Ist die Pornosucht ein Resultat unserer Evolution?

Es ist die ewige Diskussion: Ist Monogamie zeitgemäß und für Menschen überhaupt die richtige Lebensweise? Durch Digitale Revolution- menschliche Evolutionreligiöse Indoktrinationen Kulturentwicklungen der westlichen Welt sind wir darauf geschult worden, die monogame Lebensweise einzugehen.

Während der größte Teil der Natur – und darunter auch stark verwandte Arten wie Affen- polygam leben, ist es in unserer Zivilisation noch immer unüblich. Mit der Abnahme von Religiösität werden auch seit den 60er Jahren immer mehr Stimmen laut, die auf die menschliche Natur und den Hang zur Polygamie aufmerksam machen. Das Männchen ist demnach darauf ausgerichtet, für möglichst viele Nachfahren mit verschiedenen Partnerinnen zu sorgen.

Diese Erkenntnis wird heutzutage dann auch gerne als Rechtfertigung dafür genommen, sich Pornos anzuschauen. Es sei dadurch nämlich auf künstliche Art und Weise möglich, den niederen Instinkten zu folgen. Gleichzeitig enttäusche man nicht seine eventuelle Partnerin oder sonstwen. Auf den ersten Blick klingt diese Rechtfertigung gar nicht so absurd. Doch wenn man tiefer gräbt und erkennt, welchen Schaden man trotzdem mit der Pornosucht anrichtet, dann wird man feststellen, dass man sich auf dem falschen Weg befindet.

Pornos und der echte Sex

Die überspitzten Filme sind nämlich in der Tat keinesfalls ein Abbild der Realität, geschweige denn ein adäquater Ersatz für echten Sex. Wenn man konsequent seinen Instinkten folgen würde und ein polygames Leben führen wollte, so sollte man dies auch in der Realität tun. Der Pornokonsum ist nämlich nichts weiter als die Interaktion mit einer Maschine – dem eigenen Computer.

Das Masturbieren in den eigenen vier Wänden hat nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Erhalt der eigenen Spezies zu tun. Der pure Konsum ist schlicht und einfach ein ganz schnelles Mittel zur Befriedigung. Eine einseitige Befriedigung, bei dem nur Sie selbst zum Schuss kommen. Man lernt keine andere Person zu schätzen und der ganze Prozess wird nur schnell abgewickelt, ohne dass man eine großartige Nähe oder menschliche Interaktion aufrecht erhält.

Der Konsum von Pornos ist kein Sex, sondern lediglich eine schnelle Stimulation mit anschließender Entsaftung. Das ständige Aufsuchen von Pornofilmen sorgt für eine Überstimulation im Gehirn und hat die Konsequenz, dass uns das Empfinden von Glücksgefühlen in anderen Kontexten immer schwerer fällt. Das Argument, der menschlichen Natur auf diese Weise nachzugehen, ist daher völlig haltlos.

Evolution ohne Maschinen

Wie bereits festgestellt, sind die Pornos lediglich ein Katalysator und künstliches Werkzeug zur Befriedigung niederer Bedürfnisse. Jahrtausende der menschlichen Evolution fanden ohne Gerätschaften statt, die solche eine intensive Wirkung auf unser Gehirn hatten. Wieso sollte es also gut für uns sein, uns auf solche eine extreme Stimulationsvariante einzulassen?

Vielleicht ist unser Gehirn in tausenden von Jahren darauf eingestellt – doch heute ist das definitiv noch nicht der Fall. Zudem wäre die Vorstellung durchaus beängstigend, dass unser Wesen sich irgendwann auf die künstliche Überstimulation einstellt. Bis jetzt ist das aber alles noch Spekulation und Zukunftsmusik.

Status Quo ist, dass die Evolution uns heute nicht dazu verdonnert, in extremen Maßen Pornos zu konsumieren. So oder so ist dieses Verhalten schädlich und kann ernsthafte Konsequenzen für unser Wohlbefinden haben. Wer betroffen ist von der Pornosucht, der sollte stets Hilfe suchen oder sich selbst helfen. Mit dem Neustart ist es möglich, von den Pornos wegzukommen und ein neues Leben mit mehr Qualität einzuleiten.