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Ich versuchs...
#11
(06.03.2016, 21:41)Thomas schrieb: @Tennessy: Dein Counter motiviert mich! Zur Sexualisierung: Ja, das sehe ich auch so. Bisher bin ich aber immer davor eingeknickt. Irgendwo liegt immer eine Karstadt-Werbung mit Unterwäsche-Werbung rum, der dann als Trigger fungiert...
Aber hey: Gestern hab ich mit meiner Frau einen Film gekuckt. Normaler Action-Film mit Nicolas Cage. Nackte Frau dabei. Und ich hab einfach ein paar cm zur Seite starren können. War gar nicht schwer. Total cooles Gefühl!

Freut mich, wenn ich helfen kann. Ich selbst hänge ein bisschen durch die Tage, aber das geht vorbei.

Ich mache das auch immer so, einfach ein bisschen zur Seite schauen. War neulich in dem Deadpool Film im Kino - da muss man dann schon ein bisschen weiter zur Seite schauen als ein paar cm. Big Grin 
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#12
(06.03.2016, 09:22)bluesideup schrieb: Thomas, stell Dir folgendes vor:
Dir sagt jemand, dass Du nie mehr Pornos anschauen wirst.

Wie fühlt sich das an?

Gut? oder Grummelt was in Dir?

Und an genau dieses Grummeln musst Du ran.

Weisst Du, Dein Leben ist grad wie ein Segelboot. Du bist begeistest, weil Dein Segelboot eine neue Richtiung eingeschlagen hat. Endlich hast Du gefunden, wie Du den Wind nutzen kannst.
Aber weisst was: Unten an Deinem Segelboot hängt eine Leine und weiter unter fährt ein U-Boot. Diesem U-Boot ist es ziemich wurscht, was das Segelboot da oben veranstaltet. Das U-Boot ist Dein Unterbewusstsein, all die Dinge, die Dich prägen, Deine Sicht auf die Welt, auf Dich selbst, deine Glaubenssätze.

Und irgendwann auf Deinem Weg wirst Du nach der jetztigen großen Motivation merken... "scheiße, es ist ja doch nicht so einfach". Dann zieht das U-Boot das Segelboot in seine Richtung.
Und erst dann wirst du wissen, ob du wirklich Dein Leben verändern willst oder die Pornos halt doch stärker sind, egal wie scheiße man sich danach fühlt. Grade für diejengen die mit den Pornos eine lange Geschichte haben, glaube ich, dass die meisten, die hier hochmotiviert anfangen, an diesem Punkt scheitern.

Es geht hier auch es um die Frage, wie Du mit Rückfällen umgehen wirst. Ob sie Dir eine (willkommene?) Gelegenheit sind zu sagen, "ich schaffs ja doch nicht", oder ob Du aus ihnen lernen kannst und willst


ein echt nützlicher beitrag, danke dir! die metapher ist wirklich perfekt gewählt für unseren umstand...werde ich im hinterkopf behalten Smile
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#13
Tag 10! Das Wochenende war einfach. Wenn Familie da ist, komm ich nicht auf dumme Gedanken.

Ok, hab in vergangener Zeit auch mal das Handy oder Tablet mit ins Bad genommen, auch wenn Familie da war. Das war aber ein "10er-Druck", der (trotz Anwesenheit der Familie) so jedes halbe Jahr einmal vorkommt. Was mich da dann reitet, muss ich noch rausfinden. Das sind die Extremfälle: Im Urlaub nachts aufstehen, um zu schauen, ob nicht ne neue Strip-oder Telefonsex-Werbung im TV läuft. Schrecklich, das zu schreiben. Aber es muss ja mal raus.

Mhm. Das war ein ganzer Absatz dazu, dass ich bei Familien-Anwesenheit doch auf dumme Gedanken gekommen bin. Mist, was hab ich dabei dann für Auslöser? Das ist ja dann keine Langeweile oder Einsamkeit. Frust glaube ich auch nicht. Die Suche nach Entspannung vielleicht. Mit dem Tablet auf dem Sofa sitzen, Füße hoch und das schauen, "was mir gefällt".
Muss mir zur Entspannung wieder das Sudoku-Heft oder einen Roman oder sowas auf den Wohnzimmertisch legen.

Ich finds grade ein bisschen unheimlich, dass die "Porno-Stimme" mich grade nicht so ruft. Sie wird es wieder tun, das weiß ich. Darauf will ich vorbereitet sein. Und nicht nur Situationen analysieren, sondern aktiv ändern. Gott, hilf mir!
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#14
(07.03.2016, 12:38)Thomas schrieb: Was mich da dann reitet, muss ich noch rausfinden. Mist, was hab ich dabei dann für Auslöser? Das ist ja dann keine Langeweile oder Einsamkeit. Frust glaube ich auch nicht. Die Suche nach Entspannung vielleicht. 

Ich glaube das kann auch einfach dein Gehirn sein, dass unbedingt einen Dopamin-Kick braucht. Das ist schlicht und ergreifend die Sucht. 
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#15
(07.03.2016, 16:32)tennessy3000 schrieb:
(07.03.2016, 12:38)Thomas schrieb: Was mich da dann reitet, muss ich noch rausfinden. Mist, was hab ich dabei dann für Auslöser? Das ist ja dann keine Langeweile oder Einsamkeit. Frust glaube ich auch nicht. Die Suche nach Entspannung vielleicht. 

Ich glaube das kann auch einfach dein Gehirn sein, dass unbedingt einen Dopamin-Kick braucht. Das ist schlicht und ergreifend die Sucht. 

Okay, mhm... Und wie gehst Du in solchen Fällen vor? Ich hab jetzt gelernt: Kritische Situationen nicht aufkommen lassen. Aber wenn die Situation quasi "ganz normale Situation ist - ohne Trigger oder eine bestimmte Stimmung? Hast Du da einen Trick?
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#16
Oft hilft es mir, meine Tätigkeit "von außen" zu beurteilen und mir wörtlich in den Kopf zu rufen, was ich gerade tue. Zum Beispiel wenn es um das lesen von Artikeln oder um googlen von Schauspielerinnen geht - dass ich mich selber wirklich beobachte und die Verhaltensmuster erkenne, und mir dann im geeigneten Moment einfach selber sage "Alter, Germany's Next Topmodel interessiert dich absolut nicht, du weißt genau was du gerade tust, mach den Tab einfach zu und lass es gut sein!" Wink
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#17
Thomas,

das U-Boot gehört zu Dir!
Das bist Du!

Es geht nicht um "versenken" oder manövrierunfähig machen!!!

Es geht um.... es anzunehmen, es Dir anschauen, ja, es zu lieben!

Die Sucht hat uns allen auf eine bestimmte Art geholfen zu überleben, mit Schmerz umzugehen, mit blöden Gefühlen, die wir nicht haben wollen.

Der Sucht kann man die Macht nehmen, indem man akzeptiert, dass sie da ist. Und dann schaut man sie friedlch an, und entdeckt, ob's nicht was besseres gibt.
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#18
Da sind wir wohl an die Grenzen der Metapher gelangt. :-)
Hab mir Deine U-Boot-Geschichte nochmal durchgelesen: Mein Unterbewusstsein hat oft andere Richtungen als mein Bewusstsein, schon klar. Und doch:

Ich denke, dass ich nach 25 Jahren Pornokonsum gerade die ersten Schritte mache, die Sucht nicht als "untrennbar mit mir verbunden" anzusehen. Dieses Denken hat mich regelmäßig verzweifeln lassen. Meine Hoffnung, die ich auch hier im Forum gewonnen habe, ist die, das Suchtverhalten "zu isolieren und auszuhungern".
Aber nicht, dass das jemand falsch versteht: Ja, ich bin bereit zu akzeptieren, dass ich wie ein (trockener) Alkoholiker mein Leben lang sagen muss: Ich bin "Pornographiker", aber seit xy Jahren "trocken".
Die Sucht ist ein Teil von mir, aber sie gehört nicht zu mir!
Das Ganze ein bisschen "von außen zu sehen" (tennessy) hilft durchaus, besonders der Gedanke: Das bin zwar (noch) ich, so will ich aber nicht mehr sein.

1.Ansatz, Tag 11 übrigens. Zweistellig fühlt sich gut an. Da geht noch was. Mein Ziel: Fünfstellig! :-) Kurzfristig Leben ändern ist kein Problem. Aber langfristig durchhalten? Darauf bin ich gespannt... Die Trigger halten sich im Moment in Grenzen. Das wird anders, wenn der Frühling und der Sommer kommt. Bis dahin hab ich noch einiges an Umgewöhnung vor mir.

Einen schönen Tag allen!
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#19
1. Ansatz, Tag 12.
Langeweile gehabt.
Viel im Internet gewesen, aber auf Musikerseiten, und dem Hobby gefrönt.
Kein Druck, kein Hingezogen-Werden zu irgendwelchen Porno-/Sex- oder Erotikseiten.
Geht das so einfach - oder kommt das dicke Ende noch?
Morgen ist wieder ein erfahrungsgemäß risikoreicher Vormittag. Werde mich gleich dransetzen und eine Todo-Liste schreiben, damit die Abwesenheit meiner Frau und den Kindern mich nicht wieder auf "gewohnte Gedanken" bringt.
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#20
1. Ansatz, Tag 13.

Ich spüre nicht, dass mir etwas fehlt.

Und doch ist es da. Es ist kein Drang, jetzt sofort an Pornos zu gehen. Aber ab und an blitzt ein Bild in meinem Kopf auf. Kein Pornobild. Nur ein Gesicht. Ein schlecht gezeichnetes, aus einem bekloppten Sex-Flash-Game. Das war oft mein Einstieg. Hat "Spaß" gemacht. War ja nicht echt. Und irgendwann kam der Punkt, an dem mein Hirn, mein Bewusstsein, mein Wille, weichgeklickt war - und dann konnte ich "gewissenlos" auch die harten Sachen anklicken.

Ich merke, dass in meinem Kopf ein kleiner, dünner Riegel vor dem riesigen Tor vorgeschoben ist. Es wäre ein Leichtes, den wegzuschieben und wieder anzufangen. Ich tus nicht.

Solange mein Bewusstsein steuert, die ganze Sache meine Aufmerksamkeit hat, wirds wohl kein großes Problem sein. Die letzten (fast) 2 Wochen liefen problemlos ohne Pornos. Da fällt mir mein Urlaub ein: Wenn ich bewusst zwischen gefährlichen Felsen herumklettere, passe ich auf, da passiert nichts, das Risiko hat meine volle Aufmerksamkeit. Genauso beim Motorradfahren. Meine schlimmsten Knochenbrüche und Verstauchungen habe ich mir in Situationen geholt, die alltäglich waren und keine Aufmerksamkeit erforderten.
Jetzt darf gelacht werden: Armbruch in der Bücherei. Finger verstaucht, als ich einen langsam anrollenden Ball nehmen wollte. Sehnenriss vom zu schnellen Aufstehen vom Sofa nach dem Mittagsschlaf!

Viele Rückfälle, die ich hier im Forum lese, sind aus Unachtsamkeit entstanden. Man iegt sich in Sicherheit, denkt nicht mehr an die (potentielle?) Sucht - der schwächste Moment ist nicht der Frontalangriff, bei dem sich jeder seine Gegenangriffsmechanismen zurechtgelegt hat, sondern der heimliche Alltags-Überraschungsangriff.
Blödes Beispiel, fällt mir aber grade ein, für Herr-der Ringe-Fans: Die Schlacht in Moria ist geschlagen, das Monster fällt schon in den Abgrund. Gandalf dreht sich selbstsicher von ihm weg, als die Peitsche, im Fallen geschwungen, ihn erwischt - und in die Tiefe zieht.

Genug der philosophischen Abhandlungen. Na gut, eins noch: In der Bibel sucht sich der Versucher auch die schwächsten Momente aus. Hier scheint also was dran zu sein.

Meine größte Angst ist nicht die vor dem Kampf und der Abstinenz. Sondern davor, dass ich die Ernsthaftigkeit mit einer Sorglosigkeit ersetze, wenn ich z.B: die 90 Tage geschafft habe.

In diesem Sinne...
Thomas
4 Reboots: 210 / 110 / 121 / 139+ Tage pornofrei. Ziel: Freiheit ohne Rückfälle.
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