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Erfolgsschwankungen
#1
Liebe Leute aus dem Forum,


nachdem ich schon länger in dieses Forum hineingeschaut habe, interessiert es mich, was Ihr zu meiner aktuellen Situation sagen könntet. Bitte verzeiht die Länge und dass es ein bisschen wirr ist, aber die Quintessenz des Geschriebenen werdet Ihr schon erkennen [Bild: smile.png]

Ich habe am 01.10. nach einigen vorangegangenen Anläufen zum vorläufig letzten Mal aufgehört, Pornos zu schauen.
Ob ich wirklich süchtig war, kann ich nicht sagen. An manchen Tagen habe ich bis zu 3 Mal  zu Pornos masturbiert, manchmal aber auch wieder eine Woche nicht.
Komisch und für mich störend ist es erst geworden, als ich im Internet viel darüber gelesen habe, wie schädlich Pornos eigentlich sind (oder sein können). Dass sie einem eine Realität vorgaukeln, die es nicht gibt. Dass sie das eigene Gehirn verändern und man nur schwer übersättigt werden kann, sondern sich eher hineinsteigert. Ihr kennt die Punkte ja eh.
Erst ab diesem Zeitpunkt habe ich eine komische Beziehung zu Pornos entwickelt. Davor habe ich einfach ab und zu geschaut, wenn ich Lust hatte. Aber ab dem Zeitpunkt meines Wissens über den Schaden habe ich ab und zu versucht, nicht mehr zu schauen und dann, wenn die Lust zu groß war und ich nachgab, 3 Mal am Tag und das dann für einige Tage, einfach, weil ich mir sagte, ich müsse es ausnützen, dass ich wieder schauen kann, es sei „eh scho wuascht“.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mit Pornos eine Lücke in meinem Leben fülle: Sexualität mit Frauen. Auch wenn ich eigentlich ein sehr kommunikativer und beliebter Mensch bin, mit Frauen lief in meinen 23 Lebensjahren nix, auch wenn ich mir sehr stark wünsche, eine Frau zu haben und das bei weitem nicht nur für die Erfüllung meiner sexuellen Bedürfnisse. Geborgenheit fehlt mir, körperliche Nähe auch.
Und Pornos haben das Fehlende irgendwie kompensieren können. Ich hatte immer eine Frau an meiner Seite (Internetseite), die noch dazu sehr schön war und auf meinen Geschmack abgestimmt war, was nicht schwer ist, wenn man auf gewissen Seiten lange genug sucht. Das war schon eine Befriedigung für mich und ein Ersatz für das, was ich nicht hatte, wobei es natürlich nicht dasselbe ist.
Ich habe aber bald, so ungefähr vor einem Jahr, damit begonnen, diese Situation ziemlich armselig zu finden. Sich an einer Frau im Internet aufgeilen, weil man selbst keine hat. Sich die ganze Zeit solchen Reizen aussetzen, obwohl das extrem unnatürlich ist.
Auch hatte ich das Gefühl, dass ich über die Frauen, die ich hübsch fand, ein bisschen anders dachte und sie ein bisschen für Sexobjekte hielt.
Pornos haben mich in diese Richtung versaut. Und dabei stimmt es einfach nicht, dass alle Frauen zum Beispiel extrem geile Ärsche haben. Ist man aber unentwegt solchen Bildern ausgesetzt, so denkt man, es sei Normalität und wundert sich dann, wenn es in der Realität nicht so ist. Ich stehe eher auf kleinere und schlanke Frauen, zumindest hatten die es in Echt mir am Ehesten angetan.
Bei den Pornos begannen mir dann aber auch die vollbusigen Frauen mit prallen Ärschen zu gefallen, und ich fragte mich bald, ob so schlanke Frauen überhaupt geil genug für meine Ansprüche wären, wenn sie überall flacher sind als die Frauen im Internet. Das fand ich irgendwann auch falsch, ich finde, dass man sich mit dem zufrieden geben muss, was es in echt gibt, und irreale Ansprüche zu stellen ist zumindest in dieser Hinsicht sinnfrei.
Ich dachte mir manchmal, wozu soll ich mich jetzt auf dieses Mädl, das einigermaßen hübsch ist, einlassen und Energie hineinverschwenden, wenn ich mich zuhause in aller Ruhe doch mit einer unglaublich geilen Frau in HD vergnügen kann? So blieb es lange Zeit, ich war zum einen unzufrieden und dennoch gesättigt und lebte so vor mich hin.


(Ich finde es generell pervers, dass man überall pornografischen Bildern ausgesetzt wird, fast jede Werbung versucht ja, durch gutes Aussehen der Protagonistinnen zu gefallen, durch halbnackte Frauen, die irgendwas anpreisen. Aber nicht jede Frau kann 90-60-90 Maße haben und kerngesund und immer fröhlich durchs Leben laufen, und nicht jeder Mann ist ein braunhaariger sonnengebräunter Sunnyboy mit perfekten Bauch- und Brustmuskeln.
Sehen wir aber immer nur solche Personen als die erfolgreichen, dann steigen auch unsere Ansprüche und das Ansehen der Personen, auf die diese Ideale nicht zutreffen, sinkt stark. Die meisten Menschen unterliegen einem Optimierungswahn, dem sie sich selbst und auch anderen aussetzen, ohne damit umgehen zu können.
Gleichzeitig, während wir immer dieser Reizüberflutung ausgesetzt sind, ist Sexualität immer noch zum Teil ein Tabuthema. Die Diskussion darüber ist meistens falsch. Männer, die gerne Sex haben (wollen), gelten als Perverslinge, Frauen als Schlampen.
Ich frage mich oft, ob ich wirklich der Einzige bin, der über so viele Medien (unfreiwillig) aufgegeilt wird und trotzdem oder deswegen keine Befriedigung findet.
Und glaubt Ihr, man könne im gesellschaftlichen Rahmen, ohne anonym zu sein, einfach so über solche Themen reden? Ich bezweifle das stark. Ich glaube, auch den meisten hier wäre es sehr unangenehm, würden ihre Beiträge hier unter ihrem Klarnamen stehen und alle Welt sehen kann, was wir als Problem für uns wahrnehmen. Und dabei sind wir ja nicht mal Schuld an der Situation, deren negativen Auswirkungen uns heimsuchen.)



Ein paar Mal habe ich schon versucht, mit dem Pornoschauen aufzuhören, oft habe ich in schwachen Stunden leider doch der Versuchung nicht mehr widerstehen können.

Jetzt sind fast zwei Monate meiner Abstinenz vorbei. Zwei Mal war ich innerhalb der letzten Woche aber doch auf einer Pornoseite und befriedigte mich während der Anfangsstory eines Pornos, bei dem es zwar noch nicht zu ‘nem sexuellen Akt gekommen war, aber Hardliner hier  werden wohl sagen, dass das schon als Rückfall zu werten ist. Darum geht es mir aber nicht.

Als ich mir wieder gesagt hatte „jetzt hörst Du aber auf mit dem Pornoschauen“, war ich voller Tatendrank und Abscheu gegenüber Pornos. Ihr kennt das wahrscheinlich eh. Ich wunderte mich, wie ich so schwach sein konnte, wieder nachzugeben, wenn Pornos doch so ein schlechtes und teuflisches Zeug seien. Ich las wieder viel über die negativen Seiten des Pornokonsums und dachte, dass ich ganz bestimmt nicht mehr rückfällig werden würde.

Die ersten 3-4 Wochen hat das auch super funktioniert. Ich verschwendete so gut wie keinen Gedanken an Pornos, wollte auch kaum masturbieren – als hätte ich jegliches sexuelle Interesse abgelegt, so angewidert war ich. Das ist aber auch kein Zustand, den ich fortwährend beibehalten möchte, da ist es mir doch zu schade um meine Libido.
Und als dann langsam das sexuelle Interesse und Verlangen wieder eintraf, begann auch die Lust auf Pornos wieder zu steigen. Und so geht es mir seit circa vier Wochen wieder, was nicht einfach ist.

Pornos haben mich schon erfüllt, das merke ich momentan stark. Ich fühle mich ziemlich leer, mir fehlt die Befriedigung dieser Art, ich fühle mich alleine. Und da ich mir auch nicht einfach so Befriedigung im echten Leben holen kann, mich aber auch nicht durch Pornos befriedigen will, bin ich in einer kleinen Zwickmühle:
Mein Gehirn bestraft mich, dass ich mir keine Befriedigung mehr durch Pornos hole, dass dem Verlangen nach Frauen, das jederzeit gestillt werden könnte, nicht nachgegeben wird.
Und da es keinen Ersatz für diese Lust, setzt mein Körper anscheinen wenig Dopamin frei. Ich fühle mich momentan ziemlich lustlos, erledige zwar noch alles, was ich für das Studium erledigen muss, bin aber nicht sehr motiviert. Mache auch weniger Sport und treffe meine (eigentlich vielen) Freunde seltener als sonst. Durch die Unmotiviertheit und schlechtere Ausstrahlung komme ich auch schlechter bei Frauen an und kann mich selten überwinden, bei Feiern dann mit vielen Leuten zu reden und als gutgelaunter Mensch Frauen kennenzulernen. Obwohl genau das das Wichtigste wäre, glaube ich, mit anderen Menschen zu interagieren und im besten Fall dann doch eine mich erfüllende Person zu finden, die der beste Grund ist, keine Pornos mehr zu schauen.

Ich weiß nicht, wie ich da gut rauskommen kann. Das Einfachste wäre natürlich, wieder Pornos zu schauen, was zumindest kurzfristig eine Besserung darstellt, manchmal denke ich mir das. Ich glaube aber stark daran, dass es mir auf die Dauer nicht guttun wird und ich dann das, was ich momentan erleide, noch viel stärker erleben werde.

Bessert sich so ein Gefühl tatsächlich irgendwann und hat man wirklich mal keine Lust mehr, Pornos zu schauen, auch wenn man vielleicht keine Freundin und Befriedigung hat? Vielleicht ist es tatsächlich so, dass das Gehrin irgendwann keine dieser Reize mehr benötigt und wieder normal arbeiten kann.

Ich wäre sehr froh darüber, hier ein bisschen Rat zu erhalten.
Ich weiß zwar, dass das hier kein Psychologieforum ist, ich glaube aber, dass es anderen vielleicht auch so wie mir ergeht oder ergangen ist.

J.

Antworten
#2
Oh shit am zweiten voll versagt. War angepisst von der arbeit und den ganzen Kunden. Keine motivation irgendetwas zu machen und Boom schon wars wieder so weit. Was für ein mist.

Ich kann dir nur sagen das der Hardmode funktioniert und du wieder normal mastubieren willst. Ohne Pornos.

Aber es sind schon gute fortschritte wenn du es anfangs paar Tage schaffst!
Antworten
#3
Viel Erfolg!  Smile


Bis jetzt geht es wieder ganz gut. Seitdem ich den ersten Text hier geschrieben habe und gut reflektieren konnte, ist meine Pornounlust wieder gestiegen.
Und ich nehme auch an, dass die Abstinenz nur wirklich funktioniert, indem man gänzlich auf virtuell Erregendes verzichtet. Egal welcher Intensität. Schon das Bild einer halbnackten Frau triggert und lässt das Verlangen nach Pornos wieder steigen. Und im Grunde ist es ja genauso unnatürlich. Zumindest kann ich das bei mir behaupten. Sobald ich mir irgendwo erotische Bilder herausgesucht habe, war ein Rückfall ein paar Tage oder Wochen danach Konsequenz.
Und als ich letztens unbedingt den „Vorspann“ eines Pornos sehen wollte, natürlich nur ein Mal, als Ausnahme und danach nie wieder, habe ich zwei Tage danach das Verlangen wieder gespürt, sogar ein bisschen stärker. Dann habe ich mich wieder in die Thematik eingelesen und mittels Schreiben über meine Situation reflektiert und bin seitdem wieder standhaft.
Aber es ist wirklich sehr hart, durchzuhalten! Ich kann jeden verstehen, der doch wieder aufgibt.
Ich bin mir auch sicher, dass es weitaus mehr als nur 90 Tage bedarf, um wirklich „geheilt“ zu sein. Wenn man jahrelang Pornos geschaut hat und sich der ganze Körper darauf eingestellt hat, wie soll sich das dann innerhalb weniger Wochen oder Monaten wieder vollkommen ändern?
Manchmal wunder ich mich ein bisschen, wenn ich irgendwo Erfahrungsberichte von neuen No-Fappern lese, die nach zwei Wochen Abstinenz meinen, es ginge ihnen unglaublich gut und sie seien geheilt. Kein Süchtiger ist nach zwei Wochen geheilt, und ich finde, wenn man einem Verlangen nachgibt, auch wenn man es nicht will, dann ist man wirklich süchtig und braucht einen langen Entwöhnungsprozess.
Die meisten, die Tagebuch über diesen Prozess führen, beginnen ja erst über ihr Wohlbefinden nachzudenken, wenn sie von NoFap wissen und aufhören (wollen), Pornos zu schauen. Dann geht es ihnen entweder gut oder schlecht oder beides und sie empfinden das als etwas ganz Neues, das sie dann auf die veränderte Situation schieben. Wenn sie dann rückfällig werden, geraten sie wieder in einen Strudel hinein (wie auch ich) und lassen das Ziel wieder aus den Augen. Dann schreiben sie aber nicht mehr jeden Tag, wie es ihnen geht. Bei mir war es aber so, dass ich viele Symptome auch gehabt habe, während ich wieder Pornos geschaut habe.
Natürlich gibt es dann auch wieder Entschuldigungsgründe: Der Stress, die Antriebslosigkeit, die Einsamkeit. Ein Süchtiger versucht zumeist, die Sucht zu rechtfertigen. Dann geht es einem auch besser, weil man Schuldgefühle von sich schieben kann. Zumindest kurzeitig, wenn der Körper sich selbst belohnt, weil er endlich wieder die volle Befriedigung erhält. Über die langfristigen Folgen wurde ja schon ellenlang geschrieben.

Manche Benefits, die Abstinenten zu Beginn auffallen, sind wahrscheinlich auch zu einem gewissen Teil Einbildungen. Es werden ja auch so viele ganz schnell ändernde Eigenschaften beworben, die eintreten, wenn man aufhört: Verbessertes Selbstbewusstsein, Kontaktfreudigkeit, charismatischeres Auftreten, Verschwinden der Gefühlsschwankungen und der Antriebslosigkeit, und so weiter. Und man empfindet das meiste dann auch. War bei mir auch so, zu Beginn war ich fast in einem Rausch drinnen. „Jetzt ändert sich mein Leben. Ab heute und für immer!“

Leider ist die Sache viel komplexer. So schnell funktioniert das Ganze nicht, wie gesagt.  Plötzlich ist man nicht geheilt. Und anscheinend durchlebt jeder verschiedene Phasen, und manche davon sind echt nicht angenehm.
Ich habe mich im letzten Monat so schlecht gefühlt wie schon lange nicht mehr, hätte mich fast schon als depressiv beschrieben. Ich war echt unmotiviert, schlecht gelaunt, hatte kaum Lust, Sport zu betreiben oder Freunde zu treffen und fühlte mich einfach schlecht. Trotzdem habe ich versucht, mir das nicht anmerken zu lassen.
Und seit ein paar Tagen geht es wieder bergauf. Woran das liegt, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht kann ich diese Phase sogar auf das Weglassen der Pornos schieben, denn so lange war meine Pause noch nie.
Im ersten Monat war ich motiviert, das durchzuziehen, mich auf viele andere Sachen im Leben zu besinnen.
Im zweiten Monat hat mein Gehirn dann aber wieder nach dem verlangt, dass immer Therapie für alles war. Pornos mit riesigem Dopaminausstoß, die mich wieder beruhigten und, wenn ich mich schlecht fühlte, mich kurzzeitig wieder aufrichteten.
Diesmal habe ich aber nicht (ganz) nachgegeben. Und mein Gehirn hat mich dafür bestraft und mir die Freude entzogen. Ich wundere mich nur, dass das so kurz gedauert hat und habe Angst davor, dass sowas wiederkommt, denn angenehm ist das absolut nicht.
Ich glaube aber, dass ich diese Phasen überwinden muss und dann hoffentlich irgendwann nichts mehr dergleichen erlebe.

Das bringt mich gleich zu einem anderen Punkt: Kann man wirklich alles auf die Pornos schieben?
Die Gefühlsschwankungen, die Antriebslosigkeit, bei manchen sogar die Sozialphobie et cetera?
Es wäre zu einfach, die Schuld nur beim Pornokonsum zu suchen. Inwieweit er für diese Symptome verantwortlich ist, hat bislang selbst die Wissenschaft nicht zu klären vermocht.
Ich selbst habe mich in den letzten Jahren auch nicht immer gut gefühlt und ich glaube, das wäre auch ohne Pornokonsum nicht anders gewesen. Genug Personen zeigen auch die Symptome, die bei übermäßigem Pornokonsum angeprangert werden und schauen vielleicht keine Pornos.
Was Anderes ist es bei Sachen, deren Veränderung ich gut miterleben konnte und sonst keine gute Erklärung dafür zu finden ist. Meine Ansichten und Gefühle bezüglich Frauen und Sexualität, die ich in meinem ersten Beitrag eh schon ein bisschen erläutert habe.

Auch das ist nicht aus der Welt zu schaffen, wenn man einfach aufhört, Pornos zu konsumieren. Das kann eher als Anstoß verstanden werden, sich zu bessern. Der Verzicht auf Pornos verändert bestimmt etwas im Unterbewusstsein, und hoffentlich nur zum Guten. Der größte Teil, nehme ich an, muss aber von einem selbst aktiv angegangen werden. Über sich selbst nachdenken, über das, was einen bewegt und warum es einen bewegt. Was man ändern will und warum man es ändern will.
Pornoverzicht ist kein Wundermittel. Aber er kann helfen, mehr über sich und seinen Körper zu erfahren.
Antworten
#4
Diesen Beitrag habe ich in einem anderen Thread gepostet, aber da er meine Reflexionen beinhaltet, finde ich ihn hier auch gut aufgehoben:

Gleich vorweg, ich glaube nicht, dass das Verlangen nach pornographischen Inhalten für einen Mann mit gesunder Libido jemals ganz verschwindet. Dass ein schöner nackter Frauenkörper für einen heterosexuellen Mann was Besonderes ist, ist ja nichts unnatürliches. Wäre ja auch komisch, wenn man sich dadurch nicht mehr erregen ließe. Ich finde auch, dass das nicht unbedingt das Ziel sein muss, sondern eher einfach drüberzustehen und dem Verlangen nicht nachzugeben, weil man weiß, welche Folgen es hat.

Es kann aber sein, dass man einfach nichts an den Videos findet, da man ein bisschen eine Abneigung ihnen gegenüber entwickelt hat.
Ich persönlich würde aber gar nicht austesten, was es mit mir macht, wenn ich auf eine Pornoseite schaue. Wenn ich kein Verlangen habe, einen Porno anzuschauen und auch so nicht auf eine Pornoseite komme, würde ich mich damit zufrieden geben. Jeder Schritt weiter ins Internet ist ein Schritt näher dem Rückfall eintgegen. Dein Körper weiß schon, was solche Bilder früher bei Dir ausgelöst haben und immer noch auslösen können, der schnelle und einfache Ausstoß von Glücksgefühlen wäre beim ersten Mal nachgeben ja verhältnismäßig hoch. Selbst, wenn Du also nicht auf die Bilder und Videos ansprichst, Dein Gehirn erinnert sich dran und reproduziert das Gesehene zumindest im Unterbewusstsein.
Am Besten ist es also, diese Bilder vollkommen aus dem Gedächtnis zu löschen. Ob das funktioniert, weiß ich nicht. Aber man kann sie zumindest abschwächen und unschärfer machen.

Ich musste jetzt auch nochmal nachschauen, was ein Hardmode ist:
Das ist dieser PMO-Modus, der auf vielen Seiten oft propagiert wird: Keine Pornos, keine Masturbation, kein Orgasmus. Sozusagen ein kalter Entzug, cold turkey.
Also vollständiger Verzicht auf alles, was mit der Ausübung der eigenen Sexualität zu tun hat. Glaube, auch mal gelesen zu haben, dass nicht mal erotische Fantasien dazugehören dürfen.
Das wird anscheinend vollzogen, um das Gehirn für eine gewisse Zeit vollkommen anders zu stimulieren, beziehungsweise in dieser Hinsicht gar nicht zu stimulieren. Wenn der Körper keinen Orgasmus erlebt, der bei vielen zwingend an das Pornoschauen gekoppelt war, kann er auch nicht daran erinnert werden.
Und manchen hilft es anscheinend auch, weil sie von allem Erregenden, von allem, was triggert, fast vollkommen abgeschottet werden. Nicht mal erotische Szenen im Fernsehen sind erlaubt oder erregende Texte. Wie es aussieht, gibt es doch einige, die derart exzessiv Pornos geschaut haben, dass sie durch fast jedes auch nur irgendwie erotisch anmutende Bild wieder an Pornos erinnert werden und dann auch Pornos konsumieren wollen/müssen, weil der Körper sich an diesen Vorgang gewöhnt hat, er also gleichsam konditioniert wurde: Man wurde erregt und hat dann einen Porno geschaut; oder hat einen Porno geschaut, um erregt zu werden. Hinausgekommen ist es im Endeffekt aufs Gleiche.

Ich selbst bin nicht unbedingt Anhänger dieser Methode. Ich glaube nicht, dass es dem Körper als Organismus gut tut, auf Masturbation zu verzichten, wenn man es vorher vielleicht sogar mehrmals täglich gemacht hat. Als ich im Oktober drei Wochen nicht masturbiert habe und dann schon, hat es sogar geschmerzt, was kein gutes Zeichen war. Und ein Orgasmus, vielleicht in gesunden Abständen, tut dem Körper eigentlich gut, deswegen verstehe ich auch nicht, wieso man darauf verzichten sollte. Wenn ich ohne "Vorlage" masturbiere, stärkt das ja auch meine Vorstellungkraft.

Allerdings habe ich mal einen ganz interessanten Punkt gelesen: Manche fühlen sich, nachdem sie alleine onaniert haben, traurig und depressiv. Es gibt die These, dass das passiert, da nach einem Orgasmus Oxytocin, das sogennante Kuschelhormon, freigesetzt wird. Oxytocin verstärkt nach dem Geschlechtsakt die Bindung zwischen den beiden beteiligt Personen und sorgt für größeres Vertrauen und Geborgenheit. Blöd nur, wenn Mann alleine im Bett liegt und man all diese Empfindungen nicht auf jemanden übertragen kann, sondern man in dem Moment der Einzige war, der mit sich intim sein wollte.
Man könnte auch sagen, es ist ein Akt, der ein bisschen armselig ist, sich alleine zu befriedigen, weil es sonst niemand macht (zumindest bei denen, die nicht noch dazu Sex haben). Ist beim Pornokonsum nichts anderes.

Ich sehe das nicht so drastisch. Ich habe aber auch bemerkt, dass es mir nicht gut tut, wenn ich oft masturbiere. Ich werde schneller erkältet und bekomme eher Pickel. Keine Ahnung, wieso das so ist.
Laut einer Studie ist der männliche Testoteronspiegel nach einer Woche Abstinenz am höchsten, danach sinkt er wieder.

Auch auf Sex wird im Hardmode auf verzichtet, auch das verstehe ich nicht so ganz. Ist es nicht das Ziel, (wieder) guten Sex haben zu können und nicht ständig Pornomaßstäbe im Hinterkopf zu haben? Ich glaube, das beste Mittel, um diese Maßstäbe abzulegen, ist Sex. Und natürlich der Verzicht auf Pornos.
Antworten
#5
Allmählich fühle ich mich echt so, als würde ich das Ganze nach und nach überwinden. An Pornos denke ich seit zwei Wochen überhaupt nicht mehr, davor hatte ich nur diese kleine oben beschriebene Schwächephase, aufgehört habe ich eigentlich Anfang Oktober.
Und vor allem schaffe ich es jetzt, mich, wenn ich mich schlecht fühle, anders zu beschäftigen, indem ich zum Beispiel ganz viele Liegestützen mache, bis ich k.o. bin, anstatt meine Befriedigung in Pornos zu suchen, wenn ich glaube, eine Lücke füllen zu müssen.

Dass ich jetzt besser mit unangenehmen Sachen umgehen kann, ist mir auch in dieser Nacht klargeworden: Ich hab am Abend ein ziemlich süßes Mädl kennengelernt, mit dem es dann doch nichts geworden ist, obwohl sie ziemlich sicher interessiert war, weil ich einfach zu zurückhaltend war. Als sie dann weg war und ich zuhause, hab ich mich so sehr über meine Feigheit geärgert, dass ich gar nicht einschlafen konnte. Früher hätte ich das Gefühl ziemlich sicher durch Pornos vermindert, um meinen Frust zu betäuben, diesmal hab ich mich durch irgendwelche lustigen Seiten im Internet abgelenkt und es hat auch einigermaßen funktionert, obwohl ich mich immer noch über mich ärger.

Zumindest habe ich gemerkt, dass Pornos einfach keine Lösung sind. Mehr als ein kurfristiges gutes Gefühl können sie nicht geben, und es ist wichtig, sich das zu merken und dem Drang, sollte er mal wieder kommen, nicht nachzugeben.
Antworten
#6
Ich melde mich auch mal wieder. Momentan fühle ich mich ganz gut, die Antrieblosigkeit scheine ich überwunden zu haben. Wenngleich ich schon zu Beginn sagen muss, dass ich in der letzten Woche etwas gemacht habe, auf das ich nicht sehr stolz bin:

Am 25. bin ich krank geworden und lag nur noch im Bett. Dabei wollte ich noch mit einem Teil meiner Familie Weihnachten feiern und die Ferien ausnützen, um mehr Freunde zu treffen als während des stressigen Unialltags. Stattdessen lungerte ich herum und langweilte mich. Und Kontakt hatte ich auch kaum zu jemanden, telefonieren wollte ich wegen meiner Halsschmerzen nicht unbedingt. Also bin ich im Bett geblieben und habe aus Langeweile meinen Laptop angeschalten. Ich fühlte mich ein bisschen einsam und gelangte dann ziemlich schnell auf eine Pornoseite und schaute mir dann ein Video an, das ich schon oft gesehen hatte. Aber nur den Beginn! Es war, als wollte ich meine Beziehung zu einer Frau, deren Aktionen ich für die letzten paar Jahre visuell genossen hatte, wieder aufleben lassen und sie wieder sehen. Also schaute ich mir den Anfang des Videos an, als nur gesprochen wurde und es noch nichtmal dazu kam, dass irgendwas Erotisches geschah oder sie sich auszog. Also war ich vom pornographischen Inhalt noch entfernt (zumindest auf direktem Wege. Ich konnte mich natürlich daran erinnern, was später im Video geschehen würde und projizierte das auch auf die Frau). Allerdings hatte kein Interesse, mehr von dem Video zu sehen. Ich fühlte mich, als sei ich darüber hinweg, einen Porno zu sehen. Dennoch habe ich zum Video masturbiert, und das innerhalb von drei Tagen fünf Mal, und immer zu einem anderen, mir bereits (gut) bekannten Video. Das war auf jeden Fall ein Zeichen der Schwäche. Aber auch das gehört dazu.
Also kann ich nicht sagen, dass ich meine Sucht vollends überwunden habe. Ohnehin kann man das nach drei Monaten nicht sagen, finde ich. Und was ich getan habe, war bestimmt nicht richtig. Abers hat mir bewiesen, dass ich eigentlich einseitige Beziehungen aufgebaut habe zu Frauen, die Pornodarstellerinnen sind und davon gar nicht einfach loskomme. Das finde ich schon ein bisschen krankhaft. Meiner Meinung nach sollte man sich emotionale Verbindung im realen Leben holen und nicht übers Internet.

Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich aber niemals schlimmere Pornos geschaut als in früheren Jahren, ich habe niemals Gewalt- oder Schwulenpornos gesehen und auch an Gangbangs hatte ich nie Interesse. Ich bin eigentlich zum Teil bei den gleichen Videos geblieben, die ich vor vier Jahren auch schon geschaut habe. Das ist für mich ein gutes Zeichen, das mir sagt, dass mein Hirn noch nicht zu sehr beschädigt wurde. Und wirklich befriedigt haben mich diese Pornos auch nicht, mir waren sie so gut wie immer zu wenig romantisch, zu wenig emotional, zu körperbetont. Aber schlecht fand ich sie natürlich auch nicht, sonst würde es mir ja nicht so schwerfallen, davon loszukommen.

Ich finde es extrem wichtig, über diesen Prozess zu reflektieren, denn so kann ich auch die Sucht besser verstehen - ihre Ursachen, aber auch, wie ich sie überwinden kann. Wie ich schon mal geschrieben habe, waren Pornos oft ein Ausweg, eine Stütze für mich, wenn ich mich schlecht fühlte oder einsam war. Und daraus hat sich ein Teufelskreis entwickelt, der es nicht nur mir sehr schwer macht, aufzuhören. Denn fühlt man die Leere, will man sie füllen und weiß auch, wie das schnell, einfach und auch gut funktioniert. Und das ist auch das Schwierigste bei der Sache: Einen Ausweg zu finden. Ich glaube, dass es diejenigen einfacher haben, die eine (im besten Fall verständnisvolle) Partnerin haben. Auch wenn einige anscheinend keine sexuelle Befriedigung von ihren Partnerinnen erhalten (wegen des Pornokonsums), so können sie aber wenigstens emotionale Unterstützung bekommen.
Ich versuche momentan, das Problem alleine zu lösen und habe auch keine Freundin, die mir dabei helfen kann.
Denn es ist schwierig, eine Alternative zu diesem einfachen Dopaminlieferanten Porno zu finden. In einer Beziehung gibt es eine, glaube ich. Aber was macht jemand, der alleine ist? Sport oder welche Aktivität auch immer können dieses besondere Gefühl nicht ersetzen, das ich erlebt habe. Einen so starken Dopaminausstoß wie beim Pornoorgasmus erlebe ich vielleicht, wenn ich beim Fußballmatch ein Tor schieße und darüber unglaublich freue, aber das gelingt mir nicht sehr oft und ist auch viel schwieriger zu erreichen. Wahrscheinlich muss ich einfach lernen, dieses Gefühl nicht mehr zu erleben. Und selbst in einer Beziehung kann man sich auch nicht erwarten, auf Knopfdruck Befriedigung zu erlangen. Das ist schlicht und ergreifend unnormal!

Rücklickend kann ich sagen: Seit 01.10.2016 habe ich mir keinen sexuellen Akt in einem Porno mehr angeschaut. In zwei Zeiträumen aber (Mitte November, Ende Dezember) bin ich zurück auf eine Pornoseite und habe mir den Beginn von insgesamt 7 oder 8 Videos angeschaut, weil es mich doch zurückzog zu diesen Frauen, die mir gefielen. Für mich kein richtiger Rückfall, aber trotzdem was, das mir stark zu denken gibt.

Ich wünsche allen, die das hier lesen, viel Erfolg beim Vorhaben, endgültig vom Pornoschauen loszukommen. Es ist wirklich sehr schwer, aber ich glaube daran, dass es sich letztendlich lohnt.
Gerne könnt Ihr was dazuschreiben, mich interessieren Eure Meinungen! Smile
Antworten
#7
Hallo,

ich habe heute deine doch sehr ausführlichen Überlegungen und Beschreibungen gelesen. Vieles von dem ist auch mein Gedanke. Besonders was das Masturbieren/Orgasmus angeht, deckt sich mit dem, wie ich dazu eingestellt bin.

Als ich mit dem Pornoentzug angefangen habe, habe ich auch die ersten 2 Wochen drauf geachtet, micht nicht zu befriedigen. Zum einem sollte es zur Unterstützung sein und zum anderem, wollte ich nicht in die alte Gewohnheit verfallen, mir wieder Filme dazu ansehen zu müssen.

Mittlerweile bin ich aus dem Teufelskreis raus. Ich bin wieder in der Lage mich zu befriedigen, ohne Pornos anzusehen. Hin und wieder schaffe ich es ohne jeglichen Gedanken, sondern nur durch das spüren der Gefühle und Berührungen. Wenn das nicht reicht, dann kommt etwas Kopfkino hinzu. Darin spielt dann meine Frau die Hauptrolle und nicht irgendwelche Pornosternchen.

Mir ist aufgefallen, das ich mich sehr anstrengen müsste, mich an die Inhalte und Szenen von den Pornos zu erinnern. Klar, ein paar fallen einem schon spontan ein, wenn mal anfängt. Aber ich muss es bewusst starten - wozu ich aber keine Veranlassung sehen, weil bisher alles auch sehr gut ohne klappt
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=11804]

Seit 07.09.2016 ohne Pornos (275 Tage + Countertage)
Seit 09.06.2017 "Aufräumen" (Countertage)
Antworten
#8
Liebe Leute!
Ich bin noch da! Ich war zwar weg, aber niemals vom Fenster. Ich probiere weiterhin, von dieser hässlichen Sucht wegzukommen. Und es schaut gut aus! Seit 108 Tagen habe ich keine Pornos mehr geschaut und, was jedoch weniger wichtig ist, seit 104 Tagen nicht mehr masturbiert.
So weit war ich, seitdem ich mim Pornoschauen angefangen habe, noch nie! Und ich habe auch einige Schwächephasen unbeschadet überwunden und fühle mich stark!

In der Zwischenzeit habe ich durch viel Reflexion und Recherchieren einige Sachen einige Erkenntnisse gezogen. Ich werde sie von Zeit zu Zeit hier hineinposten, aber nicht alles in einem, weil ich gemerkt hab, dass in dieser schnelllebigen Welt auch zu lange Texte abschrecken.

Ich versuche jetzt schon seit fast zwei Jahren, von Pornos loszukommen. EIn paar gute Phasen der Abstinenz waren auch dabei.
Die Abneigung und das vorläufige Aussetzen funktionierten für einige Wochen meistens ganz gut, nachdem ich mir wieder ins Gedächtnis gerufen habe, wie schädlich und unsinnig P eigentlich sind.
Doch nach einigen Wochen gibt es dann immer eine Schwächephase, der man Tribut zollen muss. Jedes Mal gibt es wieder Cravings, und wenn ich mich schlecht oder leer fühle oder mir einfach nur fad ist, wird konsumiert.
Kurzzeitig geht es mir dann besser, aber langfristig schädigt es. Und verlangt wieder mehr.


Was bringen Pornos?

Es ist tatsächlich wie bei einer Drogensucht. Verstanden habe ich dies durch einen Text, der die sogenannte EasyPeasy-Method bewirbt.(https://sites.google.com/site/hackbookeasypeasy/home).
Ich hab den Text nicht vollständig gelesen, obwohl es zu Beginn heißt, man müsse ihn in Einem durchlesen. Ich habe irgendwann aufgehört. Jedoch hat er mein Denken tatsächlich positiv beeinflusst. Es braucht allerdings ein bisschen, bis der Autor zum Punkt kommt.
Er konzentriert sich nicht so sehr darauf, wie schlecht Pornos sind, wie man es schon in hunderten Videos gesehen hat (Desensibilisierung, Zeitverlust, falsche Ansprüche an Frauen und Sexualität, Schaden an Dopaminrezeptoren etc.), sondern stellt die Frage, was der Konsum denn bringe, was er Positives bewirke.

Und die Antwort ist: Es ist wie bei Zigaretten und härteren Drogen – es bringt nichts.
Man konsumiert den Porno, um sich abzureagieren, besser zu fühlen, nachdem man wieder dieses unsägliche Verlangen verspürt hat, sich jetzt eine oder mehrere kopulierende Frauen im Internet anzuschauen.
Bei mir war es oft so, dass ich mich wirklich schlecht gefühlt habe, sei es wegen Streitigkeiten in der Familie, einfach Stress oder, und das war immer am Schlimmsten, nach einer Party oder einem Clubbesuch, wenn ich schöne Frauen gesehen habe, mit denen ich so gerne interagiert hätte oder, wenn ich mit ihnen geredet habe, die ich gerne geküsst und später auch ausgezogen hätte, natürlich aber nichts davon passiert ist, da ich in dieser Hinsicht leider keinen Erfolg habe. Nach solchen Ereignissen war ich oft ziemlich deprimiert, manchmal so sehr, dass es sich wie eine depressive Stimmung anfühlte. Und natürlich schaute ich dann Pornos, um doch noch schöne Frauen zu sehen, um im Endeffekt doch noch befriedigt zu werden.

Doch wieso war ich so verstimmt, wieso zog es mich immer und immer wieder zu den Pornos? Weil sie Abhilfe schafften, weil sie die schlechten Emotionen vertrieben. Weil sie schlechte Gefühle in gute umwandeln.
Wirklich?
Geht es nach EasyPeasy, und inzwischen auch nach mir, liegt hier der Fehler.
Pornos manipulieren das Gehirn, verlangen, als Dopaminlieferant zu dienen, und wartet man zu lange, bestrafen sie einen mit schlechten Gefühlen, bis letztendlich der Konsum erfolgt. Und bei Langeweile vermitteln sie auch das Gefühl, sie wären etwas Interessantes.
Man glaubt, die Pornos helfen einem. Doch im Grunde sind sie Schuld daran, dass man glaubt, sie wären die Hilfe. Wie bei Zigaretten. Zuerst braucht man sie nicht, um den Stress abzubauen. Doch konsumiert man sie öfter, ist man immer schneller und schneller gestresst, bis man wieder eine raucht.

Also: Pornos lassen mich mich nach einiger Zeit des Nichtschauens schlecht fühlen. Ich fühle mich schlecht und finde meine Genesung in Pornos, es geht mir wieder besser. Alsbald beginnt alles wieder von vorne.

Diesen Kreislauf kann man nur durchbrechen, wenn man sich dieses Umstandes bewusst ist. Deswegen soll jede Person, die NoP(MO) betreibt, über die Auswirkung von Pornos und ihren eigenen Umgang damit reflektieren.

Nachdem ich das gelesen hatte, es war wohl ungefähr zwei Monate, nachdem ich das letzte Mal Pornos geschaut hatte (was auch ein toller Wert war, wieso ich so lange durchhielt, ohne wirklich ganz schwach zu werden, weiß ich auch nicht ganz. Der erste Monat war nicht so schwer, im zweiten war ich viel auf Reisen, was mich sowieso davon abhielt, zu masturbieren oder Pornos zu schauen), begann ich, meine negativen Emotionen zu begreifen, die mich manchmal wirklich überfallen hatten. Natürlich kann ich nicht alles auf die Pornos schieben, doch ihr Einfluss fällt bestimmt ins Gewicht!
Und da ich die Trauer nicht mehr in Pornos ertränke, muss ich eine andere Strategie finden, um damit zurechtzukommen. Ich hatte zwar schon ein paar kleine Downphasen, doch sagte mir, dass sie wieder vorbeigehen würden, und das stimmte auch immer. Und nachdem ich jetzt schon über 100 Tage keine Pornos geschaut habe, kommen diese schlechten Emotionen kaum noch, wenn ich feiern gewesen bin oder einfach auf der Straße oder in der Uni schöne Frauen sehe. Ich bin nicht mehr so schnell enttäuscht. Vielleicht auch, weil ich nicht mehr so schnell aufgegeilt werde. Das bringt mich zu einem anderen Punkt, dem ich mich ein andermal widmen werde : Sexismus und Sexualität.
Doch zuvor möchte ich noch kurz was zur EasyPeasy-Methode sagen. Ich kann mich gar nicht mehr genau an den Inhalt erinnern, doch eine Frage, die dort gestellt wurde, war: „Du hast einen Porno geschaut. Was hat es Dir gebracht?“
Und gebracht hat es gar nichts. Kurzzeitige Befriedigung vielleicht, aber mit Pornos, alleine, ohne Zärtlichkeit, ohne Zuneigung, ohne eine Frau in Fleisch und Blut, ist das keine richtige Befriedigung. Wie auch Onanie ohne Pornos.
Besser ging es mir eigentlich nie. Schon nach wenigen Stunden kam das Verlangen wieder. Und fitter fühlte ich mich trotz der „Erleichterung“ nie, niemals energiegeladener. Es gibt einfach keine positive Auswirkung dieses lächerlichen Aktes. Ich habe nur den Pornos und somit meinem dummen Gehirn in die Karten gespielt und das schlechte Gefühl durch seine kurzfristige Auslöschung gleichsam reproduziert und verstärkt.

Ich bin echt froh, dass ich diese Dekweise angenommen habe, denn sie hilft mir sehr.
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