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NoFap mit 24 - Diesmal wirklich!
#1
Hallo Liebe Weggenossen,

ich hab mir gestern - trotzdem ich eigentlich um 2 Uhr schlafen gehen wollte - noch bis um 4 Uhr in diesem Forum die Einträge eines Nutzers durchgelesen, der mit Mitte 30 das selbe Ziel hatte wie ich: Den Konsum von Pornographie dauerhaft sein zu lassen. Zuvor hatte ich mir bereits einige Seiten zum Thema NoFap angeschaut und mich umfassend informiert, aber das Lesen dieser Beiträge war wirklich noch mal eine komplett neue Erfahrung.

Erstmal etwas zu meiner Person, ich bin 24 Jahre alt und konsumiere P's im Prinzip seit ich 14 Jahre alt bin ununterbrochen. Persönlich würde ich es bei mir noch nicht als allumfassende Sucht in meinem Leben bezeichnen, da ich mein Leben lang ein aktiver Sportler war und immer noch bin und zudem Musik meine Leidenschaft ist. Ich habe schon Beiträge gelesen, in denen es so gewesen ist, dass die Betroffenen keine Leidenschaft/ keine Hobbys hatten mit denen sie ihre Zeit verbringen konnten. Das sehe ich als durchaus schwieriger an, dann von der PMO Sucht loszukommen. Deshalb bin ich eigentlich guter Dinge meine Challenge durchziehen zu können: 90 Tage Reboot.

Anknüpfend an meine Einleitung möchte ich noch erklären, wieso das Lesen der Forumsbeiträge des Mittdreißigers so eine intensive Erfahrung für mich war. Andere Erklärungen zu dem Thema empfand ich eher als objektiv gehalten. Sie klärten mich auf worauf es ankommt und worauf ich zu achten hatte. Die Schilderung des Leidensgenossen, war aber viel emotionaler und ziemlich ausführlich, was mich persönlich echt gefesselt hat. Zudem konnte ich einige Dinge nachempfinden und sah mich selbst in ihm wieder.

Ich hoffe ich kann andere NoFapper mit meinen Schilderungen ebenfalls ermutigen. Vielleicht wird das ja sogar zu einem interaktiven Forumseintrag, bei dem wir uns gegenseitig unterstützen.

Das soll es für den Anfang erst einmal gewesen sein. Ich weiß selbst noch nicht wie viel Zeit mir bleibt hier Beiträge zu verfassen. Ich werde das so handhaben, dass ich mir selbst frei die Wahl lasse, wann ich Lust zum schreiben haben und wann es mir ein Bedürfnis ist.
Als kleine Background Info: Ich bin jetzt schon seit 6 Tagen dabei, fehlen also nur noch 84 Big Grin    
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#2
11.Tag

So einige Tage sind vergangen, meine Tage waren mal mehr und mal minder produktiv, trotzdem darf als kleiner Spoiler schon mal verraten werden, dass ich standhaft geblieben bin. Ich bin nun beim 11. Tag angelangt und will euch mal in kurzer Zusammenfassung meine Erlebnisse und Empfindungen schildern.
Was ich zur Zeit ein bisschen vermisse ist die übermäßige Energie, von der andere NoFapper öfters gesprochen haben, vor allem am Anfang der 90 Tage. Ich merke zwar deutlich, dass ich mehr Zeit habe, was ein gutes Gefühl ist, da mir der Tag länger vorkommt, aber leider habe ich in den letzten Tagen diese Zeit nicht unbedingt sinnvoll genutzt. Da ich momentan Semesterferien habe, habe ich auch keine wirklichen Verpflichtungen und dementsprechend kann auch ich mir meinen Tagesablauf selbst gestalten. Ich bin zwar größtenteils meinen musikalischen Hobbys nachgegangen, aber auf der anderen Seite habe ich ziemlich viel Zeit mit Netflix verbracht, da mich eine bestimmte Serie momentan fesselt.
Ich sehe es persönlich als Glück im Unglück (mir fällt grad keine bessere Beschreibung ein), denn die Serie fesselt mich so sehr, dass sie mich vom PMO abhält, aber eben auch so sehr, dass ich die Dinge die ich mir vorgenommen habe, nicht erledige.
Man kann aber wahrscheinlich nicht zu viel erwartet, heute habe ich schon mal einen großen Teil meiner To Do Liste erledigt -  wozu u.a. die Komplettreinigung meiner Wohnung dazu zählt - aber eben noch nicht alles. Ich hoffe ich knüpfe daran nun an und erledige in den nächsten zwei Tagen den Rest.
Insgesamt muss ich bisher sagen, dass für mich der 5. und 6. Tag mit die schwierigsten waren. Da war man noch in alten Denkmustern drin und der Körper hat sich noch nicht wirklich angepasst. Danach wurde es ehrlich gesagt leichter.
Den wohl größten Schritt habe ich am Sonntag (Tag 7) hinter mich gebracht. Ich hatte bei jedem der letzten Versuche von P's weg zu kommen immer die größte Angst davor meine private Sammlung auf externen Festplatten zu löschen. Einfach weil es etwas Endgültiges hat. Ich habe teilweise diesen Schritt bereits getan, bin dann aber wieder nach wenigen Tagen in alte Muster zurück gefallen und mein "zweites Ich" hätte sich selber Ohrfeigen können die Videos gelöscht zu haben.
Jedenfalls habe ich diesmal einfach nicht drüber nachgedachte, habe einen Moment abgepasst, in dem ich vollkommen entschlossen war und habe sämtliche Ordner in den Papierkorb geschoben und ihn entleert. Es war ein verdammt gutes Gefühl!
Ich kann jedem den es genauso wie mir ging bzw. immer noch geht dazu raten das gleiche zu tun.
Es ist als wenn ein Teil von mir sich verabschiedet hat und zwar der schlechte Teil!
Mit dieser Tat hat sich der Anreiz sich wieder der ausufernden P-Lust hinzugeben, ich möchte nicht sagen in Luft aufgelöst, aber zumindest stark minimiert.
Der Drang sich selbstzubefriedigen ist weiterhin da keine Frage, aber mit jedem Tag den ich auf mich nehme, würde ein Rückfall so viel bedeuten.
Es würde einfach keinen Sinn für mich machen. Ich wäre deprimiert, die Zeit der Abstinenz würde sich verlängern, ich müsste so viel Zeit investieren, um meine P-Sammlung wieder aufzubauen, ich würde mich selbst enttäuschen und wäre meinem Ziel wieder so fern.
Aber das schlimmste an Allem wäre für mich wahrscheinlich die Niederlage. Ich denke einen großen Vorteil dadurch zu haben, dass ich mein Leben lang Sportler war und auch immer noch bin und viele Dinge als großen Wettkampf sehe, bei dem ich mit großen Ehrgeiz ran gehe.
Genauso sehe ich auch diese "Challenge", für mich ist das Ziel die 90 Tage zu schaffen.
Wovor ich allerdings Angst habe ist, in diesen 90 Tagen nicht verstanden zu haben worum es eigentlich geht.
Ich ertappe mich immer dabei daran zu denken, dass es ja nur 90 Tage sind und ich danach ja endlich wieder P's gucken kann, aber genau das wäre ja falsch.
Ich denke eher beim NoFap geht es darum sein Gehirn zu überlisten, dass man sich selbst vorgaukelt: "Komm schon es sind nur 90 Tage, danach kannst du doch wieder alles machen was du willst", aber genau in diesen 90 Tagen sich selbst darüber bewusst zu werden, dass P's zu schauen Schwachsinn ist und dass man diese Form der Dopamingewinnung einfach nicht braucht, weil es tausend andere Dinge gibt die schöner sind und uns genauso mit Freude erfüllen.
Ich hoffe ihr wisst was gemeint ist. NoFap 90 Tage Reboot soll einem nur aufzeigen wie es ist ohne P's klar zu kommen, um dann eigenständig und aus voller Überzeugung auf diese Art der Sexualität zu verzichten.

Nun würde ich noch gerne abschließend für heute berichten, welche positiven Aspekte mir denn aufgefallen sind.
Körperlich habe ich deutlich öfter eine morgendliche Erektion, ich spüre förmlich, dass meine Hoden größer geworden sind und ich träume häufiger als vorher (bisher zwei Mal sogar Sexträume). Ich hatte vorher öfter mal Probleme mit Transpiration, u.a. in der Bahn, was nun nicht vollkommen weg ist, aber sich gebessert hat. Ich bin einfach innerlich ruhiger und entspannter geworden, mache mir weniger Gedanken darüber was andere über mich denken könnten, stattdessen konzentriere ich mich aufs Wesentliche. Ich denke das hängt einfach auch damit zusammen, dass man innerlich ein besseres Körpergefühl hat. Ich kenne diese Form der Selbstbewusstseinsgewinnung bereits durch den Sport. Wenn ich eine ganze Weile keinen Sport mehr getrieben habe, fühle ich mich weniger muskulös, dafür dicker und das registriert mein Körper, dementsprechend transportiere ich das auch nach außen.
Auf NoFap bezogen ist es so, dass ich selbst stolz auf mich sein kann bereits 11 Tage gemeistert zu haben und deshalb auch mit mir selbst zufrieden sein kann, was ich genauso wie bei der sportlichen Komponente, nun auch nach außen trage.
Wie zeigt sich dieses Gefühl sonst noch?
Der Testosteronmythos scheint auch zu stimmen. Ich bekomme (auch durch meine Selbstsicherheit geprägt) eine tiefere Stimme. Sie ist einfach fester und gestandener. Das habe ich das erste mal heute beim Einkaufen wieder erlebt. Sonst war es eher so, dass ich eine Anspannung in mir gespürt habe, dadurch dass diese nun nicht mehr in der Form vorhanden ist, kann ich auch selbstsicherer auftreten.
Das sind so die Dinge, die mir selbst aufgefallen sind. Sollte ich noch irgendetwas vergessen haben, werde ich das selbstverständlich nachtragen.

Soweit von mir, ich werde darüber hinaus noch sehr viele Gelegenheiten haben mich hier mitzuteilen und euch an meine Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben zu lassen, es sind ja schließlich noch 79 Tage.  
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#3
(09.03.2017, 23:14)NoFap92 schrieb: Jedenfalls habe ich diesmal einfach nicht drüber nachgedachte, habe einen Moment abgepasst, in dem ich vollkommen entschlossen war und habe sämtliche Ordner in den Papierkorb geschoben und ihn entleert. Es war ein verdammt gutes Gefühl!

Hallo NoFap92, 

vielen Dank für deine netten Worte in meinem Thema. 
Mich freut es sehr, dass du den ersten großen Schritt in ein lohnenswerteres Leben gewagt und dich von deiner Vergangenheit verabschiedet hast. Das Ganze ist ein kontinuierlicher Prozess, der die fortlaufend neue Erkenntnisse bringt. Lass dich nicht gehen, glaube an eine zukünftige Veränderung und ich garantiere die einen enormen Zuwachs von Lebensfreude und Selbstzufriedenheit.

Lieben Gruß,
Malte
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=12558]
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#4
Ich danke dir Malte für die netten Worte. Ich denke auch, dass es langsam aber sicher bergauf geht.
Wie gesagt, gemeinsam ist man stark und weiß, dass man nicht allein mit seinem Problem ist.

Tag 12:

Ich will den Mund nicht zu voll nehmen, aber ich würde mal sagen heute war der einfachste Tag.
Es fällt einem mental viel leichter, wenn draußen die Sonne strahlt und man mehr Möglichkeiten hat sich zu beschäftigen.
Dementsprechend habe ich heute mein Fahrrad genommen und bin 10Km gefahren, um dann meinem musikalischen Hobby nachzugehen.
Habe mich mit Freunden getroffen und schon waren auch wieder 6 Stunden um. Nun sitze ich zu Hause und schreibe diesen Text.
So könnte meinetwegen jeder Tag ablaufen!
Kann allen Mitstreitern und denjenigen die es bereits geschrieben haben mit auf den Weg geben bzw. nur zustimmen, dass man jegliche Gedanken an DAS PROBLEM vergisst, wenn man unter Leuten ist die man gern hat, Sport treibt oder sich einfach an der frischen Luft erfreut.
Da merkt man erst wieder, dass P's im Gegensatz dazu keinen Mehrwert haben.
Man muss sich immer vor Augen halten, dass man sich in seinem späteren Leben nicht an bestimmte Situationen vor dem PC erinnern wird, an besondere Momente mit der Familie, Freunden, der Freundin, neuen Leuten die man kennenlernt, etc. jedoch schon.
Das soll es für heute von mir gewesen sein. Bleibt standhaft und schlaft gut.
Gute Nacht Smile
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