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Gibt es an der Pornografie irgend etwas gutes?
#1
Vorhin einen Beitrag zur Bedeutung des Wortes Pornografie gelesen. 
Es stammt vom griechischen Wort porneia ab. Die wesentliche Bedeutung von porneia ist sexuelle Perversion, Prostitution und Ehebruch. 
Ist auch heute noch genau das:
Gefilmte Prostitution, die nicht selten von verheirateten/vergebenen Menschen dargestellt wird und perverse Praktiken zeigt.
Entsteht daraus überhaupt irgend etwas gutes oder mehrheitlich auf allen Seiten nur Leid? Das Gewerbe hat ja nachweislich ein Problem mit Menschenhandel, Geschlechtskrankheiten, Erniedrigung, Gewalt und Kriminalität und auf Seiten des Konsumenten weiß hier ja selbst jeder, welch Leid diese Industrie verursacht.
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#2
Nein. Nichts. Porno ist durch und durch nur schlecht. - So zumindest sehe ich das. Selbst diese manchmal auftauchende Ansicht, „feministische Pornos von Frauen gemacht“ oder „gemeinsam Pornos schauen um in Stimmung zu kommen“; halte ich nichts von. Wenn du mich also fragst: Pornos sind einfach nur schlecht.
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        Porn kills everything.

  Porno hilft mir jetzt auch nicht.
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#3
Ich sehe das etwas differenzierter. Habe auch mal eine Filmdoku über die Pornobranche gesehen, und das war tatsächlich erschreckend. Nicht weit von Zwangsprostitution entfernt teilweise, Leid und Missbrauch überall. Sich an sowas aufzugeilen hat auch einen ethisch höchst problematischen Beigeschmack.

Aber es gibt ja auch die "feministische Pornoszene", wo es ganz anders zugeht (und falls ich mal Pornos gucke, dann auch immer nur aus der Ecke). Abgesehen von den ethisch korrekten Produktionsbedingungen sind die Filme an sich auch anders. Sexualität ist mit dem Menschsein nunmal untrennbar verbunden und diese Filme beschäftigen sich eher damit, das für alle Beteiligten lust- und teilweise kunstvoll zu erforschen. Eher ein "Feiern der Lebensfreude" als plumpes Aufgeilen. Daran kann ich erstmal nichts schlechtes erkennen. Suchtpotenzial ist hier natürlich auch vorhanden. Aber wenn man so etwas als per se nur schlecht bezeichnen wollte, müsste man auch etliche Filme aus dem Erotikbereich, klassische Gemälde, Aktfotografie etc. ebenso einstufen. Das künstlerisch angehauchte Erforschen und Darstellen menschlicher Lust ist zumindest nicht generell per se schlecht.

Ich finde allerdings, dass sehr viel mehr auf die menschenunwürdige Szene hinter der normalen Pornorproduktion hingewiesen werden sollte.
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#4
Ich kann mir gut vorstellen, dass die künstlerische Darstellung von Erotik, wie zb Aktfotografie oder die künstlerische Darstellung von sexuellen Praktiken zum Lernen die Fantasie anregt und vorteilhaft sein kann.
Es gibt etliche fotografische Darstellungen von Stellungen usw. zum aufpeppen der Paarbeziehung, die erotisch sind, aber die intimsten stellen stilvoll verdeckt sind. Sowas finde ich auch nicht verwerflich, weil mit dem reinen beschriebenden Text, kann man oft nicht viel anfangen und es sich nicht vorstellen.
Für süchtige ist wahrscheinlich sowas auch nicht mehr sinnvoll, weil man dann zu schnell wieder in den Konsum hinein rutscht. Aber für Paare die nicht davon betroffen sind, könnte es hilfreich sein.
Aber das zählt für mich auch nicht in die Kategorie Pornografie, rein vom Gefühl her.
Ich habe letzens gelesen, dass man ja auch nicht beim Nachbarn klopft und fragt: darf ich heute abend mal bei euch zugucken wie ihr es miteinander treibt und zwar mit dem Gesicht direkt in der Nahaufnahme?
Diese Grenze würde man im realen Leben nie überschreiten, aber vorm Bildschirm ist es ja anonym und leicht.
Klar es gibt swingerclubs usw. Da hab ich aber absolut keine Ahnung von und ich denke die meisten monogamen Beziehungen ziehen das auch nicht in Erwägung. Selbst der hardcore Pornokonsument scheint ja im realen Leben nicht alles ausprobieren zu wollen, was er in den Filmen erregend findet.
Die Menschheit hat schon immer Sexualität künstlerisch festgehalten, auch Perversion ist keine neuzeitliche Erfindung.
Es ist halt aber ein Unterschied ob von 10 Personen eine Person sich so auslebt im heimlichen und die anderen gar nicht auf die Idee kommen würden oder ob diese eine Person davon Bilder/Videos macht und den anderen zeigt und davon erzählt und damit deren Hirn erst auf solche Ideen bringt. Und plötzlich sind sexuell eigentlich zufriedene Menschen unzufrieden, weil sie sowas nicht in ihrem Sexleben haben.
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#5
Ich weiß ja nicht.
Für das "Aufpeppen in der Beziehung" gäbe es ja noch das Kamasutra.

Und Pornos haben sich ja auch entwickelt: Sie werden immer brutaler, entwürdigender und menschenverachtender. Von daher bleibe ich dabei: Die Menschheit ist ohne besser dran. Wink
Ich meine: Was lernt die jüngere Generation denn an Pornos? Das Männer mit Frauen alles machen können, was sie wollen? Das es normal ist, was man da sieht? Das Sex weh tun muss (vor allem der Frau?)
Am schlimmsten finde ich ja, dass die Tür zu dem Zeug weit offen steht und sooo viele Kinder damit schon zutun bekommen.
Von daher finde ich jeden Gedanken, der Pornos irgendwie verharmlost, nicht gut. An Porno ist nichts gut, überhaupt nichts.
Die schlimmeren Geschichten liest man hier, noch schlimmere bekommt man nicht mit. Aber Porno ist nicht nur für Süchtige schlecht. Ich meine: Porno ist für jeden Menschen schlecht.
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        Porn kills everything.

  Porno hilft mir jetzt auch nicht.
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#6
Mosaikstein

Du scherst das schon ziemlich über einen Kamm und betrachtest nur einen Aspekt der ganzen Sache. Aber so schwarzweiss simpel ist das nicht. Die erwähnte Weiterentwicklung von Pornos geht ja nun auch in beide Richtungen - es gibt auch sehr viel mehr schönes, ästhetisches, qualitativ hochwertiges.

So wie Du argumentierst müsste man auch auf die Frage "gibt es an Rotwein irgendwas gut" ganz klar mit "nein, überhaupt nichts" antworten. Aber das ist offensichtlicherweise auch nicht so. Sicherlich gibt es erhebliches Leid und Missbrauchspotenzial beim Alkohol, aber das bedeutet nicht, dass es nicht auch positive Aspekte geben kann. Genauso wie Rotwein nicht für jeden Menschen schlecht ist, sind dies auch nicht Pornos. Ich wage zu behaupten dass die allerallermeisten Menschen irgendwann in ihrem Leben mal Pornos gucken und fast niemand dadurch Probleme bekommt. Meine ersten Erfahrungen damit waren auch gleich eher abstoßend ("das sind ja eher biologische Anantomiefilme").

Sexualität und Mensch-sein ist zu eng verbunden als dass man da so eine klare Grenze ziehen könnte.

Vollständig zustimmen tue ich aber bei der Tatsache dass der gesellschaftliche Umgang damit sehr problematisch ist. Allerdings ist das eher ein social media Effekt als ein direkter Porno Effekt. Es ist ja nicht nur dem Zugriff darauf Tür und Tor geöffnet, sondern auf alles mögliche, was nicht gut ist (massive demokratischschädigende Tendenzen, body shaming wg instagram usw usf). Da müsste breitbandig sehr viel mehr Sensibilität geschaffen werden.
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#7
Finde auch einige hier sehen es zu verbissen. Habe mit meiner Frau auch schon Erotikfilme gesehen und es hat uns beiden gefallen. Es gibt so viele Millionen von zufriedenen Konsumenten die keine Sucht oder ähnliches entwickelt haben und gefestigt im Leben stehen auch wenn sie gerne mal Hardcore Material schauen zum masturbieren. Finde es auch anmaßend zu entscheiden das etwas explizit verboten wird nur weil es ein paar wenigen nicht gefällt weil sie mit dem Umgang nicht zurecht kommen.
Ich mein ist doch am Ende wie mit jedem anderen Suchtmittel oder? Lernt man keinen richtigen Umgang und ist ein Suchtaffiner Mensch wird man süchtig. Aber deswegen verbieten wir generell ja nicht alle möglcihen Sachen. Finde nachtkaffee hat recht.

Die Leute müssen einfach lernen ihr Leben abseits von Medien generell zu gestalten, mehr raus gehen unter Leute, ne Freundin/Freund suchen, die Welt erkunden mit reisen ich mein man kann so viel machen.
Glaube auch nicht das man die Zeit wieder zurück drehen kann, die Menschheit liebt ja Erotik, sex, pornos etc.

Laut Statistik sind 30% des Weltweiten Internet traffics Pornos. Das sind Milliarden über Milliarden Anfragen täglich der Traum das es auf einmal weg ist , ist illusorisch aber nen neuer Umgang wäre sehr gut ja vorallem im Jugend und jungen Erwachsenen alter wo die Menschen Erfahrungen mit echten anderen Menschen und Sex machen sollten wäre sehr wichtig. Aber das passiert sicher nicht durch weg schauen und sich weg wünschen. Smile Daran muss man mit den Kindern arbeiten.

https://www.statista.com/chart/16959/sha...t-is-porn/
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#8
Es gibt immer zwei Seiten an einer Medaille. Pornos sind wie andere Suchtmacher, da gibt es nur wenig Unterschied. Regelmäßiger und überlanger Konsum zerstört die Gesundheit, lässt abstumpfen und führt zu ganz vielen sozialen Nebeneffekten. Ebenso bringen Pornos ein sehr hohes Maß an Zerstörung für Kinder und Jugendliche mit sich. Was glaubt ihr was aus denen wird die jetzt mit 10 Jahren oder früher damit anfangen. Die werden ihre Dosis auch steigern und immer krankere Sachen schauen. Das sind die nächsten Patienten mit ED, dann aber schon mit 20 Jahren und nicht wie wir jetzt mit 30-40+. Es müsste ganz stark kontrolliert geschaut werden, am besten immer mit Altersnachweis, und es müsste härter bestraft werden bei Zuwiderhandlung oder Weitergabe an Minderjährige. Es macht definitiv vieles kaputt.

Auf der anderen Seite gibt es auch so viele Menschen die alleine sind oder keinen Sex mehr bekommen bzw. haben können. Oder Paare die etwas Auffrischung brauchen. Dort ist ein moderater Einsatz okay. Zumindest bis zu dem Punkt wo es wieder krankhaft bzw. suchtfördernd wird.

Diese kostenlosen freizugänglichen Portale sind definitiv nicht das Richtige.
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#9
Finde die kostenlosen Portale waren einfach nur ein logischer Schritt um sich nicht ständig Pornos mit Viren bei Emule und so Sharing seiten runter zu laden und nebenbei Geld mit Werbung zu verdienen was ja auch den Darstellern zu Gute kommt wenn sie für ihre Arbeit von großen UNtrnehmen bessere Arbeitsverträge bekommen.

Auch finde ich ist es niemandes Recht von anderen Leuten die sexualität zu bestimmen. Ob sie Pornoseiten moderat einsetzen geht niemand was an. Es gibt ja auch viele Solo Menschen und paare die ihr material freiwillig auf den Plattformen verbreiten weil sie daraus ihre Erregung ziehen das andere es gerne schauen.

Die Zeit hat sich weiter gedreht, und ja wenn die 20 jährigen die nächsten Patienten mit ED sind, was sie ja übrigens schon lange sind, also das ist jetzt nichts neues im englischen Bereich, muss es wohl so sein. Es werden auch wieder hunderttausende an Zigaretten und Alkohol dieses Jahr sterben, da hängt nicht nur der Penis.

Denke man muss hier für dich selber einen Weg finden, auch für seine Kinder. Man kann versuchen siene eigenen so gut es geht zu beschützen. Aber das wird nichts mit stumpfen verbieten und die ganze Welt retten wird sowieso nichts.
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#10
Die Frage hat zwei Seiten, Produzenten und Konsumenten.

Was die Produktion betrifft, giibt es ein breites Spektrum. Es reicht von widerlichem und kranken Zeug, welches oft nicht ganz freiwillig oder unter sehr fragwürdigen Bedingungen produziert wird. Nicht wenige von den Frauen, die bei diversen Solo-Aktivitäten zu sehen sind, sind sichtlich drogensüchtig. Dann gibt es die massenhafte "Mainstream" Produktion und Plattformen für exibitionistische Amateure. Ist es kostenpflichtig, machen den (teilweise enormen) Gewinn vor allem die Anbieter, ist es gratis, dient es oft dazu (Erpresser-)Viren unters Volk zu bringen oder anderes Sucht-Zeug zu bewerben (kostenpflichtigen Porno, Gaming, Wetten, windige Investments usw.). Das ist sehr praktisch, man ist direkt in der Zielgruppe der Süchtigen, viele sind ja mehrfach süchtig. Dann gibt es noch feministischen oder "nachhaltigen" Porno, ein winziges Segment im Vergleich zu den andern, die einzige Botschaft ist "Man kann auch anständigen Porno machen, Porno ist nicht per se böse". Von wirklich äthtetischen, künstlerisch wertvollen Dingen rede ich hier nicht, die sollen sein, machen ebenfalls nur ein winziges Segment aus, pornografisches kommt da meist nebenbei und nicht als Hauptthema.

Auf der Seite der Konsumenten sieht es so aus, dass ein beträchtlicher Teil der Konsumenten mehr oder minder rasch pornosüchig wird. Wie groß der Anteil ist im Vergleich zu jenen Leuten, die nur hin und wieder Pornos schauen, weiß ich nicht (vielleicht kennt jemand Untersuchungen), meiner Einschätzung nach werden die weitaus meisten Pornos von Pornosüchtigen konsumiert. Ich glaube auch nicht, dass viele Leute mit Pornos ihr Sexleben auffetten, ein kleiner Prozentsatz, der sich ab und zu was ansieht, verschwindend hinter dem ständigen Bedarf der Süchtigen, die Stunden um Stunden mit den überall verfügbaren Pornos zubringen. Um das Sexleben zu bereichern, gibt es wahrlich andere Möglichkeiten, wie haben das die Leute vor dem Aufkommen des Internet gemacht? Die leichte schrankenlose Verfügbarkeit wird im Übrigen ein immer größeres Problem, ich kenne eine Mutter, deren 14jähriger Sohn süchtig ist auf Pornos am Smartphone.

Das Problem sind nicht die Pornos, sondern dass sehr viele Menschen massiv süchtig sind auf Pornos und es im Vergleich nur wenig "Gegenaufklärung" gibt und Angebote zur Ausstiegsbegleitung. Diese ganzen Porno-Stopp-Apps sind ja gut und schön, aber der einzig nachhaltige Ansatz ist doch wohl, eine innnere Einstellung des völligen Verzichts zu entwickeln, wozu es erforderlich sein wird, dem eigenen Leben Sinn zu geben, Sinngebung statt Suchtverhalten. Das wiederum erfordert echten zwischenmenschlichen Kontakt, keine App kann das leisten.
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