechnisch wieder etwas entspannter.
Es wird mehr Lücken geben, in denen sich mein Suchtteufel melden könnte. Daher bleibt es spannend. Ich bin definitiv noch nicht über den Berg, das weiß ich.
Aber ich bin guter Hoffnung, dass ich auch die nächste Woche ohne größere Zwischenfälle hinter mich bringen werde.
Notfalls schalte ich noch mal mein Hirnkino ein.

Viel Erfolg weiterhin!

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#7
Die vierte Woche geht zu Ende.

Alles in allem beschissen gelaufen!
Eventuell habe ich es vergeigt.
Mehr dazu im Tagebuch unten.
Habe gerade keine Zeit und keinen Bock hier eine große Einleitung zu schreiben...

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Verfluchter Montag

Gerade (Tag 24) haarscharf an einem Rückfall vorbeigeschrammt. Internet, du verdammter Teufel!!!

Bin im Netz auf Bilder gestoßen. Zwar keine im engeren Sinne p*rnografischen Inhalt, aber solche, die mich definitiv in einen leicht erregten Zustand versetzen können.

Ich weiß nicht, wie es dazu kam. Plötzlich zog es mich in einen Strudel und ich saß wieder wie ein Besessener vorm Rechner und zog mir diese Bilder rein...  
Auch wurde plötzlich das Bedürfnis wach, jetzt gefälligst mal eine "richtige" P*rnsite anzusurfen, um die Sache endlich zu Ende zu bringen.

Zum Glück konnte ich mich gerade so davon abbringen. Ich habe währenddessen auch nicht Hand angelegt.
Aber ich habe mich von den Netz-Inhalten bewusst aufgeilen lassen. Scheiße!

Die Spannung drohte mich zu zerreißen!
Ich habe also noch mal eine Mentalreise gemacht.

Diesmal war es aber bei Weitem nicht so einfach, wie bei der ersten Reise.
Ich konnte mich kaum entspannen, die Visualisierung war ziemlich dürftig und der Film war ständig durchsetzt von den Bildern, die ich kurz zuvor gesehen hatte, sowie von anderen künstlichen Erinnerungen. Ich konnte auch nichts mehr kontrollieren. Ein unkontrolliert ablaufendes Bilder-Chaos.
Trotzdem habe ich es durchgezogen und sogar versucht, mir einen Orgasmus zu imaginieren, was schwerer war, als gedacht. Immer wieder neu ansetzen, immer wieder aufs neue in diese Bewegung herein steigern, immer wieder auf meinen beschleunigten Atem achten...

Das Resultat war seltsam. Ich bin auch nicht physisch gekommen. Irgendwie habe ich stattdessen jegliche Erinnerung an alle 20 Millionen Orgasmen meines Lebens in diesen Moment hineingelegt. Dabei herausgekommen ist so etwas, wie das blasse Echo eines richtigen Orgasmus, gemischt mit dem beschissenen Gefühl, es gerade so richtig vergeigt zu haben.

Trotzdem ist der Druck und das Verlangen nach neuen visuellen Reizen jetzt erst mal weg.
Ich fühle mich wesentlich entspannter. Auch empfinde ich keine Hodenschmerzen, wie nach meiner ersten erotischen Mentalreise.


Die Schlüsse, die ich daraus ziehe:

1. Montage sind scheiße!

2. Wenn ich dadurch leichter auf Internet-Input verzichten kann, werde ich mir in Zukunft (so zu sagen "präventiv") einmal pro Woche so einen Brainp*rn zu Gemüte führen.
Ich hoffe, dass es in Zukunft auch wieder ohne die Erinnerung an irgendwelche Bildfetzen aus dem Netz funktioniert.

3. Ich verlängere meinen Reboot um 24 Tage!

Zwar habe ich mir keinen P*rno im engeren Sinn reingezogen, aber dennoch Netzinhalte angeschaut, die mich aufgeilten.
Dann habe ich vor dem Hintergrund der Erinnerung an diese Bilder im Kopf masturbiert und habe mich sogar auch noch zu einem trüben Halb-Orgasmus geschleppt.
Im Prinzip macht es keinen Unterschied zu POM, aber irgendwie macht es das schon...

Daher setze ich meinen Zähler erst mal nicht zurück, muss aber 24 Tage länger als geplant bewusst auf erregendes Bildmaterial verzichten, um meinen Reboot als Erfolg verbuchen zu können. Selbst wenn ich mir in diesen 24 Verlängerungs-Tagen einen "echten" Orgasmus (Sex oder MO) gönne, so sollte das unbedingt ohne den Einfluss von Bildmaterial, oder die Erinnerung daran stattfinden. Ansonsten ist der Reboot für mich nicht erfolgreich.  
(Verlängert auf 30 Tage...siehe Wochen-Fazit unten.)

Scheiße-Scheiße-Scheiße

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Scripting the dream

Habe mir gestern Nacht noch ein Drehbuch für meine Mentalreisen geschrieben.
So möchte ich verhindern, dass die nächsten Reisen wieder zur Erinnerung von P-Szenen werden.

Dieses Drehbuch werde ich mir zwischendurch immer mal zu Gemüte führen und den Ablauf dieses Films in meinem Gehirn verankern, damit ich ihn bei Bedarf abspulen kann. Vielleicht macht es das einfacher, potenziell aufleuchtende Erinnerungen an P-Sequenzen schneller zu verdrängen, wenn ich mich stattdessen an mein Phantasie-Script halte.

Ansonsten ist mein Bedürfnis, mir etwas Aufreizendes reinziehen zu wollen, fast verschwunden.
Trotzdem fühle ich mich ausgelaugt. Meine Energie hat nachgelassen.
Ich muss mich jetzt wieder aufbauen. Hodenschmerzen sind übrigens doch noch aufgetreten.
Blöde Aktion!

Keine Macht der Droge!

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Verdammt - Verdammt - Verdammt

Irgendwie scheine ich in der Abwärtsspirale fest zu hängen.
Ich habe mich schon wieder im Internet aufgegeilt. Zwar wieder nicht mit "echten" P*rnos,
dafür aber mit erotischen Bildern leicht bekleideter Frauen, die meinem Schönheitsideal voll entsprechen und (was ich am schlimmsten dabei finde) nach denen ich gezielt gesucht habe.

Zwar habe ich nicht masturbiert, aber die durch die Bilder hervorgerufene physische Erreghtheit eindeutig genossen.
Was für ein verdammter Mist!

Mir tut es jetzt schon um die Zeit leid, die ich mit dieser Tätigkeit verschwendet habe.

Ich merke, wie ich verschiedene Dinge vernachlässige.
Habe seit 2 Tagen nicht mehr meditiert, meine Wohnung sieht aus wie ein Saustall und meine Freundin wird daher zunehmend unzufriedener.
Mein Rasierapparat hängt auch nur noch als Dekorationsobjekt im Bad. Ich sehe nun fast aus, wie Bud Spencer...
Meine Motivation, überhaupt irgendetwas zu tun, schwindet minütlich.


Also muss ich Konsequenzen ziehen:

Internet am PC nur noch in Ausnahmefällen.
Alles, was dringend ist, kann ich auch auf dem Mäusekino (neudeutsch: Smartphone) erledigen.

Hiermit verbiete ich mir offiziell, im Netz nach aufreizendem Material zu suchen!
Wenn ich zufällig auf was Anzügliches stoßen sollte, dann klicke ich es sofort weg!!


Mensch, Mensch, Mensch!!!!
Ich wusste, dass ich süchtig bin.
Ich wusste nicht, dass ich zudem noch sau-dumm bin...

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On A Tightrope Ride...

Die letzten Tage waren mies. Immer wieder habe ich mir zwischendurch (leicht-pornographische) Bilder reingezogen.
Zwar habe ich nicht dabei masturbiert, aber alleine der Konsum von Material hat dazu geführt,
dass ich mich nun ziemlich beschissen fühle.

Habe mir daher jetzt auch den K9 Webblocker installiert.
Zusätzlich noch das LeechBlock Addon für den Firefox Browser, da mir K9 nicht zuverlässig und umfassend genug blockiert.
Mit LeechBlock kann ich eine Seite, die K9 durchgelassen hat sofort mit einem Mausklick blockieren. Das geht (bei mir zumindest) mit K9 nicht so elegant.

Die PWs habe ich so lang und komplex gewählt, dass ich sie mir nicht so schnell merken kann.
Klar könnte ich die Sperren prinzipiell trotzdem schnell umgehen. Keine Sperre ersetzt Selbstkontrolle. Aber die kleine Hürde ist glaube ich ganz gut, um nicht allzu schnell wieder an frischen Stoff kommen zu können. Die Eingabe der Passwörter würde zumindest so lange dauern, dass mir genug Zeit bliebe, über das, was ich da vorhabe, nachzudenken und mich im Idealfall eines Besseren zu besinnen.

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Fazit der 4. Woche


Ich bin mir noch nicht klar, wie ich diesen "halben Rückfall" für mich bewerten soll.
Einerseits denke ich mir: "Alter, die Aufgabe war 90 Tage NoPorn! Da hast du dich ja wieder ganz schön selbst verarscht."
Andererseits habe ich es ja - wie sonst in diesen Situationen - nicht bis auf die Spitze getrieben.
Trotzdem habe ich meinem Kopf Futter gegeben und meine pathologischen neuronalen Areale wieder neu befeuert.


Ich glaube, ich werde es davon abhängig machen, wie sich meine Psyche in der kommenden Woche entwickelt.

Im Moment fühle ich mich ziemlich down.
Mein Antrieb, mein positives Grundgefühl, meine Entschlossenheit, mein Selbstwert, die Klarheit meiner Gedanken....
All das scheint auf ein Minimum reduziert.
Stattdessen fühle ich mich dreckig, habe fiese Träume und meine Gedanken kreisen ständig um P*rnos und Verkehr!

Sollte sich mein Wohlbefinden innerhalb der nächsten 7 Tage nicht wieder spürbar normalisieren und sollte ich mir innerhalb dieser Zeit nochmal diesen Mist ansehen, dann werde ich den Reboot definitiv als gescheitert ansehen müssen und meinen Counter zurücksetzen.

Wenn ich mich wieder fangen sollte, dann lasse ich den Zähler weiterlaufen.

Wichtig ist, dass ich mich nach diesem Drahtseilakt wieder gründlicher beobachte.
Nur so kann ich daraus etwas lernen um es in Zukunft besser zu machen.
Diese Woche war es kurz vor knapp, wenn nicht sogar schon zu spät!

Der Beginn meiner Abwärtsspirale hängt direkt - so wie ich es sehe - mit der Einnahme einer psychotropen Substanz am vergangenen Samstag zusammen.
Dadurch habe ich mein Belohnungszentrum krass manipuliert und mich selbst damit aus dem Gleichgewicht gebracht.

Zwar habe ich den Konsum dieser Droge seit Jahren gut im Griff und auch auf ein Minimum reduziert. Aber nach dieser Marathonwoche wollte ich mir noch mal "etwas Gutes" tun.
Das war große Scheiße! Damit begannen meine guten Vorsätze wie ein Kartenhaus einzustürzen.
Eigentlich war mir das sogar vorher schon klar. Ich bin ein totaler Vollidiot!
Das einzig Positive an der Sache ist, dass ich es nicht zu Ende getrieben habe!!

Daher nehme ich diesen dreckigen Dopamin-Manipulator noch zusätzlich mit auf die "Not-To-Do-Liste":

NoPorn
NoFap
NOrgasm
NOpium

Trotzdem werde ich konsequent sein müssen und meine 90-Tage-Abstinenz von visuellem Input nicht nur um 24, sondern um 30 Tage zu verlängern!
Selbst, wenn ich nach den 90 Tage wieder masturbieren bzw. Sex haben sollte, muss ich noch weitere 30 Tage visuell clean bleiben.

Mein Stichtage sind daher:

05.02. > Reboot - NoFap
06.03. > Reboot - NoPorn


Nächste Woche geht es weiter.
Vielleicht sogar mit einer 0 im Zähler, sollte ich meine Mitte nicht wieder gefunden haben...

                                                                                                                Confused

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#8
Rückfall nach 57 Tagen.

Also geht's heute wieder bei Null los...

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#9
Hey Mutterkorn,

Du hast einen tollen Weg hinter Dir und kannst zunächst erstmal stolz auf dich sein.

Du analysierst deine Sucht mit großem Feingefühl und Verstand. Das ist sehr beeindruckend.

Ich wünsche dir viel Erfolg für deinen weiteren Weg. Rückfälle sind wichtig für den Prozess. Denke, dich kann so schnell nichts aus der Bahn bringen.
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=5252]

ICH BLEIB STABIL.
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